Die Quelle der Gegenwart
Verfasst: Mo 9. Mär 2009, 16:00
Es war kurz vor Mitternacht als ein stiller Wächter Belaion und Celaehir in ihren Gemächern aufsuchte und sie bat ihr still zu folgen. Die Elbe führte die beiden Krieger hinaus in den nächtlichen Garten der Zuflucht. Ein Blick in den Himmel über ihnen verriet eine sternenklare Nacht mit nur wenigen Wolken... Die hellen Sterne und der fast vollendete Mond leuchteten auf den wundervollen Garten und ließen die purpurnen Lilien vom schwarzgrünen Untergrund hervortreten.
Leiser plätscherte der kleine Bachlauf in den großen Teich im Zentrum des Gartens, welches von Rosensträuchern umgeben war. In der Nacht schien die geschützte Wildnis anders zu duften als am Tage und man konnte die leicht bittere und verheißungsvolle Note der Lilien noch am klarsten erkennen.
Die elbische Wächterin der Zuflucht wies Belaion und Celaehir den Weg schließlich mit einer leichten Armbewegung weiter zum Teich, ehe sie sich mit einer kurzen Verneigung vor den Kriegern verabschiedete.
Als die beiden stolzen Elben den kleinen Kiesweg hinab zum Teich entlang gingen, bemerkten sie wohl, wie sich der Nachthimmel auf der Oberfläche des Wasser spiegelte. Und wundersamer Weise erkannten sie nicht nur die verschwommenen Umrisse des Mondes, sondern auch die kleinen Punkte der Sterne... Der Teich schien zu dieser späten Stunde ewiglich tief und nur eine leichte Brise verwirbelte kurz seine seidenglatte Oberfläche... und trug einige welke Blätter gen Ufer.
Eine Weile warteten sie am Ufer alleine und konnten die Nacht auf sich einwirken lassen.
Dann hörten beide die leisen, knirschenden Schritte eines weiteren Nachtwanderers und wenige Atemzüge später näherte sich ihnen die Zauberin Meliamne. Sie war wie so oft wenn sie sich in der Zuflucht aufhielt in eine weite nachtblaue Robe gehüllt, die ihre bleiche Haut in dieser Nacht noch mehr hervorhob. Die Elbin lächelte beiden sanft zu, jedoch sprach sie keine Worte und bedeutete beiden sich in Nähe des Teiches niederzulassen.
Die elbische Zauberin trug eine große Schale mit sich und erst auf näheren Blick erkannte man, dass diese eine riesenhafte Muschelschale war, dessen Innenseite irisierend schillerte, als das Licht der Nacht darauffiel.
Sie ließ sich auf Knien am Ufer nieder und schöpfte mit der Schale Wasser aus dem Teich. Die gefüllte Schale ließ sie daraufhin zwischen sich und den beiden Elben-Kriegern auf die mit Moos bedeckten Steinfliesen sinken.
Eine ihrer schlanken Hände glitt sacht in einen Beutel, der an ihrem Gürtel pendelte, und holte daraus einen kleinen Stein hervor. Mit bedachten Bewegungen legte Meliamne sich den Stein auf die offene Handfläche und zeigte ihn so den beiden Elben. Auf der bleichen Haut der Elbe konnte man nun deutlicher die farblichen Facetten des Steins erkennen, der sich als wertvoller Edelstein entpuppte: In allen erdenklichen Tönen des Meeres schillernd als das Mondlicht auf ihn traf.
Mit einer weichen Bewegung ihrer offenen Hand ließ Meliamne den Saphir einfach in die Muschelschale gleiten, wo er dann in die Mitte sank und nun auch das ihn umgebende Wasser sanft bläulich zu schimmern begann.
Daraufhin erhob die Zauberin ihre beiden Arme und richtete ihren Blick in den Nachthimmel hinauf.
'Ulmo... Ni'alla le. Ulmo... Aran ni aerar, en nen, en sír, en ross, en mîdh...'
Daraufhin sank das Haupt der Zauberin wieder herab und sie strich behutsam mit ihren Fingerspitzen über die Wasserfläche. Als ihre Finger das Wasser berührten, begann dieses sacht aufzuglitzern. Und je länger ihre Bewegungen in bestimmten Kreismustern über die Wassroberfläche tanzten, desto stärker wurde das Lichtschimmern, welches aus der Mitte der Schale zu kommen schien.
Meliamnes Gesicht und Oberkörper wurden von diesem sanften Leuchten eingehüllt, welches eine wellengleiche Intensität zu haben schien. Erneut sprach die Zauberin mit leiser Stimme, die Silben flüsterte sie wie bei einem Lied:
'Ulmo... Ich bitte dich. Zeige uns den Pfad unseres Bruders Litreth. Unser Bruder ging durch deine Auen, durchschritt deine Pfade und sein Blut strömt deinem Herzen zu. Zeige uns, wo unser Bruder in dieser Stunde ist, ob er atmet oder nicht, ob seine Pfeile zerbrochen wurden oder nicht... Lass' uns nicht in Ungewissheit.'
In voller Konzentration sah die Elbe nun ins Zentrum dieses Schimmerns und für einen ganzen Lidschlag schienen ihre Augen völlig leer, so als wäre sie einen Augenblick nur lang in eine andere Welt eingetaucht.
Leiser plätscherte der kleine Bachlauf in den großen Teich im Zentrum des Gartens, welches von Rosensträuchern umgeben war. In der Nacht schien die geschützte Wildnis anders zu duften als am Tage und man konnte die leicht bittere und verheißungsvolle Note der Lilien noch am klarsten erkennen.
Die elbische Wächterin der Zuflucht wies Belaion und Celaehir den Weg schließlich mit einer leichten Armbewegung weiter zum Teich, ehe sie sich mit einer kurzen Verneigung vor den Kriegern verabschiedete.
Als die beiden stolzen Elben den kleinen Kiesweg hinab zum Teich entlang gingen, bemerkten sie wohl, wie sich der Nachthimmel auf der Oberfläche des Wasser spiegelte. Und wundersamer Weise erkannten sie nicht nur die verschwommenen Umrisse des Mondes, sondern auch die kleinen Punkte der Sterne... Der Teich schien zu dieser späten Stunde ewiglich tief und nur eine leichte Brise verwirbelte kurz seine seidenglatte Oberfläche... und trug einige welke Blätter gen Ufer.
Eine Weile warteten sie am Ufer alleine und konnten die Nacht auf sich einwirken lassen.
Dann hörten beide die leisen, knirschenden Schritte eines weiteren Nachtwanderers und wenige Atemzüge später näherte sich ihnen die Zauberin Meliamne. Sie war wie so oft wenn sie sich in der Zuflucht aufhielt in eine weite nachtblaue Robe gehüllt, die ihre bleiche Haut in dieser Nacht noch mehr hervorhob. Die Elbin lächelte beiden sanft zu, jedoch sprach sie keine Worte und bedeutete beiden sich in Nähe des Teiches niederzulassen.
Die elbische Zauberin trug eine große Schale mit sich und erst auf näheren Blick erkannte man, dass diese eine riesenhafte Muschelschale war, dessen Innenseite irisierend schillerte, als das Licht der Nacht darauffiel.
Sie ließ sich auf Knien am Ufer nieder und schöpfte mit der Schale Wasser aus dem Teich. Die gefüllte Schale ließ sie daraufhin zwischen sich und den beiden Elben-Kriegern auf die mit Moos bedeckten Steinfliesen sinken.
Eine ihrer schlanken Hände glitt sacht in einen Beutel, der an ihrem Gürtel pendelte, und holte daraus einen kleinen Stein hervor. Mit bedachten Bewegungen legte Meliamne sich den Stein auf die offene Handfläche und zeigte ihn so den beiden Elben. Auf der bleichen Haut der Elbe konnte man nun deutlicher die farblichen Facetten des Steins erkennen, der sich als wertvoller Edelstein entpuppte: In allen erdenklichen Tönen des Meeres schillernd als das Mondlicht auf ihn traf.
Mit einer weichen Bewegung ihrer offenen Hand ließ Meliamne den Saphir einfach in die Muschelschale gleiten, wo er dann in die Mitte sank und nun auch das ihn umgebende Wasser sanft bläulich zu schimmern begann.
Daraufhin erhob die Zauberin ihre beiden Arme und richtete ihren Blick in den Nachthimmel hinauf.
'Ulmo... Ni'alla le. Ulmo... Aran ni aerar, en nen, en sír, en ross, en mîdh...'
Daraufhin sank das Haupt der Zauberin wieder herab und sie strich behutsam mit ihren Fingerspitzen über die Wasserfläche. Als ihre Finger das Wasser berührten, begann dieses sacht aufzuglitzern. Und je länger ihre Bewegungen in bestimmten Kreismustern über die Wassroberfläche tanzten, desto stärker wurde das Lichtschimmern, welches aus der Mitte der Schale zu kommen schien.
Meliamnes Gesicht und Oberkörper wurden von diesem sanften Leuchten eingehüllt, welches eine wellengleiche Intensität zu haben schien. Erneut sprach die Zauberin mit leiser Stimme, die Silben flüsterte sie wie bei einem Lied:
'Ulmo... Ich bitte dich. Zeige uns den Pfad unseres Bruders Litreth. Unser Bruder ging durch deine Auen, durchschritt deine Pfade und sein Blut strömt deinem Herzen zu. Zeige uns, wo unser Bruder in dieser Stunde ist, ob er atmet oder nicht, ob seine Pfeile zerbrochen wurden oder nicht... Lass' uns nicht in Ungewissheit.'
In voller Konzentration sah die Elbe nun ins Zentrum dieses Schimmerns und für einen ganzen Lidschlag schienen ihre Augen völlig leer, so als wäre sie einen Augenblick nur lang in eine andere Welt eingetaucht.