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Fuinriell - eine Geschichte voll Trauer und Hoffnung

Verfasst: Mi 12. Mai 2010, 10:08
von Fuinriell
Gedankenverloren geht die Elbenfrau durch die Strassen von Imladris. Ihren Kopf hat sie gesenkt, nur hin und wieder blickt sie auf und sieht sich um.
Ein Beobachter würde sehen, dass sie sich hier wohl auskennen mag, denn obwohl sie ihre Blicke meist zu Boden richtet, sind ihre Schritte sicher, sie hat ein Ziel.

Als sie einen großen Baum erreicht, bleibt sie stehen. Dann läßt sie sich unter dem Baum im Gras nieder und holt eine Feder, ein kleines Tintenfass und einige Bögen Pergament hervor. Einige Zeit sitzt sie still da und blickt gedankenverloren auf das leere Pergament. Leise seufzst sie und taucht ihre Feder in die Tinte ......



Trauer
Mae govannen, allen die dies lesen.
Ich will euch meine Geschichte erzählen, auf dass sie euch Mut in diesen finsteren Zeiten bringe, Mut und Hoffnung.

Ich habe hier in Imladris gelebt, wurde hier geboren und wollte niemals fortgehen. Ich war bekannt als Ledhwen Taur na Fuin. Einst habe ich meine Tage damit verbracht zu heilen und zu musizieren. Ausserdem hatte ich einen Gefährten, sein Name war Galdathor. Wir hatten einander gefunden und waren vermählt. Wir freuten uns darauf bald ein Kind zu zeugen, aber noch waren wir allein. Unsere Tage waren glücklich, wenn auch der heraufziehende Schatten schon anfing seine Arme nach Imladris und somit uns auszustrecken.
Mein Gefährte bestand darauf, dass ich den Umgang mit dem Speer, den er so meisterlich beherrschte, erlernte. so übte er mit mir jeden Tag vor seinem Wachdienst und meinen Pflichten als Heilerin.
Wir erlebten viele schöne Tage hier in Imladris und in den Wäldern. Oft gingen wir jagen, wenn wir die Zeit fanden. So auch an jenem schwarzen Tag der alles änderte.


Sie hört kurz auf zu schreiben und ein dunkler Schatten legt sich über ihr Gesicht
Doch nach einer kurzen Weile, beginnt sie wieder zu schreiben.

Ich möchte euch nur erzählen, dass mein Gefährte an diesem Tag in den Wäldern mir genommen wurde. Er wurde genommen von Gift auf einem Orkpfeil. Er starb hier in Imladris und mein Dasein änderte sich. Lange saß ich an seinem Totenbett bis ich mich entschloß, zu den grauen Anfurten zu reisen und diese Gestade zu verlassen. Ich erhob mich und ging um meine Sachen zu holen.
Doch auf dem Weg zu unserer Bleibe fiel mir etwas ein, dass ich gehört hatte. Der Name Thela Estel durchzuckte mich.ohne lange zu überlegen änderte ich meinen Entschluss. Ich wollte bleiben und jenen Hoffnung und Schutz geben, die auch hier blieben.


Sie nimmt ein neues Pergament und schreibt weiter.

Hoffnung

Ich verließ Imladris noch in dieser Nacht und begann meine Suche. Ich habe alles zurückgelassen. Nur die Rüstung, Speer und Schild meines Gefährten nahm ich mit. Selbst meinen Namen ließ ich dort. Fuinriell ist nun mein Name und wird es bleiben, solange ich hier weile.
Ich zog durch die Wälder, übte mich im Umgang mit dem Speer, tötete ein paar Orks und Bilwisse und hielt mich abseits der Wege. Siedlungen der jungen Völker mied ich ebenso, wie Siedlungen meines Volkes. Ich sah einmal in der Ferne einen Menschen, dies war in den einsamen Landen. Er hat mich nicht bemerkt und ich gab mich nicht zu erkennen. Noch war ich nicht bereit für Gesellschaft und Hilfe benötigte er nicht.
Ich wanderte Tags und ruhte Nachts, bis ich einmal in weiter Ferne Stimmen hörte, die sich meinem Lager näherten. Ich nahm meine Sachen und verbarg mich, die Stimmen wurden lauter und man konnte hören, dass es die dunkle Sprache war, in der sie redeten. Ich nahm meinen Speer und Schild, bereit die Orks zu töten, ehe ich sie überhaupt sah. Sie kamen in meine Richtung und ich zählte zwei Dutzend. Regungslos blieb ich in meinem Versteck, wohl wissend, dass auch mein Hass sie nicht bezwingen könnte. Sie marschierten vorbei und so änderte ich von nun an meine Gewohnheit und marschierte des Nachts, um dann am Tag zu ruhen.
Als ich dann nach langer Wanderung an den Toren der Heimstatt der Celebriaen Elanesse eintraf, wurde ich freundlich empfangen. Trotz meiner geringen Erfahrungen als Kämpferin wurde ich doch als Rekrutin für die Thela Estel angenommen.

Vieles habe ich hier gefunden, Verbündete und auch Freunde, aber eines, das viel wichtiger ist, fand ich gleich am ersten Tag

ich fand Hoffnung.


Wieder hält sie inne und schaut auf das Pergament ehe sie noch einmal die Feder in die Tinte taucht und erneut zu schreiben beginnt.

Gestern erlebte ich erneut den Tod im Kampf. Nicht hinterhältig, wie bei meinem Gefährten, nein in offener Schlacht. Ich sah Trauer im Gesicht einer Gefährtin, die ihre Freundin verlor.
und dies ist der Grund, warum ich all dies schreibe und möchte, dass es gelesen werde, möge es doch all jenen Mut geben, die, wie ich, Trauer im Herzen tragen und deren Hoffnung schwinden mag.

Hier in diesen Hallen, an diesem Ort wird die Hoffnung nie schwinden, solange ein Eledhrim noch ein Lied singen, eine Geschichte erzählen oder eine Waffe erheben kann.


Sie verschließt das Tintengefäß und verstaut es in ihren Sachen. Dann nimmt sie die Pergamente und verstaut auch sie. Fest nimmt sie sich vor, sie alsbald in die Hallen zu bringen, auf das jeder sie lesen kann.


Ein paar Wochen später in den Hallen der Erinnerung:

Fuinriell betritt die Hallen mit ein paar Pergamenten in der Hand. Suchend sieht sie sich um, doch sie sieht niemanden an diesem Morgen in den Hallen. Sie legt die Pergamente auf einen Tisch. Dann beginnt sie eine kurze Notiz zu schreiben.


Zum Lesen für jedweden, der diese Hallen betreten mag.


Diese legt sie obenauf. Noch einmal sieht sie sich um und verläßt dann die Hallen