Die Eldar des Westens

Eine Menge Schriftrollen seht ihr vor Euch auf dem Tisch liegen. Zögernd greift ihr Euch eine und beginnt zu lesen und zu verstehen.
Antworten
Benutzeravatar
Meliamne
Gast
Gast
Beiträge: 126
Registriert: Do 29. Jan 2009, 13:43
Nachname: Gildin
Berufszweig: Historiker(in)
Klasse: Kundige(r)
Wissenstufe: 65
Sippe: n/a
Wohnort: Ingolstadt, Bayern
Kontaktdaten:

Die Eldar des Westens

Beitrag von Meliamne »

Euer Blick überfliegt die zahlreichen Buchrücken in der Bibliothek der Zuflucht und ein dicker Lederband fällt Euch bald ins Auge. Das Leder ist von einer schönen sanftgrünen Färbung und der Titel des Buches ELDAR I ANNÛN wurde mit silberner Farbe ins Leder geprägt. Ihr zieht den Band aus seiner Nische hervor und legt ihn vor Euch auf einen dunklen Tisch ab. Dann schlagt ihr bedächtig den Band auf und beginnt zu lesen...


... Und der Vala Orome kam zu uns und sagte: 'Folgt mir in den Westen, in das Land des Ewigen Lichtes!' Und jene, die es taten, wurden fortan Eldar genannt, die West-Elben. Die Widerstrebenden jedoch erhielten den Namen Avari.

Die Eldar bestanden zu dieser Zeit, wir nennen es das erste Zeitalter der Sterne, aus den drei Geschlechtern der Vanyar, der Noldor und der Teleri.
Einige unserer Geschlechter jedoch fanden nie den Weg nach Eldamar und sahen nie die Bäume der Valar. Die Nandor und Sindar, die Falathrim und die Laiquendi blieben auf der langen Wanderung dieser Zeit auf Mittelerde verstreut zurück und wurden fortan die 'Umanyar' geheißen ('die nicht aus Aman kommen').

Die Nandor ('die sich Abwendenden') spalteten sich von den anderen Teleri als ihr Fürst Lenwe sich entschied weiter dem Lauf des Anduin in den Süden zu folgen. Niemand anderer kannte die Wälder so gut wie sie. Später setzten sie die Wanderun nach Westen fort und vereinten sich mit den Sindar von Beleriand. Sie siedelten sich in Ossiriand, dem Land der Sieben Flüsse, an und wurden fortan die Laiquendi ('Grünelben') genannt. Von den Noldor wurde ihr Land später Lindon genannt, das 'Land des Liedes'.

Die Sindar ('Grau-Elben') zählten einst die Hochkönige der Teleri zu den Ihren. Ihr Fürst Elwe Singollo führte sie mit den Teleri auf der Reise nach Westen an. Durch einen Zauber verirrte sich der Fürst und obwohl ein Teil des Volkes den anderen Eldar über das Meer folgte, blieb ein Teil der Sindar in Beleriand zurück und wartete auf den verlorenen Fürsten. Sie nannten sich die 'Eglath', das Verlassene Volk. Ihr Fürst kehrte schließlich zurück... in Begleitung einer neuen Königin: der Maia Melian. Daraufhin gründete das Verlassene Volk ein neues Reich in den Wäldern von Beleriand und wurden von anderen 'Grau-Elben' oder auch 'Elben des Zwielichts' genannt. Im Wald von Doriath wurden noch viele Lieder gesungen zu dieser Zeit und das Geschlecht von Elu Thingol, der einst Elwe Singollo genannt wurde, blühte auf.

Die Falathrim ('Elben der Falas'), einst geborene der Teleri, ließen sich an der Küste Beleriands nieder. Unter ihrem König Círdan durchlebten die Falathrim Jahre von Leid und Krieg, und sie wurden aus ihren ersten Städten vertrieben von Morgoth. Die großen Häfen Eglarest und Brithombar fielen der Zeit und dem Verlassen anheim - vergessen wurden sie nie.
Als selbst Beleriand und Angband fielen und vom Meer und dem Zorn Ulmos verschlungen wurden verließen die Falathrim ihre Heimat erneut und segelten nach Süden. Am Golf von Luhn erbaute das Elbenvolk eine neue Stadt - Lindon den Letzten Hafen, oft auch die 'Grauen Anfurten' genannt.


Euer Blick schweift in die Ferne, von irgendwoher vernahmt ihr kurz ein Geräusch. Einen Moment verweilt Euer Geist bei den aufgeschriebenen Worten...

-----------------------------
Aus: Tolkien - Eine Illustrierte Enzyklopädie von David Day, erschienen im Otus Verlag
- frei zitiert;)
Antworten