Ursprung der Laubtänzer
ein Auszug aus der Familienchronik der Laubtänzer, eine Sippe von Waldelben aus Grünwald dem Großen.
Kapitel I
Umherwirbelndes Blattwerk
[…] und so begab es sich das Andrumenon tiefer und tiefer in das Dickicht des Waldes vordrang. Kleine Äste und Blätter streichelten sein Gesicht während er langsamen Schrittes weiterging.
Etwas in ihm war erwacht, etwas das er nicht kannte. Ein Gefühl der Wärme das sich von seinem Magen ausbreitete und ihn nunmehr gänzlich umfing.
Andrumenon wusste dass sich etwas unsagbar Schönes im Herzen des Waldes verbergen musste, er war dem Schönen im Traum begegnet. Doch was es war wusste er nicht. In seinem Traum verbarg sich das Schöne hinter einer Wand aus umherwirbelnden Blättern und war so vor allen neugierigen Blicken geschützt.
Tief atmete er den Duft des Waldes ein, es hatte geregnet und das nasse Blattwerk, welches ihn umgab, verströmte den angenehmen Geruch des Lebens.
Mit seinen Fingern fuhr er sacht über die Rinden der Bäume an denen er vorbei kam. Rau und feucht waren sie, doch voll von Erinnerungen an ältere Tage.
Es dämmerte bereits und die schwüle Wärme eines regnerischen Sommertages entfloh allmählich in den sich verdunkelnden Himmel um der kühleren Nacht platz zu schaffen. Andrumenon lief auf eine große Pfütze am Waldboden zu.
Im schwinden Licht betrachtet er sein Antlitz, welches sich im Wasser spiegelte. Sein langes, glattes, braunes Haar rahmte sein Gesicht ein. Ein Gesicht wie von einem König unter den Elben, wie er selber fand. Glatt, ohne Makel mit hohen Wangenknochen und aristokratischen Zügen. Die dünnen Lippen seines Spiegelbildes verzogen sich zu einem sanften lächeln und Andrumenon sah selbst die wärme seiner dunkelbraunen Augen.
Währen seine Augen nicht, man könnte ihn für einen arroganten Schnösel halten so fand er selbst. Dann aber änderte sich sein Spiegelbild, es wurde langsam blasser und verlor an Kontur, denn die Sonne entschwand aus seinem Blickfeld und tauchte hinter den Nebelgebirge ab.
Er wandte sich von der Pfütze ab und begab sich wieder auf den Weg ins Ungewisse doch schöne Herz des Waldes. Lautlos schritt er dahin, Stunde um Stunde immer das Gefühl habend, auf dem rechten Weg zu sein.
Dann, es musste bereits nach Mitternacht sein, näherte er sich dem Herzen des Waldes. Die wärme in ihm stieg und der Elb spürte ein Kribbeln in den Fingerspitzen. Dann sah er es, vor ihm lichtet sich der Wald, einige Fußbreit weiter vorne endeten die Baumgruppen und er blickte auf eine Wiese, bei Tageslicht währe sie wohl saftig grün gewesen. So aber sah er nur die dunkelgrauen, nächtlichen Abbilder der Halme und Wildblumen, das bizarre aber war, das sich auf dieser großen Wiese ein kleines Wäldchen befand. Ein kleiner Wald in einem großen Wald, so könnte man es wohl beschreiben, denn hinter diesem kleinen Waldchen sah er wieder die großen und mächtigen Buchen und Kastanien des großen Grünwalds und er wusste auch das er sich tiefer in den Wald bewegt hatte und es mehre Wegstunden strammen Marsches bedurfte um Grünwald den großen zu verlassen. Das sagte ihm ein Blick zu den Gestirnen die klar am nächtlichen Himmel thronten.
Andrumenon verharrte einen Moment. Sein Volk lebte schon lange in Grünwald dem großen und keiner fand sich besser hier zurecht als das Waldlandvolk, allerhöchsten die Beoringer, die Waldmenschen wären noch in der Lage sich durch´s Unterholz zu schlagen, ohne die Orientierung zu verlieren.
“Durch´s Unterholz schlagen”…… wiederholte er seinen letzten Gedanken abermals im Geiste.
Diese Formulierung kam von den Menschen.
Ihrer Kindlichen Logik folgent bahnten sie sich ihre Wege mit Äxten und Messern durch den Wald, wenn er ihnen zu dicht wurde.
Das Bäume und Pflanzen unbeweglicher waren als die Zweibeiner, darauf kamen sie wohl nicht. Denn ein Elb würde einfach an einem Baum vorbei gehen, über eine Wurzel steigen oder über einen Busch springen, niemals aber würde er der Natur mit Waffen zu Leibe Rücken, nur weil sie an diesem oder jenen Platz aus dem Boden gewachsen war. Allein der Gedanke war absurd!
Andrumenon ertappte sich, wie er diesen Gedanken weiterspinnen wollte, doch dafür war er nicht hergekommen. Er sollte sich nicht selber ablenken und nun endlich das letzte Stück des Weges zu ende gehen. So trat er den aus dem Schutz des Waldes hinaus unter den klaren Sternenhimmel.
Wie also kam es das er noch nie von diesem Hain gehört hatte, wenn dies doch die Heimat seines Volkes war?
War es der Hain von dem er geträumt hatte? Was es auch war, es musste mit diesem Wäldchen in Zusammenhang stehen. Er nahm einen tiefen Atemzug und ging los, quer über die Wiese bis zur ersten Baumreihe des kleinen Wäldchens.
Er betrachtet die Bäume, es waren überwiegend Steinlinden und Zedern unter ihnen, was seltsam war, sonst hatte Andrumenon derlei nie in Grünwald dem Großen gesehen. Doch wunderte er sich nicht, denn je näher der Elb dem Rand des Hains kam, desto mehr fühlte Andrumenon die Magie, die diesem Ort innen wohnen musste. Der Augenblick war da, jetzt würde er das sehen was er im Traum hatte nicht sehen können. Er atmete nocheinmal tief durch und ging tiefer in den Hain hinein.
Völlig eingenommen und verzückt von der Magie des Ortes hatte Andrumenon nicht bemerkt das hinter ihm ein gigantischer Schatten auf die Wiese getreten war. Der Schatten verharrte und schaute Andrumenon hinterher als dieser im Hain verschwand...
Familienchronik der Laubtänzer
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Druanel
Familienchronik der Laubtänzer
Zuletzt geändert von Druanel am Sa 16. Okt 2010, 00:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Druanel
Re: Familienchronik der Laubtänzer
Langsam und unendlich vorsichtig ging Andrumenon weiter. Das Kribbeln in seinen Fingerspitzen hatte sich nun über seine ganzen Hände ausgebreitet und er genoss die Berührung der Magie die von diesem Ort ausging. Wie wohlige Schauer jagten Wellen der Wärme durch seinen Körper und er fühlte sie kräftig und ausgeruht wie schon lange nicht mehr. Tiere schien es hier nicht zu geben. Denn er sah weder Hasen noch hörte er den Singsang der Nachtvögel.
Er hielt einen Moment inne, hatte sich da vorne etwa etwas bewegt? Vielleicht gab es ja doch Tiere hier im Hain.
Kein Lüftchen war zu spüren und keines der Blätter an den Bäumen wiegte sich im Wind.
Und doch glaube Andrumenon ein paar Baumreihen weiter eine Bewegung zu sehen. Er schlich sich näher heran, dann verbarg er sich hinter eine nahe Linde. Der breite Stamm bot ihm eine hervorragende Deckung. Er spähte wieder in den Wald vor ihm und fuhr sich mit der Zunge über die Lippen.
Dann erblickte der Elb was er bisher nur in seinem Traum wahrgenommen hatte. Vor ihm stand eine Zyklon aus braunen Blättern. Wie von einer unsichtbaren Kraft gelenkt wirbelten die Blätter in einem großen Kreis um etwas herum. So viele waren es und so dicht wirbelten sie aneinander das man nicht einmal den kleinsten Blick auf das dahinter verborgene erhaschen konnte.
Andrumenon wollte grade aus der Deckung treten um näher heran zu gehen, da vernahm er plötzlich den Gesang eine weibliche Stimme.Er hielt inne und lauschte.
„ Oh Weh, oh Weh…so klage ich denn meine Herzeleid das da rührt aus tiefster Einsamkeit,
seid Jahren schon bin ich allein, umgeben nur von Baum und Stein, niemand der sich nach mir sehnt und sich ob meiner grämt, den gefangen bin ich hier in Einsamkeit allein mit meinem Herzeleid.“
Oh Weh, oh Weh... ich kauer hier bei kühler Nacht auf einem Stein, im Lindengrund, meinem geliebten Hain. Böse Kräfte brachten das Ungemach über diesen Ort, Hasen liefen und Vögel flogen fort. Zurück bleibt die Wächterin Maavièl, ein letzter Quell großer Macht, diese ward einst erschaffen um über den Lindengrund zu wachen.
„Oh Weh, oh Weh….so lange Zeit wärt nun der Fluch, er umschlingt mich, erdrückt mich und umgibt meine Seele wie ein Tuch, ein schwarzes Tuch gewebt aus Leid und Trauer, denn umringt bin ich von jener wirbelnden Mauer, die sich nicht überwinden lässt, und sollte es doch gelingen wird niemand meinen dahinscheiden Besingen, denn nach der Mauer da lauert er schon, der Schwarz-Grüne Tod, des Waldes böser Sohn.“
„Oh Weh oh Weh….niemand der meinen Kummer hört außer Baum und Stein, meine starren Freunde, silbergrau in des Mondes schein, kein Laut dringt aus diesem Wäldchen hinaus und so verweile ich allein mit meinem Graus, ergeben muss ein jeder sich dem Schicksal und wenn es noch so finster scheint, nach dem Ende einer neuer Anfang keimt. So ist denn mein einz´ger Hoffnungschimmer in dieser Not der letzte Weg, der führt in die Freiheit, in den Tod…Oh Weh Oh Weh, oh Leid und kalter Schmerz…“
Andrumenon war wie gebannt ob der Schönheit dieser Stimme die er da vernahm. Sie kam aus dem Blätterwirbel. Er bekam eine Gänsehaut und merkte gar nicht wie sich seine rechte Hand in die Rinde des Baumes krallte an dem er stand. Nie hatte er ähnlich schöne Klänge vernommen und er wandelte schon lange auf Mittelerde.
Die Blätter wirbelten schneller.
Das Gemisch aus Schönheit und unendlich tiefer Trauer des Gesangs den Andrumenon soeben vernommen hatte, zerrissen ihm fast das Herz und der Elb spürte heiße Tränen seine Wangen hinab laufen. Die Stimme sprach ein klares und dialektfreies Quenya also musste es ich um eine Elbe handeln, so dachte er. Eine plötzlichen Eingebung folgend und ohne das er es selber steuern konnte sprang er aus der Deckung heraus vor die Umherwirbelnden Blätter. Mit voller Stimme sprach er laut:
“Halte ein du holdes Elbenkind, verzage nicht und trauere nicht, denn vorbei sind die Zeiten der Einsamkeit, es ist Andrumenon aus dem grünen Walde der um dich Freit.”
“So tritt hervor hinter deine Blätterwand, zeig mir dein Antlitz und ich will sie dir reichen meine Hand, würd ich schweigen und weiter nur lauern, mein Lebtag würde ich dies bedauern”
“Befreien werd ich dich von deinem Herzeleid, dich hinausziehen aus dem Blätterkleid, unterm Lichte der Sonne, des Mondes und der Sterne soll die Elbe wieder wandeln auf Mittelerde.”
“Und würd auch der Finstre Herrscher selbst dagegen aufbegehren, ich stünde vor dir, ritterlich denn das eine kann selbst er nicht verheeren, die Liebe ist´s von der sich Singe, mächtiger ist sie, als jede Klinge!”
Dann war es ganz still. Andrumenon lauschte, doch die einzigen Laute die er vernahm waren das rascheln des Blätterwirbels, seinen Atem und das eigene Herz das wie ein Hammer schlug aber ihm dennoch immer schwerer wurde.
Hatte er zu viel gewagt? War er zu tollkühn gewesen? Wie konnte er einer Stimme seine Liebe gestehen? Er wusste nicht ob es wirklich eine Elbe war, er wusste nicht was für eine Person hinter der Stimme steckte oder wie sie gar aussah aber irgendwas tief in ihm, sagte ihm das er recht daran getan hatte, so kühn aufzutreten.
Plötzlich bemerkte er das dass rascheln der Blätter verstummt war. Er blickte auf. Das was eben noch ein Wirbel aus Blättern gewesen war nun eine starren Wand aus Blattwerk.
Zweige, kleine Äste, sehr viele Blätter und alles was sich sonst noch so auf einem Waldboden findet türmte sich vor ihm zu einem meterhohem Wall auf der irgendwo in den Baumkronen und dem Nachthimmel darüber verschwand. Alles war ineinander verschlungen und verkeil, schier undurchdringlich. Andrumenon erstarrte vor Ehrfurcht und Angst, Angst vor der Magie die hier am Werke war. Das Kribbeln war aus seinen Händen gewichen und er fröstelte.
~~~ Ende des ersten Kapitels ~~~

Er hielt einen Moment inne, hatte sich da vorne etwa etwas bewegt? Vielleicht gab es ja doch Tiere hier im Hain.
Kein Lüftchen war zu spüren und keines der Blätter an den Bäumen wiegte sich im Wind.
Und doch glaube Andrumenon ein paar Baumreihen weiter eine Bewegung zu sehen. Er schlich sich näher heran, dann verbarg er sich hinter eine nahe Linde. Der breite Stamm bot ihm eine hervorragende Deckung. Er spähte wieder in den Wald vor ihm und fuhr sich mit der Zunge über die Lippen.
Dann erblickte der Elb was er bisher nur in seinem Traum wahrgenommen hatte. Vor ihm stand eine Zyklon aus braunen Blättern. Wie von einer unsichtbaren Kraft gelenkt wirbelten die Blätter in einem großen Kreis um etwas herum. So viele waren es und so dicht wirbelten sie aneinander das man nicht einmal den kleinsten Blick auf das dahinter verborgene erhaschen konnte.
Andrumenon wollte grade aus der Deckung treten um näher heran zu gehen, da vernahm er plötzlich den Gesang eine weibliche Stimme.Er hielt inne und lauschte.
„ Oh Weh, oh Weh…so klage ich denn meine Herzeleid das da rührt aus tiefster Einsamkeit,
seid Jahren schon bin ich allein, umgeben nur von Baum und Stein, niemand der sich nach mir sehnt und sich ob meiner grämt, den gefangen bin ich hier in Einsamkeit allein mit meinem Herzeleid.“
Oh Weh, oh Weh... ich kauer hier bei kühler Nacht auf einem Stein, im Lindengrund, meinem geliebten Hain. Böse Kräfte brachten das Ungemach über diesen Ort, Hasen liefen und Vögel flogen fort. Zurück bleibt die Wächterin Maavièl, ein letzter Quell großer Macht, diese ward einst erschaffen um über den Lindengrund zu wachen.
„Oh Weh, oh Weh….so lange Zeit wärt nun der Fluch, er umschlingt mich, erdrückt mich und umgibt meine Seele wie ein Tuch, ein schwarzes Tuch gewebt aus Leid und Trauer, denn umringt bin ich von jener wirbelnden Mauer, die sich nicht überwinden lässt, und sollte es doch gelingen wird niemand meinen dahinscheiden Besingen, denn nach der Mauer da lauert er schon, der Schwarz-Grüne Tod, des Waldes böser Sohn.“
„Oh Weh oh Weh….niemand der meinen Kummer hört außer Baum und Stein, meine starren Freunde, silbergrau in des Mondes schein, kein Laut dringt aus diesem Wäldchen hinaus und so verweile ich allein mit meinem Graus, ergeben muss ein jeder sich dem Schicksal und wenn es noch so finster scheint, nach dem Ende einer neuer Anfang keimt. So ist denn mein einz´ger Hoffnungschimmer in dieser Not der letzte Weg, der führt in die Freiheit, in den Tod…Oh Weh Oh Weh, oh Leid und kalter Schmerz…“
Andrumenon war wie gebannt ob der Schönheit dieser Stimme die er da vernahm. Sie kam aus dem Blätterwirbel. Er bekam eine Gänsehaut und merkte gar nicht wie sich seine rechte Hand in die Rinde des Baumes krallte an dem er stand. Nie hatte er ähnlich schöne Klänge vernommen und er wandelte schon lange auf Mittelerde.
Die Blätter wirbelten schneller.
Das Gemisch aus Schönheit und unendlich tiefer Trauer des Gesangs den Andrumenon soeben vernommen hatte, zerrissen ihm fast das Herz und der Elb spürte heiße Tränen seine Wangen hinab laufen. Die Stimme sprach ein klares und dialektfreies Quenya also musste es ich um eine Elbe handeln, so dachte er. Eine plötzlichen Eingebung folgend und ohne das er es selber steuern konnte sprang er aus der Deckung heraus vor die Umherwirbelnden Blätter. Mit voller Stimme sprach er laut:
“Halte ein du holdes Elbenkind, verzage nicht und trauere nicht, denn vorbei sind die Zeiten der Einsamkeit, es ist Andrumenon aus dem grünen Walde der um dich Freit.”
“So tritt hervor hinter deine Blätterwand, zeig mir dein Antlitz und ich will sie dir reichen meine Hand, würd ich schweigen und weiter nur lauern, mein Lebtag würde ich dies bedauern”
“Befreien werd ich dich von deinem Herzeleid, dich hinausziehen aus dem Blätterkleid, unterm Lichte der Sonne, des Mondes und der Sterne soll die Elbe wieder wandeln auf Mittelerde.”
“Und würd auch der Finstre Herrscher selbst dagegen aufbegehren, ich stünde vor dir, ritterlich denn das eine kann selbst er nicht verheeren, die Liebe ist´s von der sich Singe, mächtiger ist sie, als jede Klinge!”
Dann war es ganz still. Andrumenon lauschte, doch die einzigen Laute die er vernahm waren das rascheln des Blätterwirbels, seinen Atem und das eigene Herz das wie ein Hammer schlug aber ihm dennoch immer schwerer wurde.
Hatte er zu viel gewagt? War er zu tollkühn gewesen? Wie konnte er einer Stimme seine Liebe gestehen? Er wusste nicht ob es wirklich eine Elbe war, er wusste nicht was für eine Person hinter der Stimme steckte oder wie sie gar aussah aber irgendwas tief in ihm, sagte ihm das er recht daran getan hatte, so kühn aufzutreten.
Plötzlich bemerkte er das dass rascheln der Blätter verstummt war. Er blickte auf. Das was eben noch ein Wirbel aus Blättern gewesen war nun eine starren Wand aus Blattwerk.
Zweige, kleine Äste, sehr viele Blätter und alles was sich sonst noch so auf einem Waldboden findet türmte sich vor ihm zu einem meterhohem Wall auf der irgendwo in den Baumkronen und dem Nachthimmel darüber verschwand. Alles war ineinander verschlungen und verkeil, schier undurchdringlich. Andrumenon erstarrte vor Ehrfurcht und Angst, Angst vor der Magie die hier am Werke war. Das Kribbeln war aus seinen Händen gewichen und er fröstelte.
~~~ Ende des ersten Kapitels ~~~
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Druanel
Re: Familienchronik der Laubtänzer
Kapitel II
Eine Mauer aus Laub und der Schrecken des Waldes
Der hünenhafte Schatten beobachtet vom Waldrand aus wie der Elb den Hain betrat. Einige Momente haarte er noch aus. Dann schlich er langsam und mit einem Geschick welches man einer so riesenhaften Kreatur gar nicht zugetraut hätte über die Wiese an den Rand des Wäldchens.
Der Name des Wesens war Bôgolg und es handelte sich um einen Waldtroll. Doch nicht irgendeinen Waldtroll, Bôgolg war der älteste und mächtigste Troll des Grünwaldes. Er unterschied sich nicht nur von Statur und Stärke von anderen Trollen, nein, das was ihm seine Macht verlieh war seine Fähigkeit Magie zu wirken und Zauber zu weben. Viele Legenden ranken sich darum wie Bôgolg zu dieser Gabe kam, doch dies soll hier nicht näher behandelt werden.
Bôgolg war so groß wie drei Männer, er hatte einen riesigen Schädel, ein Kahles Haupt das in eine platte Stirn mündete. Seine Nase hatte breite Flügel und war zudem Lang und gekrümmt, sein Mund, aus dem zwei dolchartige Hauer ragten, war groß genug um einem Reh mit nur einem einzigen Bissen das Haupt vom Rumpf zu trennen. Kleine, tief liegende Augen hatte er, sie waren erfüllt von einem bösartigen, giftgrünem Schimmer.
Seine Haut war von dunklem Grün und mit schwarzen Flecken übersäht, auch trug sie viele Narben aus vergangenen Kämpfen und Pocken, weshalb er auch den Beinamen „der Pockennarbige“ innehatte.
Der Troll hatte lange, kräftige Arme die fast bis zum Boden reichten und in riesigen Pranken endeten. Seine Beine, an denen sich dicke Muskeln und Sehnen spannten sahen ein wenig kurz aus, doch konnte Bôgolg sich schneller fortbewegen als die meisten anderen Geschöpfe des Waldes. Bis auf einen Lendenschurz aus Farnen war er nackt.
~~~~ an dieser Stelle des Buches findet sich eine Zeichnung mit der Randnotiz „Erscheinungsbild eines Waldtrolls“ ~~~~

Als der Pockennarbige nahe am Wäldchen war blieb er stehen, denn betreten konnte er es nicht. Eine Wächterin war in diesem Hain verblieben und ihre Macht war noch immer so groß das Bôgolg den geheiligten Boden nicht beschreiten konnte.
Doch er hielt sie gefangen. Mit List und Tücke hatte der Troll sie einst in eine Falle gelockt, eine Falle der sie niemals entkommen würde. Eine vergiftete Frucht hatte er ihr zugespielt, sie hatte davon gegessen und war in einen tiefen Traumlosen Schlaf gesunken. Ein Jahr und einen Tag hatte die Wächterin darnieder gelegen. Das hatte Bôgolg genügen Zeit verschafft seinen vielleicht mächtigsten Zauber zu weben. Eine Sphäre hatte er erschaffen, die, die Wächterin gefangen hielt. Kein entkommen gab es für sie aus diesem blättrigen Gefängnis. Nur von Außen konnte man die Sphäre durchdringen. Doch auch für diese Möglichkeit hatte der Troll vorgesorgt. Er hatte einen Schleier über den Hain gelegt, so dass ein jeder der nahebei war, nichts weiter sah als ein weiteres Stück des großen Grünwaldes. Nur jene die selbst der Magie mächtig waren ließen sich davon nicht täuschen, die einfachen und einfältigen jedoch würden niemals einen Blick auf den kleinen Hain werfen können, solange sein Zauber bestand hatte.
Der Troll lauschte in die Nacht und spähte in den Hain. Die Wächterin sang wieder ihr Klagelied. Viele Jahre sang sie es nun schon Abend für Abend ohne dass jemand ihre schmerzerfüllte Stimme vernahm, außer Bôgolg, der sich daran labte. Der Troll liebte es andere Kreaturen zu quälen und zu foltern. Wieviele Tiere, Menschen und auch manchen Elben hatte er schon langsam zu Tode gemartert?
Er wusste es nicht, aber dies hier war sein Meisterstück, eine schiere Ewigkeit hielt er die Wächterin des Hains schon nun eingesperrt wie ein Stück Vieh. Niemals wurde es ihm in all der Zeit langweilig, ihr einsames Unglück zu betrachtet und ihrem Wehklagen zu lauschen. Und jetzt war sein Kunstwerk, seine Schöpfung in Gefahr, denn seid unzähligen Sonnenumläufen hatte wieder ein lebendes Wesen seinen Fuß auf den Boden des Lindengrundes gesetzt.
Aber Bôgolg hatte ihn bemerkt….und wenn er den Hain wieder verlassen würde, würde er hier sein und auf ihn warten….Arme und Beine würde er dem Elben ausreißen! Wie eine Fliege würde er von Bôgolg´s Macht zerquetscht werden! Der Troll grunzte Zufrieden. Dann stellte er sich so nahe es ihm gestattet war an den Rand des Hains und wob einen Zauber, einen Zauber der ihm das Aussehen eines knorrigen alten Baumes verlieh, mit wulstigen Stamm und knolligen Wurzeln. So wartete er denn, lauernd im nächtlichem Dunkel.
Eine Mauer aus Laub und der Schrecken des Waldes
Der hünenhafte Schatten beobachtet vom Waldrand aus wie der Elb den Hain betrat. Einige Momente haarte er noch aus. Dann schlich er langsam und mit einem Geschick welches man einer so riesenhaften Kreatur gar nicht zugetraut hätte über die Wiese an den Rand des Wäldchens.
Der Name des Wesens war Bôgolg und es handelte sich um einen Waldtroll. Doch nicht irgendeinen Waldtroll, Bôgolg war der älteste und mächtigste Troll des Grünwaldes. Er unterschied sich nicht nur von Statur und Stärke von anderen Trollen, nein, das was ihm seine Macht verlieh war seine Fähigkeit Magie zu wirken und Zauber zu weben. Viele Legenden ranken sich darum wie Bôgolg zu dieser Gabe kam, doch dies soll hier nicht näher behandelt werden.
Bôgolg war so groß wie drei Männer, er hatte einen riesigen Schädel, ein Kahles Haupt das in eine platte Stirn mündete. Seine Nase hatte breite Flügel und war zudem Lang und gekrümmt, sein Mund, aus dem zwei dolchartige Hauer ragten, war groß genug um einem Reh mit nur einem einzigen Bissen das Haupt vom Rumpf zu trennen. Kleine, tief liegende Augen hatte er, sie waren erfüllt von einem bösartigen, giftgrünem Schimmer.
Seine Haut war von dunklem Grün und mit schwarzen Flecken übersäht, auch trug sie viele Narben aus vergangenen Kämpfen und Pocken, weshalb er auch den Beinamen „der Pockennarbige“ innehatte.
Der Troll hatte lange, kräftige Arme die fast bis zum Boden reichten und in riesigen Pranken endeten. Seine Beine, an denen sich dicke Muskeln und Sehnen spannten sahen ein wenig kurz aus, doch konnte Bôgolg sich schneller fortbewegen als die meisten anderen Geschöpfe des Waldes. Bis auf einen Lendenschurz aus Farnen war er nackt.
~~~~ an dieser Stelle des Buches findet sich eine Zeichnung mit der Randnotiz „Erscheinungsbild eines Waldtrolls“ ~~~~

Als der Pockennarbige nahe am Wäldchen war blieb er stehen, denn betreten konnte er es nicht. Eine Wächterin war in diesem Hain verblieben und ihre Macht war noch immer so groß das Bôgolg den geheiligten Boden nicht beschreiten konnte.
Doch er hielt sie gefangen. Mit List und Tücke hatte der Troll sie einst in eine Falle gelockt, eine Falle der sie niemals entkommen würde. Eine vergiftete Frucht hatte er ihr zugespielt, sie hatte davon gegessen und war in einen tiefen Traumlosen Schlaf gesunken. Ein Jahr und einen Tag hatte die Wächterin darnieder gelegen. Das hatte Bôgolg genügen Zeit verschafft seinen vielleicht mächtigsten Zauber zu weben. Eine Sphäre hatte er erschaffen, die, die Wächterin gefangen hielt. Kein entkommen gab es für sie aus diesem blättrigen Gefängnis. Nur von Außen konnte man die Sphäre durchdringen. Doch auch für diese Möglichkeit hatte der Troll vorgesorgt. Er hatte einen Schleier über den Hain gelegt, so dass ein jeder der nahebei war, nichts weiter sah als ein weiteres Stück des großen Grünwaldes. Nur jene die selbst der Magie mächtig waren ließen sich davon nicht täuschen, die einfachen und einfältigen jedoch würden niemals einen Blick auf den kleinen Hain werfen können, solange sein Zauber bestand hatte.
Der Troll lauschte in die Nacht und spähte in den Hain. Die Wächterin sang wieder ihr Klagelied. Viele Jahre sang sie es nun schon Abend für Abend ohne dass jemand ihre schmerzerfüllte Stimme vernahm, außer Bôgolg, der sich daran labte. Der Troll liebte es andere Kreaturen zu quälen und zu foltern. Wieviele Tiere, Menschen und auch manchen Elben hatte er schon langsam zu Tode gemartert?
Er wusste es nicht, aber dies hier war sein Meisterstück, eine schiere Ewigkeit hielt er die Wächterin des Hains schon nun eingesperrt wie ein Stück Vieh. Niemals wurde es ihm in all der Zeit langweilig, ihr einsames Unglück zu betrachtet und ihrem Wehklagen zu lauschen. Und jetzt war sein Kunstwerk, seine Schöpfung in Gefahr, denn seid unzähligen Sonnenumläufen hatte wieder ein lebendes Wesen seinen Fuß auf den Boden des Lindengrundes gesetzt.
Aber Bôgolg hatte ihn bemerkt….und wenn er den Hain wieder verlassen würde, würde er hier sein und auf ihn warten….Arme und Beine würde er dem Elben ausreißen! Wie eine Fliege würde er von Bôgolg´s Macht zerquetscht werden! Der Troll grunzte Zufrieden. Dann stellte er sich so nahe es ihm gestattet war an den Rand des Hains und wob einen Zauber, einen Zauber der ihm das Aussehen eines knorrigen alten Baumes verlieh, mit wulstigen Stamm und knolligen Wurzeln. So wartete er denn, lauernd im nächtlichem Dunkel.
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Re: Familienchronik der Laubtänzer
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Re: Familienchronik der Laubtänzer
Lhaingaladh verschlang förmlich die Seiten des Buches über die Heerkunft der Laubtänzer, ist es doch auch eine Geschichte aus seiner eigenen Heimat. Im Gegensatz zu Druanels Familiengeschichte, welche ganz offensichtlich im Andenken an die rumreichen Taten von Druanels Vorfahren als Familiensaga niedergeschrieben wurde, liegt die Herkunft seiner eigenen Familie weitestgehend im Dunkel der Zeit vergraben. Um so mehr konnte er es nun gar nicht erwarten die nächsten Kapitel aufzuschlagen und sich weiter in die fesselnde Geschichte zu vertiefen...
((ooc: Ich bin schwer beeindruckt und freu mich schon auf die nächsten Kapitel))
((ooc: Ich bin schwer beeindruckt und freu mich schon auf die nächsten Kapitel))
Lhaingaladh (Elb, Waffenmeister, Celebriaen Elanesse)
Erandui (Elb, Jäger, Celebriaen Elanesse)
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
Albert Einstein
Erandui (Elb, Jäger, Celebriaen Elanesse)
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
Albert Einstein
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Druanel
Re: Familienchronik der Laubtänzer
OOC: Ich danke euch für euer tolles Feedback, das motiviert mich und macht das Schreiben zu einem nie versiegenden Quell der Freude.
Nach einigen Augenblicken der absoluten Stille gewann Andrumenon die Fassung wieder.
„Könnt ihr mich hören?“ sagte der Elb laut dem Blätterwall entgegen, der sich vor ihm auftürmte.
„Ich kann euch hören“ antwortet die Stimme. „Ihr steht wahrhaftig dort vor meinem Gefängnis nicht wahr?“ „Ich dachte zunächst meine Fantasie würde mir einen Streich spielen, als ich euch singen hörte“ sprach die Frauenstimme.
„Es wäre ein übler Streich gewesen, doch zum Glück ist dem nicht so“ antworte er. „Hat euch gefallen was ihr hörtet?“ fügt Andrumenon hinzu.
„Ja, es war sehr schön." "Zu gerne würde ich den sehen, der mir solch süße Reime brachte“ die Stimme klang wehmütig.
„Warum kommt ihr dann nicht heraus, auch ich bin neugierig darauf zu sehen wer eine solch schöne Stimme hat“ antworte er.
„Ich sagte doch, dies hier ist ein Gefängnis und aus einem Gefängnis kann man nicht hinaus, auch wenn man noch so sehr wollte“
„Habt ihr denn nur auf den Klang meiner Stimme geachtet und nicht auf die Worte?“ sprach die Stimme.
„Doch, doch, ich habe jedes Wort gehört“ antwortet Andrumenon hastig.
„Aber ich verstehe nicht recht“ Wenn dies euer Hain ist, wie konnte man euch hier festsetzten?“ „Wie euch verfluchen?“
„Ich wurde einstmals getäuscht und überlistet“ Antwortete sie.
„Ein Gift lähmte meinen Leib, ich weiß nicht wie lange er gelähmt war, doch als ich erwachte, war alles so, wie ihr es nun seht.“ „Das liegt sehr lange zurück“ der Schmerz in der Stimme war derart ausgeprägt das Andrumenon dachte er könne danach greifen.
„Euer Name ist Maaviél?“ fragte der Elb
„Ja, diesen Namen gab man mir.“ „Maaviél von den Nandor, Wächterin des Lindengrundes“ bekam er als Antwort.
„Und ihr seid Andrumenon, so sagtet ihr?“
„Ja, das ist mein Name, Andrumenon von den Tawarwaith, den Waldelben." "Ich gehöre zum Hause von Thranduil, Herr des großen Grünwaldes“
„Tarwarwaith?“ wiederholte die Stimme ungläubig
„Von denen habe ich nie gehört.“ „Gehört ihr zu jenen die über das Gebirge gingen?“
„Und wo ist mein Volk jetzt?“ „Sagt es mir, bitte!“ die Stimme klang nun verzweifelt.
„Dies ist eine lange Geschichte, ich will sie euch in allen Einzelheiten erzählen.“ „Denn viel habt ihr durch euere Gefangenschaft versäumt“ entgegnete Andrumenon.
So setzte er sich auf den weichen Waldboden und begann zu erzählen. Er sprach von dem Teil, den Maaviél selbst kennen musste wenn sie tatsächlich eine Nandor war.
Er berichtet wie sich aus den Telerie die Geschlechter der Nandor und Sindar bildeten. Wie die Nandor sich unter Lenwe nach Süden, weg vom Nebelgebirge, wandten und dort ihre Reiche Lorien und das Waldlandreich gründeten.
Aber Andrumenon erzählte auch den Teil der Geschichte den sie vielleicht nicht mehr hatte mitbekommen können.
Wie sich die Nandor mit Sindar und den Laiquendi aus Ossiriand im laufe der Zeit vermischten und so das Geschlecht der Tarwarwaith entstand, von dem er selbst abstammte.
Er sprach und sprach, kein Detail lies er aus. Alles was er wusste, berichtete er in aller Ausführlichkeit. Als er schließlich endete warf er einen Blick zu Himmel und musste feststellen dass es bald dämmern würde, das dachte er jedenfalls. Hier unterm Laubdach des Hains sah man nur einen kleinen Ausschnitt des nächtlichen Himmels. Es war sehr kühl in diesem Augeblick, die Stunde vor den ersten Sonnenstrahlen war oftmals die kälteste. Kalt wurde es auch um Maaviél´s Herz, da sie nun erkannte das sie für Zeitalter verschollen war...
Während seiner ausführlichen Erzählung sagte sie kein Wort. Und nun, da er fertig war, war die einzige Reaktion die er bekam, ein leises Schluchzen.
Andrumenon schwieg, noch immer saß er auf dem Boden, die Arme um die Knie geschlungen, den Blick vor Mitgefühl gesenkt.
Schrecklich musste es sein, wenn man nach so langer Zeit der Einsamkeit nun endlich wieder auf ein Lebewesen traf und dieses einem nichts brachte außer schlechten Nachrichten. Aber er war nicht hergekommen um Trübsal zu blasen!
Er war hergekommen um einzigartige Schönheit zu sehen! Und jetzt da Andrumenon wusste dass es sich um eine Elbe handelte wollte er sie nicht nur sehen, der Elb wollte sie auch berühren, riechen und fühlen.
Die Leidenschaft war in ihm entflammt! Wie niemals zuvor in seinem Leben begehrte Andrumenon etwas so sehr. Und das obwohl er nichts von ihr wusste außer ihren Namen und einen kleinen Teil ihrer Geschichte. Verrückt, dachte der Elb.
Und dennoch, er musste etwas unternehmen. Grimmig blickte er auf den Wall vor sich. Er sah nicht aus als ließe er sich einfach einreißen. Er hatte sowieso kein Werkzeug dabei, mit Ausnahme seiner Hände. Schnell also verwarf er den Gedanken wieder.
Abbrennen würde vielleicht gehen. Aber ein Feuer wäre kaum zu kontrollieren. Und selbst wenn Maaviél nach dem Feuer nicht erstickt oder selbst verbannt war, würde sie es ihm wohl nie verzeihen wenn er ihren Hain abfackelte.
Der Elb legte die Stirn in Falten und grübelte weiter.
So sehr war Andrumenon ins Nachdenken vertieft, das er gar nicht merkte das dass Schluchzen und Wimmern verstummt war.
Erst als ein zaghaftes „Seid ihr noch da?“ hinter der Blattmauer hervordrang wurde er aus seinen Gedanken gerissen.
„Ja, seid beruhigt.“ „Ich bin noch hier, ich schweige nur weil ich darüber grübele wie ich euch aus eurem Gefängnis befreien kann.“
„Die Mauer kann nur mit dem Mitteln eingerissen werden, mit denen sie auch erschaffen wurde.“ „Mit Magie“ sagte Maaviéls Stimme. „Seid ihr der Magie mächtig?“ „Ihr müsst es sein, wie sonst hättet ihr mich finden können?“ Ein wenig Hoffnung schwang in ihrer Stimme mit.
„Ich habe es selbst versucht….aber mir scheint es, als könne die Mauer nur von außen durchdrungen werden und nicht von innen.“ „So wie sich die Tür einer Zelle auch nur von außen aufschließen lässt und nicht von innen.“
Der Elb lächelte grimmig. Ja er hatte sich an der Magie versucht, doch war er ein Dilettant. Der einzige Zauber, den er jemals gemeistert hatte, erschuf einen Windhauch. Ein Windhauch der grade einmal genügte das Licht einer Kerze verlöschen zu lassen. Und dies auch nur wenn Andrumenon recht nahe an der Kerzenflamme dran war.
„Ja und nein“ entgegnete er. „Damit will ich sagen das ich schon Magie gewirkt habe, doch nichts was so stark ist wie dieser Blätterwall.“ Der Elb blickte wieder zum Wall und krallte seine Hände vor Wut und Ohnmacht dabei ins Erdreich.
„Vielleicht genügt ja schon ein wenig Magie!“ „Versucht es bitte, versucht es um meinetwillen, ich flehe euch an!“ sagte sie.
Er dachte einen Moment darüber nach. Er hatte nichts zu verlieren. Warum also nicht einen Versuch wagen?
Das war das mindeste was er tun konnte und er hatte geschworen alles zu tun um Maaviél zu befreien.
„Ich will einen Versuch wagen.“ Sagte er. „Ich danke euch“ kam es zurück.
Andrumenon stand auf und schritt dicht zur Blätterwall hin. Er schluckte, denn er war nicht sonderlich geübt in diesen Dingen.
Schließlich gelang es ihm ein wenig Konzentration aufzubauen. Er schloss die Augen, atmete gleichmäßig und tief in den Bauch. Dann streckte er eine Hand aus und legte sie Flach auf den Blätterwall.
Das Laub raschelte unter seiner Berührung, so als wäre sie den Blättern unangenehm. Einige Zweige stürzten aus den höheren Segmenten der Blätterwand und rieselten auf ihn nieder. Doch er ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.
Wind hatte eingesetzt und wirbelte sein Haar umher. Die Kälte die er mitbrachte spürte der Elb nicht. Leise flüsterte er wieder und wieder: „Golas danna - Golf breitha“ ~~~ „Laub Falle, Zweig berste“. Wie eine Litanei wiederholte er die Worte wieder und wieder. Dann geschah etwas…
Vor seinem geistigen Auge sah er plötzlich die Wand aus Zweigen und Blättern vor sich. Doch nicht so wie normale Augen sie sehen.
Ein Netz aus ineinander geschlungen Lichtfäden sah er, so als würde man die Strahlen der Sonne einfangen und ein Tuch daraus weben. Dicht war das Netz aus Licht und es blendet ihn. Druanel griff mit spitzen Fingern nach einem der Fäden, mit den Nägeln seines Daumens und Zeigefingers bekam er schließlich einen Faden zu packen. Die Augen immer noch fest verschlossen und die Worte aufsagend zerrte er daran. Nichts geschah, er zerrte fester daran, wieder und wieder, wilder und wilder.
Dann passierte etwas. Der Elb vernahm ein rascheln über sich, erst leise, dann lauter und schließlich war es ein wildes Getöse. Erschrocken riss er die Augen auf, die Konzentration war dahin, das Tuch aus Licht verschwunden.
Doch nicht vergeblich waren seine Mühen, denn der Elb sah das Gebilde aus Laub, Zweigen, Halmen und Stöckchen über sich einstürzen.
Grade noch rechtzeitig machte Andrumenon einen Satz nach hinten um nicht unter einem Berg aus Laub begraben zu werden.
Keuchend ging der Elb in die Knie. Erst jetzt, nach dem ersten Schreck, merkte er dass ihn der Zauber viel Kraft gekostet hatte. Mit Händen und Knien auf der kühlen Erde verharrte er einige Momente schwer atmend am Boden.
Als er wieder ein wenig Kraft geschöpft hatte blickte er auf. Neugier brannte ihn ihm, begierig war er darauf die zu sehen, die er gerettet hatte.
Dort wo der Blick zuvor durch die Blätterwand abgeschirmt war, sah Andrumenon nun einen Findling und um diesen herum einen kleinen Kreis aus flachen, weißen Steinen. So wie man sie an den Küsten mancher Meere finden mag.
Von einer Elbe jedoch war nichts zu sehen. Es sah aus als wäre niemals jemand dort gewesen.
„Maaviél?“ „Maaviél, ihr seid errettet“ presste er mühselig hervor, denn noch immer war er schwach, kaum in der der Lage zu sprechen. Mit Blicken suchte er das kleine Areal hektisch ab. Dann blieben seine Augen an etwas haften. Es traf ihn wie einen Schlag.
Hinter dem Steinkreis standen weitere Linden und Zedern. Hinter eine dieser Linden lugten ihn zwei Augen neugierig an.
Von sattem Grün waren sie, grüner noch als die Blätter des Mellyrn Baumes im Frühjahr, wenn die Sonne darauf scheint. Langsam schob sich die Elbin hinterm Baume hervor. Ihre Haare schienen ebenfalls grünlich zu sein. Das war im Halbdunkel der sternenklaren Nacht schwer auszumachen. Grün könnten sie sein aber auch Blond. Oder Blond mit einem Grünern Schimmer? Als sie ihren Kopf ein wenig weiter nach vorne schob, fiel das Licht eines Mondstrahls auf ihr Haupt und der Elb konnte die Farbe ihres Haares besser bestimmen. Wie reines Kupfer glänzte es, doch war es von einem leichten Grün umschimmert, wie Grünspan der sich über Kupfer und Bronze legt, wenn dieses eine Weile der Witterung ausgesetzt war.
Andrumenon, der sich nicht satt sehen konnte, glotze sie weiter an. Nun mit offenem Mund.
Ihr Gesicht wirkte zierlich und zerbrechlich, wie kostbarer Marmor dünn geschliffen, lange schwarze Wimpern rahmten ihre Mandelaugen ein. Dazu hatte sie eine kleine Stupsnase und schmale Lippen. Ihr Kinn, was ebenfalls beinahe Kindlich wirkte, war leicht gehoben. Als hätten ihr die Jahre der Einsamkeit und Gefangenschaft den Stolz nicht nehmen können, der den meisten Elben angeboren war, zu recht. Andrumenon war überwältigt von ihrem Anblick. Als er selber merkte wie sehr er sie anstierte, senkte er betroffen den Blick.
~~~ Am Ende dieser Seite sieht man wieder eine Bild, es trägt die Überschrift „Andrumenons erster Blick auf Maaviél, aus Erinnerungen Gemalt, von Andrumenon, Vater der Laubtänzer“ ~~~
Nach einigen Augenblicken der absoluten Stille gewann Andrumenon die Fassung wieder.
„Könnt ihr mich hören?“ sagte der Elb laut dem Blätterwall entgegen, der sich vor ihm auftürmte.
„Ich kann euch hören“ antwortet die Stimme. „Ihr steht wahrhaftig dort vor meinem Gefängnis nicht wahr?“ „Ich dachte zunächst meine Fantasie würde mir einen Streich spielen, als ich euch singen hörte“ sprach die Frauenstimme.
„Es wäre ein übler Streich gewesen, doch zum Glück ist dem nicht so“ antworte er. „Hat euch gefallen was ihr hörtet?“ fügt Andrumenon hinzu.
„Ja, es war sehr schön." "Zu gerne würde ich den sehen, der mir solch süße Reime brachte“ die Stimme klang wehmütig.
„Warum kommt ihr dann nicht heraus, auch ich bin neugierig darauf zu sehen wer eine solch schöne Stimme hat“ antworte er.
„Ich sagte doch, dies hier ist ein Gefängnis und aus einem Gefängnis kann man nicht hinaus, auch wenn man noch so sehr wollte“
„Habt ihr denn nur auf den Klang meiner Stimme geachtet und nicht auf die Worte?“ sprach die Stimme.
„Doch, doch, ich habe jedes Wort gehört“ antwortet Andrumenon hastig.
„Aber ich verstehe nicht recht“ Wenn dies euer Hain ist, wie konnte man euch hier festsetzten?“ „Wie euch verfluchen?“
„Ich wurde einstmals getäuscht und überlistet“ Antwortete sie.
„Ein Gift lähmte meinen Leib, ich weiß nicht wie lange er gelähmt war, doch als ich erwachte, war alles so, wie ihr es nun seht.“ „Das liegt sehr lange zurück“ der Schmerz in der Stimme war derart ausgeprägt das Andrumenon dachte er könne danach greifen.
„Euer Name ist Maaviél?“ fragte der Elb
„Ja, diesen Namen gab man mir.“ „Maaviél von den Nandor, Wächterin des Lindengrundes“ bekam er als Antwort.
„Und ihr seid Andrumenon, so sagtet ihr?“
„Ja, das ist mein Name, Andrumenon von den Tawarwaith, den Waldelben." "Ich gehöre zum Hause von Thranduil, Herr des großen Grünwaldes“
„Tarwarwaith?“ wiederholte die Stimme ungläubig
„Von denen habe ich nie gehört.“ „Gehört ihr zu jenen die über das Gebirge gingen?“
„Und wo ist mein Volk jetzt?“ „Sagt es mir, bitte!“ die Stimme klang nun verzweifelt.
„Dies ist eine lange Geschichte, ich will sie euch in allen Einzelheiten erzählen.“ „Denn viel habt ihr durch euere Gefangenschaft versäumt“ entgegnete Andrumenon.
So setzte er sich auf den weichen Waldboden und begann zu erzählen. Er sprach von dem Teil, den Maaviél selbst kennen musste wenn sie tatsächlich eine Nandor war.
Er berichtet wie sich aus den Telerie die Geschlechter der Nandor und Sindar bildeten. Wie die Nandor sich unter Lenwe nach Süden, weg vom Nebelgebirge, wandten und dort ihre Reiche Lorien und das Waldlandreich gründeten.
Aber Andrumenon erzählte auch den Teil der Geschichte den sie vielleicht nicht mehr hatte mitbekommen können.
Wie sich die Nandor mit Sindar und den Laiquendi aus Ossiriand im laufe der Zeit vermischten und so das Geschlecht der Tarwarwaith entstand, von dem er selbst abstammte.
Er sprach und sprach, kein Detail lies er aus. Alles was er wusste, berichtete er in aller Ausführlichkeit. Als er schließlich endete warf er einen Blick zu Himmel und musste feststellen dass es bald dämmern würde, das dachte er jedenfalls. Hier unterm Laubdach des Hains sah man nur einen kleinen Ausschnitt des nächtlichen Himmels. Es war sehr kühl in diesem Augeblick, die Stunde vor den ersten Sonnenstrahlen war oftmals die kälteste. Kalt wurde es auch um Maaviél´s Herz, da sie nun erkannte das sie für Zeitalter verschollen war...
Während seiner ausführlichen Erzählung sagte sie kein Wort. Und nun, da er fertig war, war die einzige Reaktion die er bekam, ein leises Schluchzen.
Andrumenon schwieg, noch immer saß er auf dem Boden, die Arme um die Knie geschlungen, den Blick vor Mitgefühl gesenkt.
Schrecklich musste es sein, wenn man nach so langer Zeit der Einsamkeit nun endlich wieder auf ein Lebewesen traf und dieses einem nichts brachte außer schlechten Nachrichten. Aber er war nicht hergekommen um Trübsal zu blasen!
Er war hergekommen um einzigartige Schönheit zu sehen! Und jetzt da Andrumenon wusste dass es sich um eine Elbe handelte wollte er sie nicht nur sehen, der Elb wollte sie auch berühren, riechen und fühlen.
Die Leidenschaft war in ihm entflammt! Wie niemals zuvor in seinem Leben begehrte Andrumenon etwas so sehr. Und das obwohl er nichts von ihr wusste außer ihren Namen und einen kleinen Teil ihrer Geschichte. Verrückt, dachte der Elb.
Und dennoch, er musste etwas unternehmen. Grimmig blickte er auf den Wall vor sich. Er sah nicht aus als ließe er sich einfach einreißen. Er hatte sowieso kein Werkzeug dabei, mit Ausnahme seiner Hände. Schnell also verwarf er den Gedanken wieder.
Abbrennen würde vielleicht gehen. Aber ein Feuer wäre kaum zu kontrollieren. Und selbst wenn Maaviél nach dem Feuer nicht erstickt oder selbst verbannt war, würde sie es ihm wohl nie verzeihen wenn er ihren Hain abfackelte.
Der Elb legte die Stirn in Falten und grübelte weiter.
So sehr war Andrumenon ins Nachdenken vertieft, das er gar nicht merkte das dass Schluchzen und Wimmern verstummt war.
Erst als ein zaghaftes „Seid ihr noch da?“ hinter der Blattmauer hervordrang wurde er aus seinen Gedanken gerissen.
„Ja, seid beruhigt.“ „Ich bin noch hier, ich schweige nur weil ich darüber grübele wie ich euch aus eurem Gefängnis befreien kann.“
„Die Mauer kann nur mit dem Mitteln eingerissen werden, mit denen sie auch erschaffen wurde.“ „Mit Magie“ sagte Maaviéls Stimme. „Seid ihr der Magie mächtig?“ „Ihr müsst es sein, wie sonst hättet ihr mich finden können?“ Ein wenig Hoffnung schwang in ihrer Stimme mit.
„Ich habe es selbst versucht….aber mir scheint es, als könne die Mauer nur von außen durchdrungen werden und nicht von innen.“ „So wie sich die Tür einer Zelle auch nur von außen aufschließen lässt und nicht von innen.“
Der Elb lächelte grimmig. Ja er hatte sich an der Magie versucht, doch war er ein Dilettant. Der einzige Zauber, den er jemals gemeistert hatte, erschuf einen Windhauch. Ein Windhauch der grade einmal genügte das Licht einer Kerze verlöschen zu lassen. Und dies auch nur wenn Andrumenon recht nahe an der Kerzenflamme dran war.
„Ja und nein“ entgegnete er. „Damit will ich sagen das ich schon Magie gewirkt habe, doch nichts was so stark ist wie dieser Blätterwall.“ Der Elb blickte wieder zum Wall und krallte seine Hände vor Wut und Ohnmacht dabei ins Erdreich.
„Vielleicht genügt ja schon ein wenig Magie!“ „Versucht es bitte, versucht es um meinetwillen, ich flehe euch an!“ sagte sie.
Er dachte einen Moment darüber nach. Er hatte nichts zu verlieren. Warum also nicht einen Versuch wagen?
Das war das mindeste was er tun konnte und er hatte geschworen alles zu tun um Maaviél zu befreien.
„Ich will einen Versuch wagen.“ Sagte er. „Ich danke euch“ kam es zurück.
Andrumenon stand auf und schritt dicht zur Blätterwall hin. Er schluckte, denn er war nicht sonderlich geübt in diesen Dingen.
Schließlich gelang es ihm ein wenig Konzentration aufzubauen. Er schloss die Augen, atmete gleichmäßig und tief in den Bauch. Dann streckte er eine Hand aus und legte sie Flach auf den Blätterwall.
Das Laub raschelte unter seiner Berührung, so als wäre sie den Blättern unangenehm. Einige Zweige stürzten aus den höheren Segmenten der Blätterwand und rieselten auf ihn nieder. Doch er ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.
Wind hatte eingesetzt und wirbelte sein Haar umher. Die Kälte die er mitbrachte spürte der Elb nicht. Leise flüsterte er wieder und wieder: „Golas danna - Golf breitha“ ~~~ „Laub Falle, Zweig berste“. Wie eine Litanei wiederholte er die Worte wieder und wieder. Dann geschah etwas…
Vor seinem geistigen Auge sah er plötzlich die Wand aus Zweigen und Blättern vor sich. Doch nicht so wie normale Augen sie sehen.
Ein Netz aus ineinander geschlungen Lichtfäden sah er, so als würde man die Strahlen der Sonne einfangen und ein Tuch daraus weben. Dicht war das Netz aus Licht und es blendet ihn. Druanel griff mit spitzen Fingern nach einem der Fäden, mit den Nägeln seines Daumens und Zeigefingers bekam er schließlich einen Faden zu packen. Die Augen immer noch fest verschlossen und die Worte aufsagend zerrte er daran. Nichts geschah, er zerrte fester daran, wieder und wieder, wilder und wilder.
Dann passierte etwas. Der Elb vernahm ein rascheln über sich, erst leise, dann lauter und schließlich war es ein wildes Getöse. Erschrocken riss er die Augen auf, die Konzentration war dahin, das Tuch aus Licht verschwunden.
Doch nicht vergeblich waren seine Mühen, denn der Elb sah das Gebilde aus Laub, Zweigen, Halmen und Stöckchen über sich einstürzen.
Grade noch rechtzeitig machte Andrumenon einen Satz nach hinten um nicht unter einem Berg aus Laub begraben zu werden.
Keuchend ging der Elb in die Knie. Erst jetzt, nach dem ersten Schreck, merkte er dass ihn der Zauber viel Kraft gekostet hatte. Mit Händen und Knien auf der kühlen Erde verharrte er einige Momente schwer atmend am Boden.
Als er wieder ein wenig Kraft geschöpft hatte blickte er auf. Neugier brannte ihn ihm, begierig war er darauf die zu sehen, die er gerettet hatte.
Dort wo der Blick zuvor durch die Blätterwand abgeschirmt war, sah Andrumenon nun einen Findling und um diesen herum einen kleinen Kreis aus flachen, weißen Steinen. So wie man sie an den Küsten mancher Meere finden mag.
Von einer Elbe jedoch war nichts zu sehen. Es sah aus als wäre niemals jemand dort gewesen.
„Maaviél?“ „Maaviél, ihr seid errettet“ presste er mühselig hervor, denn noch immer war er schwach, kaum in der der Lage zu sprechen. Mit Blicken suchte er das kleine Areal hektisch ab. Dann blieben seine Augen an etwas haften. Es traf ihn wie einen Schlag.
Hinter dem Steinkreis standen weitere Linden und Zedern. Hinter eine dieser Linden lugten ihn zwei Augen neugierig an.
Von sattem Grün waren sie, grüner noch als die Blätter des Mellyrn Baumes im Frühjahr, wenn die Sonne darauf scheint. Langsam schob sich die Elbin hinterm Baume hervor. Ihre Haare schienen ebenfalls grünlich zu sein. Das war im Halbdunkel der sternenklaren Nacht schwer auszumachen. Grün könnten sie sein aber auch Blond. Oder Blond mit einem Grünern Schimmer? Als sie ihren Kopf ein wenig weiter nach vorne schob, fiel das Licht eines Mondstrahls auf ihr Haupt und der Elb konnte die Farbe ihres Haares besser bestimmen. Wie reines Kupfer glänzte es, doch war es von einem leichten Grün umschimmert, wie Grünspan der sich über Kupfer und Bronze legt, wenn dieses eine Weile der Witterung ausgesetzt war.
Andrumenon, der sich nicht satt sehen konnte, glotze sie weiter an. Nun mit offenem Mund.
Ihr Gesicht wirkte zierlich und zerbrechlich, wie kostbarer Marmor dünn geschliffen, lange schwarze Wimpern rahmten ihre Mandelaugen ein. Dazu hatte sie eine kleine Stupsnase und schmale Lippen. Ihr Kinn, was ebenfalls beinahe Kindlich wirkte, war leicht gehoben. Als hätten ihr die Jahre der Einsamkeit und Gefangenschaft den Stolz nicht nehmen können, der den meisten Elben angeboren war, zu recht. Andrumenon war überwältigt von ihrem Anblick. Als er selber merkte wie sehr er sie anstierte, senkte er betroffen den Blick.
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