~ 29. Narwain, im Jahre 3002 des Dritten Zeitalters nach der Zeitrechnung der Elben ~
Ein grauer Esel mühte sich den steilen Weg hinauf zur Zuflucht des Hauses Celebriaen. Das Tier zog einen kleinen Karren hinter sich her, welcher mit einer grauen Plane abgedeckt war. Daneben ging eine in eine unauffällig graue Robe gehüllte schlanke Gestalt.
Es wurde später Abend, als die beiden Wanderer vor den Toren der Zuflucht ankamen. Statt einer Lampe hielt die Person einen elegant gewundenen Stab vor sich in die Nacht, welcher den Weg dank eines hell glimmenden Kristalls an seiner Spitze etwas erleuchtete. Als einer der Wächter der Hallen in das Licht des Stabes trat, enthüllte durch zurückwerfen der Kapuze die Gestalt ihre sanften Elbenzüge.
Meliamne, Tochter des Urian aus dem Hause Gildin, wurde daraufhin von den Anwesenden begrüßt und auch sie schien froh, endlich der kalten Welt dort draußen den Rücken kehren zu können und sich in den heimeligen Hallen der Zuflucht von der Reise auszuruhen.
"Bitte lasst Aerendir und Tarjariel ein Wort über meine Ankunft zukommen. Ich möchte mit ihnen sprechen, sobald es ihre Zeit zulässt. Und auch meinem Bruder Falthir, denn seine Stimme wird hier auch Gewicht besitzen. Sie werden mich in der großen Bibliothek finden."
Während ein Wächter sich auf die Suche nach den Herren und der Dame macht, ließ Meliamne den Esel von seiner Bürde entbinden und brachte ihn im Stall unter. Ihrem Wegbegleiter sollte es an nichts fehlen und man hörte sie noch eine Weile mit dem Esel sprechen, als wäre es ein denkendes Wesen. Als Antwort vernahm man wohl nur ein zufriedenes Schnauben, als sich das Tier über das frische Gras hermachte.
Wenig später ließ Meliamne ihren grauen Elbenumhang in ihren Gemächern zurück und begab sich in die Bibliothek der Zuflucht. Eine weite Robe in tiefstem Nachtblau kleidete nun ihre schlanke Gestalt. In völliger Ruhe lag der Raum vor ihr. Man bemerkte den Geruch alten Leders und Pergaments. Obwohl manch eine Kerze vor kurzem noch gebrannt haben mochte, war die große Bibliothek nun doch dunkel und vereinsamt.
Als erstes hob die Waldelbe ihre beiden weißen Hände in die Luft vor sich. Sie empfand schnell das berauschende Gefühl als die Magie durch ihren sich öffnenden Geist flog. In Gedanken formte sie ein Bild für sich, mit Händen zeichnete sie in einer sanften Geste ihren Gedanken nach und ließ mit umherwanderndem Blick keine Kerze unberührt.
... Nach und nach entzündeten sich die erloschenen Dochte wie von Geisterhand und das aufkeimende warme Licht tauchte die vereinsamte Bibliothek wieder in schattige, doch lebhafte Farben. Farben, aus denen die Legenden gemacht waren. ...
Dies dauerte nur wenige Atemzüge, daraufhin eilte die Zauberin voller Vorfreude hinaus in die Nacht zu einem abgestellten Karren und schlug die schwere Plane zurück. Sie entlud die Last mit der Hilfe zweier Wächter und brachte alles in die Bibliothek.
"Willkommen zu Hause, werte Freunde. Mögt ihr die Geister noch vieler junger Elben beflügeln und ihnen lehrreich sein."
Kein Wort Ungeschrieben
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Kein Wort Ungeschrieben
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Meliamne Gildin, elbische Kundige (Celebriaen Elanesse)
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Maethilrian Sternenklinge, elbische Waffenmeisterin (Thela estel i Celebrian)
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Re: Kein Wort Ungeschrieben
Der Wächter überrachte die Nachricht an die Herrin wie ihm aufgetragen wurde und da Tarjariel gerade der Sinn nach einer Wanderung durch den Garten und die Hallen stand, begab sie sich auch ohne Umwege zunächst direkt zur Großen Bibliothek. Wenige Augenblicke später bereits stand sie zusammen mit Aerendir, den sie auf den Weg durch die Halle der Versammlung getroffen hatte, in den Räumlichkeiten der Bibliothek. Ein sanftes Glühen der Kerzen wies ihnen den Weg zu der schlanken Gestalt, die sie als Meliamne erkannten. Leise, doch klar waren die Worte der Begrüßung, die sie an Meliamne richteten: "Mae govannen, Meliamne. Gîl síla na lû govaded. Man matach, meldis?"
Aerendir ech vae vaegannen matha, aith heleg nín i orch gostatha; Nin cíniel na nguruthos. Hon ess nín istatha: Beriadan
- Meliamne
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Re: Kein Wort Ungeschrieben
Die Zauberin legte den eben gehaltenen schweren Folianten auf einen Tisch ab und begegnete den beiden Hohen des Hauses. Sie verneigte sich respektvoll vor Aerendir und Tarjariel, wobei sie die rechte Hand auf ihre Brust legte zur Begrüßung.
"Ai. Ni meren an ngovaded vîn a le hannon o gûr nîn."
Daraufhin begegneten die vor Freude und auch Tatendurst strahlenden blauen Augen der Waldelbe den beiden.
"Sicherlich fragt Ihr Euch, was ich zu dieser späten Stunde hier treibe. Ich will es Euch sagen, nín gwathel a nín gwador."
Erneut kehrte Meliamne zum Tisch zurück und nahm ein kleineres Buch in ihre schlanken Hände, um es den beiden zu präsentieren. Mit einem sanften Lächeln unterstreicht die Elbe mit ihrer Fingerspitze den ins Leder gebrannte Titel des Buchs: "Die Legenden des Sirien und andere Märchen Gondors".
"Auf meinen Reisen begegnete ich vielen solcher Schätze und konnte einige vor dem Vergessen und Verfall bewahren. Ich möchte damit unsere Halle der Erinnerung bestücken. Vielleicht finden dann wieder mehr unserer Brüder und Schwestern hierher. Und auch der ein oder andere, welcher die Kunst des Wortes lernen möchte. Ich hoffe, ich habe Eure Erlaubnis dazu..."
"Ai. Ni meren an ngovaded vîn a le hannon o gûr nîn."
Daraufhin begegneten die vor Freude und auch Tatendurst strahlenden blauen Augen der Waldelbe den beiden.
"Sicherlich fragt Ihr Euch, was ich zu dieser späten Stunde hier treibe. Ich will es Euch sagen, nín gwathel a nín gwador."
Erneut kehrte Meliamne zum Tisch zurück und nahm ein kleineres Buch in ihre schlanken Hände, um es den beiden zu präsentieren. Mit einem sanften Lächeln unterstreicht die Elbe mit ihrer Fingerspitze den ins Leder gebrannte Titel des Buchs: "Die Legenden des Sirien und andere Märchen Gondors".
"Auf meinen Reisen begegnete ich vielen solcher Schätze und konnte einige vor dem Vergessen und Verfall bewahren. Ich möchte damit unsere Halle der Erinnerung bestücken. Vielleicht finden dann wieder mehr unserer Brüder und Schwestern hierher. Und auch der ein oder andere, welcher die Kunst des Wortes lernen möchte. Ich hoffe, ich habe Eure Erlaubnis dazu..."
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Re: Kein Wort Ungeschrieben
Die beiden musterten die Bücher, Schriftrollen und zuletzt Meliamne mit einem schnellen, doch tiefgründigen Blick und nickten sich dann lächelnd zu. Tarjariel wendete sich darauf als erste an die Kundige, die so viel Kraft und Mühe in die Erhaltung des Wissens vor der Vernichtung und des Vergessens aufwandte: "Unsere Erlaubnis habt ihr, so viel ist sicher, Meliamne, und aufgrund eures Strebens will ich euch den Titel eines Chronisten -pethron- unseres Hauses verleihen, der euch als den Hüter des Wissens gegenüber allen auszeichnet. Ich hoffe es werden sich viele wissbegierige Gäste in der Bibliothek einfinden, denen ihr das Wissen um alte und fast vergessene Schätze wiederbringen könnt." Aerendir wartete noch einen Augenblick nachdem Tarjariel gesprochen hatte und fügte dann hinzu: "Viel Arbeit liegt vor euch, pethron Meliame, möge sie Licht in so manches Dunkel bringen, das über der Vergangenheit, Gegenwart und auch Zukunft liegt." Aufmerksam betrachteten sie erneut die vielen Schriftrollen und Bücher, die zu ordnen und katalogisieren waren...
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