Die Chroniken von Daerost

Eine Menge Schriftrollen seht ihr vor Euch auf dem Tisch liegen. Zögernd greift ihr Euch eine und beginnt zu lesen und zu verstehen.
Benutzeravatar
Isildirion
Gwador/Gwathel
Gwador/Gwathel
Beiträge: 12
Registriert: Di 5. Mai 2015, 18:48
Nachname: Silberwind
Berufszweig: Historiker(in)
Klasse: Wächter(in)
Wissenstufe: 75
Sippe: n/a

Re: Die Chroniken von Daerost

Beitrag von Isildirion »

Ein Licht in der Dunkelheit

Mit der Fackel den Weg vor sich ausleuchtend, lief Isildirion wieder zu der Türe, von der er nun glaubte, dass sie geöffnet war. Erleichtert seufzend, stellte er fest, dass seine Vermutung sich bestätigt hatte, denn die Flügel des Doppeltores lagen weit an die Wände gelehnt und enthüllten den Zugang zu dem dahinter liegenden Raum.

Vorsichtig begutachtete er zunächst die Türe und dann das Innere der Kammer. Dunkel war sie und stickig, denn sie schien schon seit vielen Jahrhunderten verschlossen gewesen zu sein. Sein Schwert griffbereit mit der rechten Hand am Knauf haltend, schwenkte er das Fackelholz ein wenig, um sich einen besseren Überblick zu verschaffen. Die schwarzen, glatt behauenen Wände waren mit Runen überzogen, viele in einer Sprache, die selbst Isildirion nicht entziffern konnte. Tiefe Furchen, wie von Krallen einer mächtigen Kreatur, rissen teils durch die Schriftzeichen, machten sie unleserlich oder veränderten gar ihren Wortlaut durch die hinzugekommenen Gravuren. Die Mitte der Kammer wurde ausgefüllt von einem vierfüßigen Podest, in gold-roter Bronze gegossen, geziert von zwei Schwingen und einer nach oben geöffneten Hand, welche ein Fragment eines hell funkelnden Edelsteins barg, der in sattem grün erstrahlte.

"Wir haben ihn gefunden, mein Freund. Dort, das ist der Edelstein, der damals nach Daerost gelangte. Oder es ist zumindest ein Teil davon."

Sich zu allen Seiten umschauend, schritt Isildirion weiter in den Raum hinein, die Ecken nach dem absuchend, vor dem an der Türe noch gewarnt wurde. Doch beherbergte die Kammer schon lange keinen Wächter mehr. Behutsam entfernte er den Edelstein aus seiner Umklammerung und hielt ihn gegen das Licht der Fackel. Im Innern sah er dünne Fäden, wie sie sich scheinbar auf einer gallertartigen Flüssigkeit bewegten, aneinander stießen und sich wieder voneinander lösten.

"Seht her, das ist, was durch die Zerstörung des Smaragdes angerichtet wurde. Die Fäden, die Ihr hier erkennt, das sind die Lebenslinien, die durch den Wald strömen, doch die Trennung derer hatte das zur Folge, was Ihr nun hier seht, abgestorbenes Gehölz und versiegtes Wasser. Die Enden suchen nach dem Gegenstück, finden es doch nicht, da es ihnen beraubt wurde. Wir müssen die anderen vier Teile finden und sie wieder zusammenfügen, erst dann werden der Wald geheilt und die Geister milde gestimmt sein. Bisher hatten wir Glück, aber ich kann nicht behaupten, dass ich wüsste, wo sich die anderen Fragmente befinden. Vielleicht in Daerost selbst, vielleicht aber auch ganz woanders. Das wird uns nur die Zeit sagen können. Aber lasst uns jetzt erst einmal einen Ausgang aus diesen Hallen hier finden und sehen, dass wir nach Grindolan hinein gelangen. Die Stadt besaß einst eine Bibliothek mit vielen Büchern, es würde mich wundern, wenn wir dort keinen Anhaltspunkt auf den Verbleib der anderen Steine entdeckten."

Das Fragment sachte in ein kleines Tuch einwickelnd, öffnete er sogleich eine seiner Gürteltaschen und ließ es in dieser verschwinden. Danach schaute er sich erneut in der Kammer um, denn sie hatten bisher nur den einen Eingang gefunden, doch der Ausgang nach Grindolan selbst, war den Gefährten noch verborgen. Die Wände absuchend, fand er schließlich einen kleinen Durchlass, aber noch so groß, dass ein Mann problemlos hindurchklettern konnte. So folgte er dem Gang, immer darauf hoffend, dort wieder auszukommen, wo er hin gelangen wollte.
gez. Isildirion Silberwind
Chronist im 1. Zirkel der Faën´Dra´Lar
-------------------------------
Facebook-Profil: Link
Google+-Profil: Link
Antworten