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 Betreff des Beitrags: Re: Lande im Zwielicht
BeitragVerfasst: Mi 30. Jul 2014, 22:26 
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Neue Pfade
(Einsame Lande)

Es war beinahe eine unwirkliche Situation, als sie erneut die Feste Guruth verließen und sich auf dem Weg nach Westen gemacht hatten. Immer wieder war man darauf bedacht, nicht entdeckt zu werden, auch wenn die Augen fremder Reisender gewiss keine Gefahr bedeuten würden, wüsste man genau, dass sie nicht zum Feind gehören würden. Doch das wusste man nicht, also blieb man wachsam. Ihr Weg nach Westen war aber ebenso einsam wie das Land, welches sie bereisten und es unterschied sich von den östlichen Pfaden nur darin, dass es hügeliger wurde.

Wenige Tage später sollten sie den Amon Sûl südlich auf dem Weg passieren. Noch immer hatten sie keine Menschenseele oder gar andere Völker gesehen. Bald würden die Wasservorräte aufgebraucht sein, aber noch hatten sie ein kleines Stück weit zu reisen. Cuildis erinnerte sich an die Beschreibung der Ruinen, die sie als Anhaltspunkt am Wegesrand beachten sollten. Es war der Ort, der am ehesten dazu geeignet war, ungesehen zum Rand der Moore zu gelangen.

Ungesehen. Da war es wieder dieses Wort. Cuildis konnte nicht verstehen, warum es Torendir nicht kümmerte, ob sie von den Menschen gesehen wurde oder nicht. Dann war ihr Blick auf Aelwyna gefallen und sie musste sich eingestehen, dass sie es war, die zu wenig von den anderen wusste. An manchen Tagen hatte sie vergessen, dass sie keine von ihnen war. Eine Menschenfrau aus Gondor inmitten von Elben. Es war selbstverständlich geworden und doch etwas Besonderes, gerade für sie, die beinahe nur mit Elben und ganz selten mit Zwergen zu tun gehabt hatte. Die anderen wussten von Reisen zu berichten, sogar ins Auenland, von dem sie nur durch einen einzelnen Halbling gehört hatte, der einst nach Imladris gereist war. Sie sagte sich, dass sie ihre eigene Aufgabe hatte. Vielleicht stimmte dies auch, aber diese konnte sie sicher genauso gut auf neuen Pfaden erfüllen.

Sie hatte von dem Elben erzählt, der ein Freund ihres Vaters gewesen war. Er hätte seine Aufgabe erfüllt so wie auch sie ihre Aufgabe erfüllen würde. Sie sollte seinen Pfaden folgen, aber gemeint war die Jagd, die Jagd nach den Schatten, die ihre Lande bedrohten, so wie sie es ihr Leben lang getan hatte. Sie wusste nicht warum, aber sie hatte das Gefühl, dass ihr Vater etwas ganz bestimmtes meinte. Seit sie in Laenan war, um in die leere Kammer zu blicken, wo selbst das hellste Licht nicht willkommen gewesen war, verstand sie immer mehr die Bedeutung ihres Weges. Es war eine Prüfung ihres Willens. Eine Prüfung ihrer Bereitschaft, Neues zu erlernen. Berenfareth, Lugaidh, Mornalphor, Lotiel, Vahayarane, Sallasdel, Gildinfael, Torendir, Aelwyna, Ansilvund und die anderen hätte sie niemals begleitet, wenn sie Candelleth nicht ausgesandt hätte. Auch wenn sie ihr die Wahl gelassen hatte, wusste sie nun, dass ihre Herrin sie unterschwellig angetrieben hatte.

Sie hielten ihre Pferde an, denn das was sie hörten sagte ihnen, dass sie ihr Ziel erreicht hatten. Klares Wasser kam aus den Quellen in den Bergen herab. Nach und nach stürzte es ins Tal, wo es dann bald in das große Mückenwassermoor fließen würde. Südlich des reißenden Flusses würden sie ihr Lager aufschlagen und die Wege in den Norden auskundschaften. Bald schon sah man Lugaidh und Mornalphor nach Osten ziehen, denn ins Mückenwassermoor wollten sie ungern reisen. Die Hoffnung zerschlug sich, als sie beide mit schlechten Neuigkeiten zurückkehrten. Die Wege waren versperrt. Bilwisse und Orks lagerten dort, wo es Möglichkeiten gab, den Fluss zu überqueren. So blieb ihnen nur der Weg durch das Mückenwassermoor offen. Jetzt mussten sie nur noch auf Gildinfael warten, die noch nicht zurückgekehrt war.

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 Betreff des Beitrags: Re: Lande im Zwielicht
BeitragVerfasst: Di 5. Aug 2014, 21:13 
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Eine neue Generation erwacht
(Angmar, Thyrn Luigh)

Die Stunden der Reise waren ihr endlos vorgekommen. Kein Wort wurde gesprochen, denn jeder von ihnen kannte den Weg. Als sie endlich angekommen waren, war es an Lorné gewesen, ihr einen Platz zuzuweisen. Sie würde das Lager nicht verlassen können, dafür sollten die Wachen sorgen. Auffälligkeiten würden sofort berichtet werden. Sie war eine Aussätzige obwohl sie eher unter Freunden war. Jeder von ihnen wusste was geschehen war. Das Urteil des Rates war ebenso bekannt. Es gab nur wenige, die dieses Urteil als zu milde empfanden. Die meisten besannen sich darauf, dass Dechan immer eine Idee verfolgte, die ihnen Brücken ließ.

So war es auch vor mehr als einem Jahr gewesen, als Hafras ohne seinen Freund Thorghlan zurückgekehrt war. Angeblich soll er in eine Schlucht gestürzt sein, bei dem Versuch, den Schergen des Feindes zu entkommen. Sie glaubte der Darstellung nicht, aber sie konnte nichts beweisen, selbst als sie diese Schriftrolle in den Händen gehalten hatte, von der sie ahnte, dass an ihr Blut haftete... oder Schlimmeres. Unter dem Druck der anderen durfte Hafras nur noch im Beisein von Koltagh, dem Sohn von Dechan und ersten Krieger des Klans auf die Jagd gehen. Das anfängliche Misstrauen beider wurde zu einem gegenseitigen Dulden, als Tornas sich zwischen sie gestellt hatte. Der Junge wusste sie zu einen, wo es sonst nichts Gemeinsames gab. Bald hatte Dechan das Urteil aufheben müssen, als keine Beweise für eine Schuld von Hafras gefunden werden konnten, denn Eruna hatte geschwiegen. Als es keinen weiteren Anlass von Misstrauen mehr gab, war die Zeit für die Träume gekommen, die diese drei ungleichen Gefährten in den Tod getrieben hatten. War dies vielleicht die Buße für dies alles? War sie schon in der Umklammerung dieser bösen Macht gewesen?

Diese Nacht verlief wie damals schon unruhig für sie. Immer wieder war sie aufgewacht mit pochendem Herzen. Einmal glaubte sie fast, eine Gestalt gesehen zu haben. Doch es war nur die Zeltplane gewesen, die sich im Wind bewegt hatte. Es wäre nun so einfach, dem ganzen ein Ende zu bereiten, indem sie sich einfach aus dem Zelt begab und über die Begrenzung stieg. Den Sturz würde sie nicht überleben... aber die Krähe würde wenigstens ein einziges Mal fliegen.

Langsam hatte sie sich erhoben. Die Schritte fielen ihr schwer. Als sie am Ausgang des Zeltes war, bemerkte sie die seltsam verschleierte Umgebung, als würde sie sich in einem Nebel befinden. Schlaftrunken wollte sie sich die Augen reiben, doch spürte sie nichts. Sie spürte absolut gar nichts in diesem Moment. Kein Gefühl, kein Laut. Selbst der Wind den sie sehen konnte... er schwieg, als würde sie alles... von innen heraus beobachten durch eine milchige Glaskuppel, die sämtliche Geräusche heraushielt. Ihr Blick ging zur Schatulle am anderen Ende des Zeltes. War dort die Ursache?


Morgen ist auch noch ein Tag, Du bist erschöpft, sprach die Stimme der Vernunft.
Siehe nach, es kann eine Gefahr für andere sein, sprach die Stimme ihres Herzens.

Hin- und hergerissen quälte sie sich durch das Zelt. Es dauerte einige Minuten, denn sie bewegte sich wie in Trance voran. Kaum dass sie die Schatulle erreicht hatte, ließ der Schleier nach. Es wurde dunkel.


"Eruna?"

Mit Schrecken in den Augen wachte sie auf. Ihr Blick ging zu dem Mann vor ihr. Erst erkannte sie ihn nicht, dann sah sie die rotbraunen Haare von Othgall, einem der Krieger, der sie begleitet hatte.

"Was ist geschehen?" Sie merkte, dass sie wieder auf ihrem Lager lag.

"Du hast wohl einen Alptraum gehabt. Immer wieder hast Du Dich gegen etwas gewehrt. Sie war in Sorge..."

Da sah sie eine junge Frau, ein Mädchen sogar noch, die kaum älter sein mochte als vierzehn. Sie kauerte am Boden, den Schrecken in den Augen. Die Haarfarbe konnte sie nicht mehr erkennen, so schmutzig waren sie. Die Augen kannte sie, doch sie wusste sie nicht einzuordnen.

"Sorge Dich nicht Kind. Ich... ich habe nur schlecht geschlafen", wollte Eruna ihr die Angst nehmen.

"Du warst nicht alleine. Ich konnte es spüren", sprach das Kind nahezu flüsternd.

Eruna sah plötzlich, dass sie direkt neben der Schatulle kauerte.


"Halte Dich fern!" rief sie ihre Warnung aus.

"Es ist fort. Hier war es nicht", kam hastig die Erwiderung. Die Pupillen sprangen zur Schatulle, zu Eruna zurück und dann wieder zur Schatulle, als würde sie diese zum ersten Mal erblicken.

"Hier war es nicht", wiederholte sie kaum hörbar mit erstauntem Unterton. Noch ehe Eruna reagieren konnte, hatte sie die Schatulle geöffnet. Ohne die Kette zu berühren, musterten große Augen die silbrige Oberfläche, die filigranen Arbeiten, die leeren Fassungen und den letzten verbliebenen Blutstein.

"Er ist so blass", sprach sie verwundert, als sie den Blutstein bemerkte.
"Sie ist schwach. Du kannst sie berühren, aber lege sie nicht mehr um. Ich glaube sie wird Dir noch nützen aber die anderen sind fern", sprach das Mädchen mit dünner Stimme, die kaum mehr als ein Windhauch wahrgenommen werden konnte.

"Die anderen?" fragte Eruna, aber die Antwort kam ihr sofort in den Sinn, denn sie meinte die fehlenden Blutsteine.
"Die anderen sind fern, ja. Ich werde neue machen müssen nicht wahr?"

Ohne darauf etwas zu erwidern, schloss sie die Schatulle wieder, ehe sie sich erhob und aus dem Zelt schlich.

"Kennst Du sie?" fragte Eruna den Mann, der die ganze Zeit neben ihr gehockt hatte.

"Du hast sie einst in den Armen gehalten, da war sie noch ein Bündel.“

Eruna erinnerte sich nur schwach. Der Name wollte ihr nicht gleich einfallen.
"Almaré? Sie... ist groß geworden"

"Ja. Doch Du hast Dich selbst gesehen nicht wahr?"

"Du meinst, sie wird...“
"...eine Seherin? Ja das ist möglich. Doch nun solltest Du schlafen", vollendete der Mann ihre Frage.

Ihr wurde mit einem Schlag bewusst, wie alt sie war. Egal welches Wesen sie heimgesucht hatte, wenn sie hier nicht sicher war, wo dann? Sie brauchte Antworten. Morgen würde sie die Kette untersuchen. Ob Almaré eine Aufgabe für sie war? Für einen Moment musste sie an ihre Mutter denken, wie sie ihr alles beigebracht hatte, bis sie als sie selbst erst dreiundzwanzig war, an einer Krankheit gestorben war. Kinder hatte sie keine gehabt. Hafras war zwar ein guter Schüler gewesen, doch dieser Weg war ihm nicht bestimmt gewesen.




Wenig später sah man Almaré am Rande des Lagers am Boden sitzen. Sie schaute zu den nicht fernen warmen Quellen. Sie lächelte. Mutter würde stolz auf sie sein, dass sie ihre erste Vision gehabt hatte. Ihr war kalt. Schnell umschlang sie mit den Armen ihre Knie, um sich selbst zu wärmen.

Othgall hingegen schüttelte nur den Kopf. Er verstand von dem ganzen nichts. Er ging zu den anderen Wachen des Lagers, um Bescheid zu sagen, dass alles in Ordnung war, auch wenn er sich dabei nicht ganz sicher war.




An einem fernen Ort wurde eine Feder in ein Tintenfass getaucht, um einen Namen durch einen anderen zu ersetzen. Kurz darauf lag die Schriftrolle wieder unter Staub begraben, als wäre sie seit Jahrzehnten nicht bewegt worden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Lande im Zwielicht
BeitragVerfasst: Mo 8. Sep 2014, 20:41 
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Maethor i Thela Estel
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Ein Fremder am Morgen...
(Einsame Lande, Verlassene Herberge)

Einige Zeit zuvor... (Wochen vor viewtopic.php?p=18799#p18799) - Zusammenfassung


Der Morgen war noch nicht weit fortgeschritten, als Anlafs Herberge in Sicht kam. Daronart kam es jedoch bereits wie eine Ewigkeit vor, dass sie aus der Siedlung aufgebrochen waren, dabei lag die lange Patrouille erst noch vor ihnen. Hatte Taelwig ausgerechnet Tarnogk und ihn zusammen mitnehmen müssen? Das würde eine unerfreuliche Zeit werden. Daronart wurde den Verdacht nicht los, dass ihr handfester und nicht zu überhörender Streit vor ein paar Tagen der Wahl ein wenig nachgeholfen hatte, aber ob sich der Wachtmeister wirklich im Klaren darüber war, wie sich so eine Patrouille in dieser Gesellschaft in die Länge ziehen konnte, war sich Daronart nicht sicher.

Der Wachtmeister glitt aus dem Sattel, als sie die staubige Straße vor die Herberge führte, aufmerksam die Umgebung beobachtend, während er seine Anweisungen gab. Er wandte sich der Herberge zu, und Daronart führte des Wachtmeisters und sein eigenes Pferd zum Stall rüber, wo Tarnogk, der vorausgeritten war, bereits mit seinem eigenen bereits wartete.
Kurz angebunden ließ Daronart die Zügel los und warf dem jüngeren Mann einen düsteren Blick zu: "Du sollst die Pferde versorgen und erstmal hier warten, dauert wohl nicht lange..." Ohne eine weitere Reaktion abzuwarten, trottete er zur Herberge zurück und folgte dem Wachtmeister hinein.
Mit einem genervten Blick, der allerdings nur noch den Rücken des Älteren traf, und einem missmutigen gemurmelten "Na, meinetwegen..." nahm Tarnogk die Zügel der drei Tiere auf und und sah sich nach dem Stallburschen um...

Die Tür knarrte wie jedes Mal, dass sie hier waren. Taelwig wartete einen Moment, bis sich seine Augen an das Halbdunkel gewöhnt hatten, gegen das auch das dauerhaft löcherige Dach wenig half. Dann suchte er seinen Weg hinüber zum Tresen, wo Anlaf sich wie so oft mit Candac unterhielt.
Der Wachtmeister nickte Candac nur kurz zu, während er den Wirt freundlicher begrüßte. Die Begrüßung seitens Candac blieb denn auch ebenso wortlos, beide Männer machten wenig Hehl aus ihrem gegenseitigen Misstrauen, und Candac machte ihm bereitwillig, wenn auch mit einem leicht spöttischen Blick Platz und lehnte sich an seinem üblichen Platz in Tresennähe an die Wand. Die Arme verschränkt beobachtete er den Wachtmeister aufmerksam.
Taelwig verbarg sein Mißfallen hinter einem neutralen Ausdruck für solche Gelegenheiten. Dies war nicht ihre Heimat und in vielen Fällen auch nicht ihr Recht, über andere und deren Lebensgrundlage zu urteilen, daher ließ der Wachtmeister es auf sich beruhen. Fundstücke aus den alten Ruinen des Nördlichen Königreiches zu sammeln und an Sammler verkaufen war besser als Reisenden aufzulauern. Im Norden wären sie jedoch gegen beides vorgegangen. Die Erinnerung an die Tage des alten Königreichs war zu allgegenwärtig, in ihren Überlieferungen, in den steinernen Ruinen lebendig geblieben, um Plünderungen gutheißen oder auch nur hinnehmen zu können.
Anlaf schien nur auf die Gelegenheit gewartet zu haben, und so hielt der Wirt kaum in seinen Ausführungen inne, diesmal jedoch Taelwig mit einbeziehend...
"Gut, dass ihr kommt, das hatte ich ehrlich gesagt gehofft. Wie ich auch Candac bereits sagte.... Ich... hätte da eine Bitte..."

Daronart rieb sich über das eine verbliebene Auge und blinzelte im Halbdunkel hinter der Tür, bevor er langsam den Gastraum betrat. Sich kurz orientierend, blieb er dann bei einer der Frauen stehen, die einen leeren Tisch im Eck abräumten. Einem zufälligen Zuhörer mochte schnell klar geworden sein, dass die beiden sich offenbar schon länger kannten.
"Heyja, Arinora. Du hast nicht zufällig noch ein paar Federn übrig? Du weißt doch, schwarze Federn können wir immer gebrauchen..." Ihre schlagfertige Erwiderung ließ ihn grinsen. "Jo, hinterleg sie uns einfach hier, wir kommen auf dem Rückweg sicher wieder hier vorbei. Oder jemand kommt von der Siedlung. Weißt schon..."
Er nickte breit grinsend auf Arinoras neckende Worte hin: "Du weißt doch, ich bin in festen Händen." Noch immer lachend schüttelte er den Kopf: "Das werde ich ihr sicher nicht sagen.... ich mag meinen Kopf behalten!" Er wandte sich immer noch grinsend ab, als Arinora ihn ebenfalls lachend einen Feigling nannte.

Ein weiterer Gast betrat derweil den Schankraum von den Gästezimmern im Keller her, streckte sich wie nach einer ungemütlichen oder auch zu kurzen, störungsreichen Nacht und trat dann zu Anlaf, wo Taelwig noch mit ernster Miene den Schilderungen des Wirtes lauschte. Der Neuankömmling wartete ab, bis Anlaf seine Ausführungen beendet haben mochte. Ein Mann von etwa dreizig Sommern, das Gesicht vielleicht etwas unrasiert. Eventuell war dies aber auch nur der erste Eindruck im dämmrigen Licht.
Der Wachtmeister warf kurz einen Blick zur Seite, als der Unbekannte herantrat, eine kurze wohl reflexartige Geste, wie um eine potentielle Bedrohung auszuschließen. Nach einer kurzen Musterung kehrte seine Aufmerksamkeit jedoch wieder zu Anlaf zurück.
Als klar wurde, dass Anlaf noch länger beschäftigt sein würde, wandte sich der Mann ab und setzte sich an einen freien Tisch, winkte die Bedienung heran. Taelwigs Blick folgte ihm kurz, doch war er offenbar noch in Gedanken bei den Worten des Wirtes.

Daronart verabschiedete sich von Arinora und trat zu Taelwig an den Tresen, blieb jedoch mit respektvollem Abstand... oder so was ähnlichem etwas hinten ihm stehen.
"Candac, Anlaf..." , leise grüßte er beide Männer bei dem Wachtmeister, wobei auch an der Reaktion dieser beiden deutlich wurde, dass sie sich kannten.
Taelwig nahm Daronarts Ankunft stumm zur Kenntnis, bei den letzten Worten des Wirtes nur leise seufzend, als hätten sie ein bereits öfter angesprochenes Thema berührt. Er nickte. "Wir tun, was wir können. Vielleicht finden wir eine Spur." Er hob abwehrend die Hand auf die freudigen Wortes des Wirtes. "Erwartet nicht zuviel, Anlaf. Die Informationen sind es dürftig. Die Suche wird dadurch nicht einfacher."
Taelwig drehte sich zu Daronart um: "Bring' uns was zu trinken mit... Wasser!" Das letzte rasch hinzugefügte Wort schien allerdings fast mehr als Anweisung an Anlaf gerichtet zu sein. Daronart grummelte leise, während der Wirt einen eher amüsierten Kommentar einwarf: "Jaja, ich weiß... keine Sorge... ja, Wasser..."
Daronarts Gemosere keine weitere Beachtung schenkend sah sich der Wachtmeister im Raum um, bis er einen leeren Tisch ausgemacht hatte.

Der andere Gast hatte währenddessen bereits einen freien Platz gefunden unweit des Tresens. Er rückte den wackeligen Stuhl etwas näher an den Tisch, schob das schmutzige Geschirr zur Seite, der einen Frau am Tisch zuzwinkernd. Kurz sprach er leise mit anderen an seinem Tisch, wobei das Gesagte im morgentlichen Stimmengewirr unterging. Seine Aufmerksamkeit ruhte jedoch nur scheinbar auf dem Tisch. Tatsächlich galt sie eher den anwesenden Leuten im Gastraum, auch wenn dies nur einem kundigen Beobachter aufgefallen wäre. Neben anderen Gästen vor allem die beiden Fremden bei Anlaf musternd, schien der Mann mit sich zu hadern, nur gelegentlich die Bedienung an seine Bestellung erinnernd.

Taelwig stellte sein Gepäck ab und setzte sich nach einem kurzen Blick zu den Gästen in der umittelbaren Nähe ihres Tisches. Offenbar für den Augenblick zufrieden, wartete er auf Daronart, der noch am Tresen stand und mit missmutigem Blick die Krüge des grinsenden Wirtes entgegennahm. Der jüngere Mann stellte mit einem Seufzen die empfangenen Krüge vor sich auf die Tischplatte und schob einen dem Älteren rüber: "Soll ich Tarnogk reinrufen?" Daronarts Tonfall ließ auf kein großes Interesse seinerseits schließen. "Tu' das!" Taelwig nickte kurz auf die Frage.
Der Wachtmeister sah Daronart nachdenklich nach, als dieser zum Eingang ging, griff dann nach seinem Krug und blickte sich erneut im Raum um, musterte den einen Gast, der mit der Bedienung sprach und danach wieder zu seinem Platz zurückkehrte. Er überlegte, ob er ihm vor diesem Tag schon einmal begegnet war, als dieser den Blick erwiderte und ihn mit einem kurzen Nicken grüßte. Doch wollte ihm eine entsprechende Gelegentheit einfallen.

Daronart öffnete währenddessen die Eingangstür, streckte den Kopf raus und brüllte einen Namen quer über die Straße vor der Herberge, winkt ungeduldig jemandem draußen, bevor er die Tür wieder ins Schloss fallen ließ und zu ihrem Tisch zurückging.

Taelwig drehte kopfschüttelnd den Kopf und bedachte Daronart mit einem strengen Blick: "Ich meinte eigentlich, dass du rübergehst, wie jeder andere auch..."
Daronart lehnte den Bogen gegen den Stuhl und ließ sich auf dessen wenig vertrauensvolle Sitzfläche sinken, jedoch nicht ohne diese zuvor ein paarmal testend abzuklopfen: "Reicht doch auch so... er hats gehört..." Scheinbar unbeeindruckt suchte er lieber den Blick der Bedienung und winkte ihr zu. "Haben wir noch etwas Zeit?" Sein Auge blickte fragend gen Taelwig, der nur kurz nickte. "Lieber noch etwas Ordentliches essen, bevor man auf die eigenen Kochkünste angewiesen ist... lach nicht, Mädel... du hast mich noch nicht kochen sehen... schon gar nicht mehrere Wochen davon leben müssen... Wenn du also grad was auf dem Feuer hättest?"
Der Wachtmeister folgte mit unbewegter Miene dem Wortgeplänkel zwischen Daronart und dem Mädchen, das Anlaf als Bedienung aushalf. Immerhin musste er sich bei ihm keine Sorgen machen. Auch wenn er sich nur langsam an den Gedanken gewöhnen konnte, von Daronart als verheiratetem Mann zu denken. Zu deutlich war die Erinnerung an den Jugendlichen...
Taelwig trank einen Schluck, ließ seinen Blick weiter durch den Raum wandern, langsam und bedachtsam, als er Tarnogk reinkommen sah. Er gab dem jungen Mann ein Zeichen, als dieser sich nach ihnen umschaute, dabei weitere Anwesende der Eglain grüßend, die in ein Gespräch beim Kamin vertieft waren.
Der junge Mann kam zu ihrem Tisch herüber. Er salutierte kurz vor Taelwig, bevor er sich Daronart zuwandte: "Das nächste Mal beweg' dich rüber... einem Reisenden ist das Pferd durchgegangen bei deinem Gebrüll..."
Daronart zuckte nur scheinbar uninteressiert die Schultern, streckte sich und ließ sich auf dem Stuhl etwas zurücksinken. Wie Taelwig wusste, nur eine vermeintlich entspannte Haltung, die ihn nicht dran hindern würde, schnell aufzuspringen. Wie er Tarnogk vor ein paar Tagen zu dessen Nachteil recht nachhaltig bewiesen hatte.
Offenbar erinnerte sich dieser auch daran, zumindest verzog er das Gesicht, rieb sich den Kiefer, während er Taelwig leise fragte, wie lange sie dieses Mal bleiben würden.
Taelwig maß Daronart mit einen weiteren strengen Blick: "Lange genug, um zu sehen, ob dieser Jemand sein Pferd wiederkriegt. Ich gehe davon aus, dass ihm nichts passiert ist?" Taelwig sah zu Tarnogk rüber, welcher nickte. Daronart verdrehte missmutig das Auge, seufzte leise.
Tarnogk setzte sich an den Tisch, zu einem der Krüge, nicht ohne einen spotttriefenden Blick gen Daronart, dem er beim Stühlerücken das Stuhlbein gegen das Bein drückte.
Daronart zog das Bein zur Seite. "He, pass doch auf..." Tarnogk grinste nur: "Warum? Mach' dich gefälligst nicht so breit..."
"Genug jetzt! Alle beide!" Taelwig hob kaum die Stimme, aber der schneidende Tonfall ließ beide sich für den Moment grummelnd ihren Getränken widmen. Wobei Tarnogk dem Wasser einen missmutigen Blick - ähnlich Daronart zuvor - zukommen ließ.

Währenddessen hatte die Bedienung dem anderen inzwischen deutlich ungeduldig mit den Fingern auf dem Tisch trommelnden Gast seinen Becher gebracht. Nachdem er ihr die Münzen gab, nahm er einen kräftigen Schluck von dem, was Anlaf Bier nannte. Angewidert das Gesicht verziehend, schob er den Krug beiseite und widmete sich wieder den anderen Gästen, halb musternd, halb lauschend, ohne groß aufzufallen.
Wie andere auch horchte er kurz auf, als Daronart auf eigenwillige Art seinen Begleiter heranrief und schmunzelte kurz darauf bei den Worten des Mannes zum durchgegangenen Pferd.
Schließlich rieb er sich den Nacken und erhob sich langsam. Den Blick auf Anlaf gerichtet knallte er dem Anhnungslosen den Becher auf den Tresen. Ihr Wortwechsel ging im morgendlichen Stimmengewirr unter, doch kurz darauf reichte ihm der Wirt einen neuen Krug, welchen der Gast bezahlte und an seinen Platz zurückkehrte. Schon bald darauf war er mit einer Frau an seinem Tisch im Gespräch vertieft.

Nur wenig dieses Gesprächs war an ihrem Tisch zu verstehen, nur einige Worte wie "Hochzeit", "Stoffe" und "in ein paar Wochen", worauf Daronarts Aufmerksamkeit sichtbar immer wieder zu dem Mann wanderte, statt Taelwig zuzuhören. Vielleicht ein Händler?

Nach einem Schluck aus seinem Krug unterbreitete der Wachtmeister seinen Männern Anlafs Bitte: "Anlaf vermisst einen Jungen und ein altes Pony. Den Jungen hat er vor einiger Zeit aufgenomen, 20, blond. Das Pony kennt ihr... sein Karrentier."
Daronart antwortete, ohne den Blick von dem möglichen Händler abzuwenden, deutlich machend, dass er wohl trotzdem zugehört hatte: "Das hat längst ein Wolf gefressen und sich den Magen dran verdorben... zähes Biest, das es war..." Taelwig senkte die Stimme etwas, der Tonfall war jedoch eindeutig als Warnung gedacht: "Daronart..." Tarnogk beugte sich vor, grinste nur gen Daronart.
Der Wachtmeister klang wenig begeistert, als er weitersprach: "Wir sehen hier nach dem Rechten, dafür helfen uns die Leute... also reiß' dich zusammen." Genervt drehte sich Daronart zum Wachtmeister: "Also suchen wir... den altersschwachen Gaul und das Bürschchen?" Taelwig lächelte kalt: "Genau. Wie schön, dass du dich freiwillig meldest." Der einäugige jüngere Mann zuckte zusammen: "Eh... ich meinte doch nur..." Taelwig fiel ihm ins Wort: "'... dass du mit Tarnogk zusammen gerne bereit bist, die Umgebung abzusuchen...! Ist das klar?!"
Tarnogk hatte den Wortwechsel mit einem zufriedenen Grinsen quittiert und sich zurückgelehnt. Bei den letzten Worten des Wachtmeisterts jedoch fuhr er hoch: "Wieso ich...?" Taelwigs Tonfall schien keinen Widerspruch zu dulden: "Weil ihr in dieser Sache zusammenarbeitet. Reißt euch also zusammen, alle beide. Sonst hat Taernen noch genug Ställe zum Misten, wo ihr Zusammenarbeit lernen könnt."
Daronart grummelte, jedoch leise genug, dass die Worte nicht zu verstehen waren. Tarnogk stieß genervt die Luft aus, den anderen, der ihnen die Sache eingebrockt hatte, keines Blickes würdigend.
Daronarts mißmutiger Tonfall ließ deutlich werden, was er von der Angelegenheit hielt. Ein Blick gen Wachtmeister sagte ihm jedoch deutlich, dass er den Bogen bereits überspannt hatte. Zähneknirschend warf er einen Blick gen Tarnogk, zuckte dann mit den Schultern: "Also gehen wir die beiden suchen..."

Der andere Gast hatte bei den letzten Worten der anderen Männer am Nachbartisch in seiner Unterredung inne gehalten. Seine Aufmerksamkeit galt nun nicht mehr der Frau, sondern den dreien, deren Gespräch er offenbar zu folgen versuchte. Nur hin und wieder durch Fragen seiner eigentlichen Gesprächspartnerin abgelenkt, von der er sich jedoch rasch verabschiedete. Er erhob sich mit ein paar letzten beschwichtigenden Worten an sie und ging dann einen Schritt näher an die drei, räusperte sich, bevor er sie mit gedämpfter ernster Stimme ansprach: "Entschuldigt die Herren...!"

Der Mann hatte sich in seinem toten Winkel genähert und der abgelenkte Daronart fuhr überrascht aus seiner entspannten Haltung hoch, die Hand zuckte gen Waffe, die am Stuhl lehnte, sich mitten in seinem Satz unterbrechend: "Was ist, wenn... ...!?!"

Beschwichtigend sprach der Gast weiter, während Taelwig ruhig seinen Krug abstellte, sich dem Mann zuwendend, und Tarnogk sich, wenn auch deutlich langsamer als Daronart, zu dem anderen Gast umdrehte, ebenfalls angespannt: "Nur Ruhe, ich will euch nichts tun."
Ohne eine Einladung abzuwarten sah der Gast sich kurz um und schwang sich dann auf den letzten freien Stuhl am Tisch.
Taelwigs eisiger Blick brachte Daronart zum Schweigen, bevor dieser auch nur einen Satz herausgebracht hatte.
Beinahe flüsternd fuhr der Fremde fort: "Es ist sonst nicht meine Art so hineinzuplatzen, aber wenn ihr mir kurz euer Ohr schenken würdet..."
Taelwig vermochte man nicht anzusehen, was er von der Störung hielt, als er den Fremden aufforderte, sein Anliegen zu erklären: "Worum geht es?"
Daronart musterte den Neuankömmling forschend aus dem einen Auge, während Tarnogk etwas zur Seite rutschte, wie um höflich Platz zu machen - oder mehr Raum zum Agieren zu haben.
Des Fremden Blick ging zum Eingang, den anderen Gästen an den anderen Tischen. Es wurde deutlich, dass er darin geübt war, sich ein Bild von der ganzen Situation zu machen. Taelwig beobachtete ihn, selbst scheinbar entspannt, abwartend.
Der andere hielt noch immer den Becher in seiner linken Hand, völlig ruhig, ohne ihn abzustellen. Immer noch sehr leise fuhr er fort: "Verzeiht, aber an mein Ohr drangen Worte, dass ihr euch auf eine Suche begeben wollt... " Er wartete ab, als die Bedienung vorbei ging.
Taelwig nickte langsam: "Der Wirt bat uns um einen Gefallen - und da es auf unserem Weg liegt..." Taelwig nickte der Bedienung freundlich zu, als würden sie sich schon länger kennen, wartete jedoch auch wie der Fremde ab, der derweil einen Schluck aus seinem Becher nahm, schweigend, sichtlich darauf bedacht daß die Bedienung alsbald verschwand.
"Mich interessieren keine Details, ... nur etwas solltet ihr vielleicht wissen... Dort oben, auf dem Amon Sûl ist etwas Sonderbares vorgegangen."

Daronart taxierte ihn mit seinem Blick, die Miene war alles andere als freundlich einzustufen, während Taelwig und Tarnogk einen Blick wechselten. Der alte Wachturm dort oben lag auf einer ihrer üblichen Strecken. Tarnogk blickte sich kurz um, winkte die Bedienung heran, um sie dann mit einer Bestellung wieder wegzuschicken.
Taelwig hakte nach: "Etwas Sonderbares?"
Er wartete ab, als der Fremde unvermittelt das Thema wechselte, als die Bedienung erneut am Tisch vorbeikam, entschuldigend lächelnd, als sie wieder weg war: "Diese Frau lauscht überall, sie muss ja nicht alles erfahren und dann die Leute verrückt machen. Also, wenn ihr versteht, was ich meine." Taelwig nickte kurz zur Bestätigung: "Manchmal ist das besser." Ihr Klatschmaul war weithin bekannt.
Der andere Mann beugte sich vor zu Taelwig und dieser rückte näher ran an den Tisch und den Mann.
"Ja, es war wie ein Unwetter nur ohne Wolken, wie Hexenwerk... ich dachte erst jeand würde ein Feuerwerk entzünden aber dazu war es zu kurz..." "Nicht immer ist ein Gewitter von Regen begleitet, grade in dieser Gegend", erwiderte Taelwig fragend, den Mann genau beobachtend.
Daronart drehte seinen Stuhl, um besser zuzuhören, den Blick dabei nicht von dem Fremden abwendend, welcher unbeirrt fortfuhr: "Also solltet ihr auf die Suche gehen wollen, dann achtet auf seltsame Zeichen... " Bevor ihn jemand unterbrechen konnte, warf Daronart eine rasche Frage ein: "Was für seltsame Zeichen denn?"
Der Fremde zuckte mit den Schultern: "Ich weiß es nicht. Ich wagte mich nicht hinauf, aber vielleicht tun es die Elben die ich traf."
Tarnogk legte den Kopf leicht schief, den Mann schweigend ansehend. Taelwig horchte auf: "Ihr traft Elben unterwegs? Auf dem Weg zum Amon Sûl?"
Ein erneutes Kopfschütteln des Fremden: "Nein nicht dort, aber in der Feste Guruth, als ich die dortige Wachmannschaft informierte." Taelwig gab sich Mühe, die Anspannung zu verbergen: "Dort hielten sich Elben auf?" Vielleicht mochte an der Sache doch mehr dran sein...
Daronart leerte missmutig den Krug nach einem kurzen Blick gen Wachtmeister. Er sah sich schon Stein für Stein auf dem staubigen Hügel umdrehen...

Der Fremde kratzte sich am Kopf: "Es war schon seltsam, vielleicht hätte ich ihnen gegenüber auch schweigen sollen, aber ich sah keinen Grund, wisst ihr? Sie schienen dort zu rasten. Aber fragt mich nicht, wohin ihre Wege führen."
Daronart räusperte sich: "Nun, mit seltsamen Zeichen kennen die sich gewiss aus." Taelwig gab Daronart einen Wink, der wohl bedeutete, er solle schweigen, während er selbst meinte: "Das ist in der Tat seltsam, meist bleiben sie unter sich und fern der Menschen. Wann war das etwa?"
Daronart machte den Mund auf, sah den Blick des Wachtmeisters und klappte ihn seufzend wieder zu. Auch gut.
Der Fremde sagte ohne Zögern: "Das war erst vor kurzem. Ich habe dort die Nacht verbracht und bin dann her... und hier versuchte ich, Ruhe zu finden, aber die Nachbarn scheinen eine seltsame Art der Nachtruhe vorzuziehen, die einen ja den Schlaf raubt."
Er warf einen zornigen Blick gen Treppe, worauf Daronart breit grinste, als wüsste er genau, worauf der andere anspielte. Tarnogks Blick wanderte kurz zu Taelwig, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder dem Fremden zuwandte, bei dessen nächsten Worten amüsiert lachend.
"Und das Bier hier ist auch ungeniessbar, da braut selbst meine Frau besseres..."

Taelwig schien nachzudenken, erwiderte nur mit einem kurzen, wenn auch grundsätzlich ernstbleibenden Schmunzeln: "Lasst das lieber nicht den Wirt hören."
"Sagt, kann ich vielleicht wegen eurer Sache etwas mitnehmen? Ich kenne ein paar Leute bei der Stadtwache... zumindest jene, die sich noch erinnern wollen... Denn mehr zu sagen als das habe ich nicht. Es sollte euch hoffentlich nicht zu einer Überraschung führen, eine böse vielleicht..." Der Fremde lächelte leicht.
Taelwig musterte ihn, noch immer nachdenklich: "Nun, ansehen werden wir uns das sicher...", meinte er unverbindlich, worauf Daronart leise aufstöhnte. Daronart, der sich nun doch wieder etwas aufrechter hinsetzte, mal wieder ignorierend, sah Taelwig zu dem Fremden: "Ihr reist weiter gen Bree?" "Gewiss, denn in ein paar Wochen wird eine Hochzeit stattfinden und meine Frau näht das Brautkleid. Deswegen war ich in der Feste, um etwas Stoffe zu erhandeln."

Überlegend erwiderte der Wachtmeister: "Ich könnte euch eine Nachricht mitgeben. Wenn ihr die im Gefängnis abgeben würdet..." Er ließ den Satz unbeendet, die Reaktion abwartend.
Der Fremde nickt jedoch nur: "Das kann ich gerne tun. Sagt mir nur, wer es erhalten soll." Auch als Taelwig den Namen einer der dortigen Wachtmeister nannte, nickte er nur leicht: "Der Name sagt mir zwar nichts, aber ich werde eben fragen. ... Und was dieses seltsame Unwetter oder eher Wetterleuchten angeht, haltet besser die Augen offen... wer weiß, welch' Unbill unsere Lande erwarten."

Taelwig nickte dem Fremden zu, gab dann Tarnogk einen Wink. Seine Schrift war besser zu entziffern als die Klaue von Daronart: "Tarnogk, fertige eben eine Nachricht für Bree." "In Ordnung." Tarnogk erhob sich und ging zu einem der anderen Tische in der Ecke, setzte sich an den leereren Tisch, Schreibzeug rausholend. Alsbald sah man ihn schreiben.

Der Fremde schaute auf sein nahezu volles Glas und nahm einen kleinen Schluck: "Ach ich freue mich schon auf's Heim, auf unsere gute Küche und das Bier aus der Jagdhütte."

Der Wachtmeister nickte leicht, er kannte dieses Gefühl. Sie alle taten das. "Vielleicht war es nur ein Wetterleuchten. Nicht immer steckt irgendetwas dahinter." Taelwigs Worte sollten eindeutig beruhigend klingend, etwas zunichte gemacht durch die hochgezogene Augenbraue und das durchaus hörbare Zähneknirschen von Daronart, dessen Blick jedoch wohlweißlich auf seinen Krug fixiert blieb.
Der Fremde zuckte mit den Achseln: "Es war mir eher wie Blitze die in den Himmel zuckten, aber es war zu kurz und meine Aufmerksamkeit war eher auf den Wegesrand gerichtet."
"Ist euch sonst etwas am Amon Sûl aufgefallen? Andere Reisende außer den Elben? Haben die Eglain etwas dazu gesagt?" "Nun, ich bekam mit, dass sie sich wachsamer zeigten und die Wachen erhöhten. Die Naerfeste liegt ja nicht weit und diese andere Festung im Süden ist auch nicht fern... Ansonsten ist mir nichts derartiges aufgefallen. Doch was sich anderswo zutrug, kann ich nicht sagen, denn mein Pferd hielt ich auf der Straße. Sonst laufen nachher noch irgendwelche bösen Gestalten in feinen Kleidern herum." Der Fremde grinste leicht.
Daronart hatte begonnen, gelangweilt mit dem Stuhl nach hinten gekippelt, kam jedoch krachend wieder mit allen vier Stuhlbeinen auf dem Boden auf, lachend bei den Worten des Mannes: "Das wäre mal ein Anblick..." Er quittierte Taelwigs eisigen Blick mit einem Schulterzucken.
Taelwig wandte sich erneut dem Fremden zu: "Dann werden wir uns ein eigenes Bild machen. Zu den Elben, die ihr auf der Feste traft? Sagten sie, wohin sie wollten? Oder wer sie seien?" Dieser schüttelte den Kopf: "Nein und nein... Sie hörten meinen Bericht und zogen sich zurück. Ihre Einladung schlug ich aus. Mir sind sie manchmal nicht ganz genehm und ich hatte noch vor, den nächsten Morgen frei von Sorgen zu reisen."

Tarnogk war derweil mit dem Schreiben fertig und trat zu Anlaf. Man konnte sehen, wie er sehr leise mit ihm sprach, mit einem kurzen Nicken gen Gruppe am Tisch. Der junge Mann schien sich Notizen zu machen, als er zu seinem Tisch zurückging. Das Schreiben ließ er kurz antrocknen, bevor er es zusammenfaltete. Kurz ging er zum Kamin, um etwas zu erhitzen, dann drückte er etwas auf das gefaltete Schreiben.

Taelwig hörte dem Fremden nach einem kurzen Blick zu Tarnogk weiter ruhig zu: "Eure Reise hierher war ohne weitere Vorkommnisse, wie ich annehmen darf." Tarnogk kam zu ihrem Tisch zurück und setzte sich wieder, reichte Taelwig die gefaltete Nachricht, welcher sie mit einem kurzen Nicken entgegennahm, sie vor sich auf den Tisch legte, wie zufällig halb verdeckt.

Der Mann hatte die kurze Unterbrechung genutzt, sich Daumen und Zeigefinger in die Augenlider zu drücken und sich anschließend über das Gesicht zu reiben. Er wirkte alles andere als ausgeschlafen: "So ist es. Nun muss ich noch an den Mooren vorbei gen Westen."
Der Wachtmeister sah ihn abwägend an: "Seht euch dort vor, die Bilwisse sind mutiger geworden und wagen sich weiter gen Straße. Sie flüchten beim ersten Anzeichen von Gegenwehr, aber wenn ihr alleine reist..."

Der Mann nickte: "Macht Euch keine Sorgen. Ich habe einen guten Bogen und diente einst in der Wache von Bree. Auch wenn sie nicht die beste Ausbildung bieten können, so kann ich mich meiner Haut erwehren... zur Not werfe ich ihnen die Taschen an den Schädel."

Taelwig mustert ihn noch einmal prüfender: "Dann seid nicht leichtsinniger als nötig..." Ein bezeichnender Blick ging zu Daronart. "Es gibt zu wenige Leute, die eine Waffe führen können."
"Ja, wem sagt Ihr das. Nur ich würde gerne meiner Frau ihre neue Vorliebe aus den Kopf schlagen... " Er seufzte und schaute sich erneut im Raum um.

Daronart klang leicht beleidigt, als er Taelwig Blick bemerkte: "Was kann ich denn dafür, wenn..." Tarnogk ließ ihn jedoch nicht ausreden: "... du kannst jede Menge dafür, dich in den Schlamassel zu reiten..."

Die beiden jüngeren, die sich ein stummes Blickduell lieferten, mit einem Kopfschütteln betrachtend, meinte Taelwig zu dem Fremden: "Eure Frau wird sicher dankbar sein, euch wohlbehalten zurückzuhaben. Nichts in der Welt kann das ausgeichen." Ein erneutes Seufzen antwortete ihm: "Nun, sie fängt an, die Harke zu schwingen, als wäre es ein Holzschwert... Es genügt wirklich, wenn sie die Nadel schwingt ...und wenn wir gemeinsam im Heu liegen und den Sonnenuntergang geniessen und vergessen, daß sich dort im Westen garstige Hügel befinden, dann ist der Tag ein schöner gewesen..."
"Ihr solltet es ihr wirklich ausreden... Orks, Bilwisse und auch die Räuber dieser Gegend hier haben kein Mitleid."

Kurz erregte ein Gespräch am Tresen ihrer aller Aufmerksamkeit, wo sie eine junge Frau über die Qualität des Pferdefutters beschwerte. Nicht nur der Fremde schaute zu Anlaf: "Ich frage mich lagsam, wie er diesen Laden erhält."
Er war bei Weitem nicht der Einzige mit einem gewissen Spott im Blick, wobei andere eher Sorge um ihre Tiere zu haben schienen.

Daronart schnaubte trocken: "Er ist der einzige weit und breit. Besser hier als draußen unterm Busch mit nem Wolf zum Warmhalten..."

Als der Fremde sich für einem Moment entschuldigte und zu Anlaf hinüberging, beugte sich Tarnogk leicht vor und fragte leise: "Soll ich nach unseren Pferden sehen?"

Der Wachtmeister nickte ihm zu: "Mach' sie zum Aufbruch bereit. Wir werden wohl nicht so schnell hierher zurückkommen. Ich versuche es zu klären." Er ging rüber zum Tresen, wo der Fremde mit Anlaf und einer Frau diskutierte. Tarnogk stand auf, kurz salutierend, bevor er nach draußen eilte. Daronart blickte missmutig gen Tresen, dann in seinen Krug, der noch immer leer war und folgte Taelwig seufzend.

Zu seiner Freude hatte sich der Disput bereits geklärt, als er dort ankam. Taelwig ließ den Blick kurz der Frau folgen, dann schaute er wieder zum Wirt: "Die Qualität war wirklich schon mal besser..."
Dafür schenkte der Fremde Daronart Aufmerksamkeit: "Verzeiht wenn ich frage... aber... was ist denn mit Eurem Auge geschehen?"
Daronart wandte ihm den Kopf zu: "Ihr seid sehr neugierig ..." Er hasste Fragen danach... sie erinnerten ihn immer wieder an jenen Tag...
Der Mann legte einen Finger auf seine Lippen: "Ich bin nur sehr aufmerksam..." Daronart lachte freudlos auf: "Kaum zu übersehen die Klappe..." "Ach... nun ja es sieht man nicht alle Tage... Manche kehren selten in einem Stück zurück."

Daronart fuhr mit dem Finger über die Klappe und die feine Narben, die die Haut darum ünberzogen: "Immerhin fragt ihr nicht, ob ich es einfach nur schick fand, damit rum zu laufen..." Er ignorierte Taelwigs warnenden Einwurf, der jedoch den anderen zum Schweigen brachte.
Daronart fügte bissig hinzu: "Wenn ihr es genau wissen wollt... 'nen stinkender Ork... mit 'nem stinkenden Pott voll stinkender brennender Brühe..." Irgendwie gefiel ihm das Unbehagen auf des anderen Gesicht. Selbst schuld, er hatte gefragt... "Zu meinem Glück stank er mehr als das Zeug... und stand näher als gut war... für ihn..."
Der andere räusperte sich: "Nun denn... Ich glaube, eine Botschaft wartet darauf, überbracht zu werden..." Daronart starrte ihn aus dem einen Auge fast herausfordernd an, als dieser rasch Taelwig hinterhereilte, der zu ihrem Platz zurückgegangen war, um ihr Gepäck zu holen.
Der Wachtmeister reichte ihm das gesiegelte Schreiben: "Hier ist die Nachricht, wenn ihr so freundlich wärt..." Verwundert sah der andere ihn an: "Also wollt Ihr mir wirklich eine Botschaft anvertrauen, Herr...? Einfach so, einem Fremden?" Daronart, der ihm gefolgt war, lachte spöttisch auf, als der Fremde sichtlich amüsiert die Arme verschränkte.
Taelwig musterte ihn: "... Eichenstein. Und seid unbesorgt, nichts in der Nachricht schadet jemand, wenn ihr sie nicht überbringt. Wenn ihr sie weitergebt, wird die Stadtwache sich dort nach dem Jungen und einem alten struppigen Pony umsehen. Wenn nicht, wird sie es nicht... doch es ist eh' fraglich, dass er in diese Richtung gezogen ist. Wenn die Botschaft nicht ankommt, werden wir es jedenfalls erfahren und euch einzuschätzen wissen." Daronart grinste in seinem Rücken, noch immer spöttisch.

"Also wenn er im Gefängnis stationiert ist, werde ich ihn bestimmt finden, dessen könnt Ihr Euch sicher sein. Und mein Name ist Gerebern." Der Fremde schien zu überlegen: "Mhm, gibt es etwas was ich vielleicht selbst tun kann, wenn ich Ausschau halte? Ist der Junge ein Entflohener oder eher ein Vermisster?"

Taelwig hielt ihm die Nachricht hin: "Meister Gerebern." Gerebern lachte leise: "Meister... Herr Gerebern genügt vollkommen..."
Mit einem Blick zu Anlaf fuhr Taelwig fort: "Vielleicht das eine, vielleicht auch das andere. Anlaf nahm ihn auf, doch weiß er nichts über ihn." Gerebern nahm die Botschaft entgegen und steckte sie sogleich unter sein Wams, ohne sie auch nur anzusehen. Er hob eine Braue: "Anlaf... nahm ihn auf...?" Sich zum Wirt umdrehend, rief er: "He Anlaf, seit wann hast Du so ein gutes Herz?"
Taelwig nickte: "Einer von den Jungen, die hier ab und zu zur Hand gehen.. und für einen Bissen arbeiten." Daronart schnaubte: "'Nen gutes Herz? Die müssen hart arbeiten hier...!"
Gerebern ließ den Einwurf unkommentiert im Raum stehen, vor allem für den angesprochene Wirt: "Nun, jedes Dach über den Kopf ist besser als nichts. Naja... wobei das hier "Dach" zu nennen, wäre vermessen." Er schaute demonstrativ zur Decke.
Taelwig ging nicht weiter drauf ein. Daronart zuckte mit den Schultern: "Er könnt's wirklich mal ausbessern." Gerebern stimmte ihm zu: "Das will er seit Jahren..." "Vielleicht bietest du deine Hilfe an..." Taelwigs Stimme hatte so einen gewissen Unterton, dass Daronart ihn alarmiert ansah.

Gerebern schmunzelte: "Das erinnert mich an ein Gasthaus im Auenland."
Daronart musterte ihn überrascht und auch Taelwig betrachtete den Mann erneut nachdenklich. "Ihr reist auch ins Auenland?"
Gerebern nickte: "Aye, da war ich mal auf Durchreise... schon lange her... ich glaubte damals, die einzigen Hobbits lebten in Bree beim alten Butterblume und auf den Feldern draussen in Stadel. Dann aber schickte mich der Hauptmann dorthin..."
Taelwig sah ihn verwundert an: "So wart ihr im Auftrag der Stadtwache dort?"
Gerebern verzog das Gesicht: "Ja vorerst, es war wohl eine S... besondere Aufgabe wie er meinte..."
Daronart zieht die Augenbraue hoch bei dem Stutzen. Irgendwie ist sein Blick etwas... mitfühlender geworden. Solche Aufgaben kannte er zur Genüge.
Der Wachtmeister warf Daronart einen strengen Blick zu: "Nun, es ist mit Sicherheit lehrreich, sich den Sitten anderer Völker stellen zu müssen..."

Gerebern zuckte mit den Schultern: "Nun das war wohl eher ungewollt, zumindest von ihm. So lernte ich das Völkchen ein wenig kennen aber irgendwie... glaube ich daß sie den Blick für die wahren Gefahren nicht kennen."
Daronart grinste: "Von dem, was Jovan darüber erzählte... scheinen sie andere... Sachen für wichtiger zu halten." Er schüttelte fassungslos den Kopf.
Gerebern schaute etwas ernüchtert drein: "Ja... Essen, Tanz, Musik, Feiern und am besten alles zur gleichen Zeit. Wenn sie nur wüssten... und dabei weiß ich nicht mal all zu viel."
Taelwigs Blick ging gen Daronart: "Sie scheinen bisher in Frieden gelebt zu haben. Nur weil anderen dies nicht vergönnt war, sollte man es ihnen nicht neiden. Ich kenne wenige dieses Völkchens, doch ehrlich gesagt - mag ihr Mut auch groß sein, wenn man alten Erzählungen Glauben schenken mag..."
Daronart fiel ihm mit einem trockenen Kommentar ins Wort: "... ihre Reichweite des Schwertarms ist es nicht." Gerebern nickte: "Das bestreite ich ja nicht, nur dass sie zu... leichtsinnig sind." Taelwig warf Daronart einen ernüchterten Blick zu: "Diese Eigenschaft ist so einigen zuteil..."

Gerebern sah zu dem Loch im Dach hoch. Der Morgen war bereits weiter vorangeschritten: "Mhm, das erinnert mich daran, dass ich los muss. Ich werde meine Sachen besser zu meinem Pferd bringen und dann losziehen, solange es hell ist."

Daronart trat bereitwillig beiseite: "Lasst euch nicht die Stoffe von den Bilwissen klauen..." "Daronart!" Taelwigs eisiger Tonfall und Blick besagten eindeutig, dass er es keinesfalls witzig fand.
"Ja, schon verstanden, ich bleibe auf der Straße. Ich bin ja nicht auf den Kopf gefallen. Die Herren?" Gerebern nickte zum Abschied.

Daronart zuckte mit den Schultern: "Ich meine ja nur..." Er sah Gerebern nach, als dieser sich abwandte.
"Es gibt Sachen, mit denen man keine Scherze treibt." Daronart antwortete dem Wachtmeister mit einem erneuten Schulterzucken: "Wenn er eine ehemalige Wache ist, weiß er, wie er damit umgehen soll."
Taelwig schüttelte den Kopf, die Stimme senkend: "Vergleiche die Wache hier nicht mit unseren Leuten - hier gab es schon lange keine Bedrohungen wie bei uns. Wenn wir wieder in der Siedlung sind, meldest du dich bei mir... Und jetzt Abmarsch! Tarnogk wartet und wir haben noch einen langen Weg vor uns!" Taelwig wandte sich dem Eingang zu. Er schien nicht mehr sagen zu müssen. Seufzend zwang sich Daronart zu einem kurzen Salut. Das hatte er ja wieder mal geschafft...

Tarnogk hielt ihre Pferde bereit, als Gerebern mit einigen Taschen und ein paar Stoffrollen aus der Tür kam, zu seinem Tier ging und sein Gepäck auflud. Er führte sein Pferd hinaus und stieg auf. Nach einem kurzen Blick gen Sonnenstand, brach er auf.

Daronart zog den Sattelgurt seines Pferdes nach und schaute griesgrämmig zu Taelwig. Tarnogk zog ohne großes Zögern den richtigen Schluss aus dem Blick: "Na, wieder eine Extraarbeit kassiert?" "Geht dich nichts an...", Daronart schnaubte.
"Ruhe, alle beide!" Taelwig hat kurz dem Händler nachgesehen, sich dann aber seinen Männern zugewandt. Er schwang sich in den Sattel: "Daronart linke Flanke, Tarnogk rechte Flanke, achtet auf Spuren!"

Mit einem letzten Blick zurück brachen sie in die andere Richtung auf. Daronart sah dem Händler nach. Der wußte gar nicht, wie gut er es hatte. Es würde eine sehr lange Patrouille werden...


Zuletzt geändert von Amtaruil am Fr 9. Jan 2015, 00:11, insgesamt 4-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Lande im Zwielicht
BeitragVerfasst: Mo 8. Sep 2014, 20:41 
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Maethor i Thela Estel
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Staub und Federn...
(Einsame Lande, Wetterspitze)


'Zeitverschwendung!'
Daronart kniete neben dem halbhohen Mauerwerk und warf erneut einen Blick über die Schulter dahin, wo der Wachtmeister die wenigen Anzeichen untersuchte, die von dem seltsamen Geschehen zeugen mochten, vom dem ihnen der Händler in der Verlassenen Herberge berichtet hatte.

Der Wachtmeister ging gewissenhaft vor, doch bisher ohne einen Hinweis, was hier passiert sein mochte - und wer... oder was... dafür verantwortlich...

'Wer oder was auch immer... ist lange fort.'

Die Zeit, die der Händler zur Herberge gebraucht hatte, die Zeit, die sie für diesen Weg hierher gebraucht hatten... Selbst mit der seit Längerem vorherrschenden Trockenheit war die Wahrscheinlichkeit gering gewesen, etwas Brauchbares zu finden.

Als Daronart merkte, dass Tarnogk ihn von seinem Posten beim Torbogen zu den Ruinen her beobachtete, wandte er abrupt seine Aufmerksamkeit wieder dem Himmel und dem Gebiet südlich der Wetterspitze.

Die Sonne prallte bereits seit Tagen besonders ungnädig herab und das ganze Land um sie herum war staubtrocken. Nur gelegentlich wirbelte ein warmer Wind Staubwölkchen auf.
Daronart wischte sich den Schweiß von der Stirn, eine leichte Schmutzspur hinterlassend. Er rückte die Augenklappe zurecht, leise fluchend, als er die wunde Stelle berührte, die deren Befestigung hinterlassen hatte.

Er wollte sie schon abnehmen, besser Kopfschmerzen und eine schemenhafte Sicht auf einem Auge als eine offene Wunde bei diesem Wetter, als eine Bewegung ihn erstarren ließ.

'Was.. Das kann keiner unserer Falken sein... Craban?... Verdammt noch mal...'

Er blinzelte, doch seine Sicht klärte sich nicht, es blieb ein undeutlicher Schatten, den er mehr aus Erfahrung einem Vogel zuzuordnen vermochte denn aus tatsächlichem Erkennen. Doch keiner ihrer Falken sollte hier in der Nähe sein.

'Nur einer? Hat er uns gesehen? Oder...'

Der dunkle Fleck blieb an der Stelle flatternd über dem südlichen Abgrund. Kein warnendes Krächzen, kein Aufsteigen des restlichen Schwarmes, der zuvor verborgen auf Felsvorsprüngen und Mauerresten gewartet hatte.

Daronart griff nach dem Bogen und bewegte sich vorsichtig näher zum Rand, darauf bedacht, nicht die spärliche Deckung zu verlassen. Was immer die Aufmerksamkeit des Vogels gefangen hielt, mochte auch für sie wichtig sein.

Tief unter ihnen verlief die Straße, bei gutem Wetter wie an diesem Tag hervorragend einsehbar von diesem alten Wachturm aus... Zumindest wenn man gut sehen konnte...

Daronart spürte Panik nach ihm greifen, als er nicht mal die groben Züge der eintönigen Landschaft unter ihnen ausmachen konnte. Dieselbe Furcht wie damals, als ihm dieser verkrüppelte Ork den zerschlitzten Schlauch mit dieser stinkende Flüssigkeit ins Gesicht geschlagen hatte, und ihm nicht nur die Schmerzen die Sinne geraubt hatten. Er hatte für seine Unvorsichtigkeit an diesem Tag bezahlt... er konnte es sich nicht leisten, nochmehr seiner Sehkraft einzubüßen.

"Was beobachtet er?"

Tarnogks leise Stimme neben ihm ließ ihn zusammenzucken. Ob er reflexartig doch eine Warnung geäußert hatte oder sie anhand seiner Reaktion in Deckung gegangen waren, vermochte Daronart nicht zu sagen. Der junge Mann drückte sich an die andere Seite der Mauern, den Bogen schussbereit, doch von seinem Posten war der Blick ungünstiger.

"Nicht uns..."

Sich wünschend, er könnte sich darüber wirklich sicher ein, legte Daronart langsam einen Pfeil an die Sehne und spannte den Bogen.

'Wenn der Pfeil nicht trifft...'

Er zögerte, schloss kurz das gute Auge, blinzelte, doch die Sicht blieb verschwommen.

"Worauf wartest du...?"

Seine Muskeln verkrampften sich leicht, als er den Bogen weiter gespannt hielt, es jedoch nicht wagte, den Pfeil auf den schemenhaften Umrisse des Vogels abzuschießen.

Ein Sirren, dann ein heiseres Krächzen, die dunkle Vogelgestalt fiel wie ein Stein hinab und verschwand außerhalb ihres Blickfeldes zwischen den Felsen.

"Wolltest du warten, bis der an Alter stirbt oder was?" Tarnogk hatte bereits den nächsten Pfeil an der Sehne, für den Fall, dass der Craban nicht alleine war, doch nichts geschah. Schließlich senkte der junge Mann seinen Bogen, warf ihm einen zweifelnden Blick zu und huschte geduckt nach vorne. Kurz darauf kam er zurück.

"Da kommt eine Gruppe auf der Straße heran, von Westen. Mehrere Lasttiere würde ich sagen, bei der Staubwolke."

Taelwig war zu ihnen herübergekommen, nachdem der Kundschaftervogel erledigt war. Der Wachtmeister nickte zu Tarnogks Worten.

"Das sehen wir uns genauer an. Hol' die Pferde."

Tarnogk zögerte kurz, doch er erkannte meist ebenso gut, wie Daronart selbst, wenn seine Anwesenheit nicht erwünscht war und so eilte er zu dem Mauerteil, wo sie die Pferde außer Sicht und geschützt zurückgelassen hatten.

"Was war los? Du hast schon schwierigere Ziele erledigt."

Taelwigs prüfender Blick folgte Daronart, als er den Pfeil in den Köcher schob, seinen Bogen entspannte und sich langsam erhob.
Daronart rang mit sich, er hasste es, Schwächen und Fehler einzugestehen. Daran änderte sich auch nichts, dasss Taelwig damals wie auch heute eine der Personen war, die die Wahrheit einforderten, sei sie auch noch so schmerzhaft.
Doch in dieser Angelegenheit zu schweigen, könnte sie alle in Gefahr bringen.

Die Miene des Wachtmeisters war undeutbar, als Daronart ihm mit belegter Stimme den Grund nannte.

"Sprich mit Tyrome, wenn wir wieder in der Siedlung sind. Und mit Fernegk. Der alte Fuchs hat sein Auge schon vor Jahren verloren, vielleicht hat er einen Rat für dich."

Der Wachtmeister drehte sich um, als Tarnogk mit den Pferden heran kam, und ging zu seinem Pferd hinüber.

"Du übernimmst die Vorhut!"

Tarnogk schaute überrascht vom Wachtmeister zu Daronart, der diesem gefolgt war, doch ausnahmsweise beließ es der junge Mann bei einem nachdenklichen Blick und einem Nicken gen Wachtmeister, bevor er dem Befehl nachkam...


Zuletzt geändert von Amtaruil am Mi 7. Jan 2015, 08:55, insgesamt 3-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Lande im Zwielicht
BeitragVerfasst: Mi 28. Jan 2015, 09:07 
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Heimkehr
(Breeland)
(Rückschau - Einige Tage nach den Ereignissen auf der Wetterspitze)

Es war nicht mehr allzu viel zu packen gewesen. Die Taschen standen im Zimmer bereit, der Beutel mit dem Kraut für einen Freund befand sich unter den Stoffen... oder doch bei den Vorräten? Er schaute sicherheitshalber nach und fand sie tatsächlich bei den Vorräten, wo er sie letztendlich auch beließ.

Stadtwache... ehemalige. Ja diese Zeit war lange vorbei. Seit seiner Entlassung hatte man ihm einige Steine in den Weg gelegt. Mit einem Mal hatte er auf der falschen Seite gestanden. Dabei hatte es dieser Kerl verdient gehabt. Den alten Arnulf vor allen anderen derart zum Gespött der Leute zu machen... er hatte aus dem Wirt herausprügeln wollen, woher er das wusste und ebenso hatte er in ihn hineingeprügelt, dass es ihn nichts anginge. Kurz bebte erneut die Wut in ihm. Seine Knöchel wurden weiß als er die Fäuste ballte. Er blickte auf das Bettzeug hinab. Das Bild änderte sich und er sah seine Frau dort liegen mit ihrem damals Neugeborenen im Arm. Dieses Glück, diese Seligkeit in ihren Augen. Für einen Moment war er in den Träumen gefangen, bis er sich aus ihnen befreit, sich kurz räusperte und dann die restlichen Habseligkeiten verstaut hatte. Die Wut war verflogen und statt ihrer trat die Freude auf die Heimkehr zu Heim, Frau und den Jungen.

Lasst euch nicht die Stoffe von den Bilwissen klauen...
Er musste schmunzeln. Der Satz des Einäugigen mag scherzhaft gemeint gewesen sein, doch die Lage war ernst genug, um nicht alles was unsinnig erschien, in den Wind zu schlagen. Die Männer standen zumindest nicht auf der falschen Seite, das hatte er wohl bemerkt, wenn er aus ihnen auch nicht wirklich schlau geworden war. Söldner waren sie wohl nicht aber in Bree schienen sie auch nicht zu Hause zu sein. Während er weiter darüber nachdachte, war er durch den Schankraum gelangt, hatte die Tür aufgestoßen und atmete nun endlich die gute Morgenluft ein. Bald darauf war er mit seinem Pferd gen Westen auf der Straße unterwegs, die geradewegs nach Bree führen sollte.




"Na wen haben wir denn da?" wurde Gerebern von einem Mann begrüßt, gerade als er sich mit dem Pferd im Schlepptau einen Weg durch die Straßen von Bree bahnen wollte.

"Hey Karl, schön Dich zu sehen", erwiderte er. "Sag hast Du zugelegt?"
"Werd‘ nich‘ komisch. Das ist alles nur Vorbereitung für den kommenden Winter", plusterte sich der ältere der beiden gespielt auf.
"Jetzt schon? Wenn Du so weiter machst, brauchst Du einen Karren!"
Die beiden Männer lachten. Der ältere, Karl, er hatte strähniges Haar. Alt und Grau wirkte es, genau wie die Schatten um sein Kinn. Er roch nach Pfeifenkraut.

"Hast Du es dabei?"
"Du weißt doch, was ich verspreche halte ich auch."
Das erinnerte Gerebern an das Schreiben für die Stadtwache. Er hatte es völlig vergessen.

"Du siehst aus, als wenn Dir nicht gut ist. Komm‘ ich lade Dich auf ein Bier in der Jagdhütte ein", sprach Karl. Gerebern winkte ab.
"Nein mein Freund, ich muss noch etwas erledigen und dann schnell Heim. Heide wartet schon."
"Ich weiß, sie hat schon nach Dir gefragt."
"Es waren zwei Tage länger als geplant. Aber ich habe einen guten Grund gehabt."
"Na dann musst Du uns doch erst recht..."
"Keine Widerrede!", unterbrach er Karl. "Ich werde sonst im Hühnerstall übernachten müssen... oder schlimmer noch... im Rosenbeet."
"Heide züchtet Rosen? Das wusst‘ ich ja gar nich‘."
"Nein nicht Heide, Adi"
"Oh... nun dann gute Heimreise und lass‘ Dich bald mal blicken."
...und uns alle einweihen in die Geschichten die einem am Wegesrand so passieren können wie Hexenwerk auf dem Amon Sûl oder Elben in der Feste Guruth und fremde Männer in der Herberge sowie ein zugiger Keller... vollendete Gerebern in Gedanken Karls Satz.

"Hier für Dich." Mit glänzenden Augen nahm der Ältere das Pfeifenkraut entgegen, als wäre es ein wertvoller Schatz. Vielleicht war es auch ein Schatz für den Mann, der sonst nicht viel mehr hatte. Er hatte seinen eigenen, seine Familie... die ungeduldig auf ihn warten würde.



"Na was hast Du nun wieder ausgefressen Gerebern?" wurde er sogleich grinsend von einer anwesenden Wache im Gefängnis begrüßt, kaum dass er es betreten hatte.
"Ach nichts Besonderes, nur diverse Schandtaten bei den Eglaín."

Der Spott gehörte zum guten Ton. Schließlich kannte er noch einige von ihnen. Sie wussten es alle mit Humor zu nehmen, zumindest jene, die sich kannten. Selbst die, die damals für seine Entlassung mit verantwortlich waren, hatten schließlich nur das getan, was auch er getan hätte. Dennoch war er froh, dass der Hauptmann gerade anderswo zu tun hatte.

"Ich habe hier ein Schreiben für euch. Es geht wohl um einen Jungen mit einem Pony. Entlaufen oder verlaufen, wer weiß das schon. Er soll wohl beim alten Anlaf gearbeitet haben."

Kurz musterte die Wache das Schreiben. Der Name des Adressaten war ihm wohl bekannt, denn ein Nicken folgte.

"Ich werde die Nachricht weitergeben."

"Also wenn ich mich sonst irgendwie nützlich machen kann, es muss leider warten. Auf mich wartet die Strafe für eine zweitägige Verspätung."

"Weib und Hof hm?"

Gerebern nickte nur, aber es war nicht ganz ernst gemeint. Er hatte immerhin eine Geschichte zu erzählen. Mit etwas Phantasie würde es weniger dramatisch klingen als es eigentlich war. Es würde auch ein wenig verbergen, dass er eigentlich gerne geblieben wäre, um dies alles selber zu untersuchen.

_________________
Eine kleine ABC-Musiksammlung - aktualisiert am 17.05.2011

Sidhril, Torendir, Mallthirion, Thrygrim Eisenschild
Adelgunde Rosenwind, Montegar Doldentau, u.v.m


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 Betreff des Beitrags: Re: Lande im Zwielicht
BeitragVerfasst: Mi 18. Feb 2015, 01:19 
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Beunruhigende Kunde
(Einsame Lande)
(Rückschau - Einige Tage nach dem Aufbruch der Männer der Wacht von der Wetterspitze)


Es war eine Weile her, dass ein seltsames Wetterleuchten bei klarem Himmel auf der Wetterspitze zu beobachten war. Seitdem war der Himmel auch weiterhin fast ohne Wolken und kein Tropfen Regen war seitdem in diesem Landstrich gefallen.
Jeder Reisende, der sich nicht sehr vorsah, wurde bereits von Weitem von einer Staubwolke auf der schlechten Straße gen Osten angekündigt.
Eine solche war es denn auch, die sich in diesem Augenblick über den Hügel erhob - zu groß für einen einzelnen Reiter. Nach und nach entblößte der Staub den Blick auf eine kleine Karawane. Eine Handvoll Reiter sowie eine kleine Gruppe von Zwergen mit Lasttieren.
Langsam zog die Karawane von der Erhebung hinab, bog schließlich von der Straße ab und hielt auf eine der einzelnen größeren Felsformationen zu.
Der Staub legte sich nur langsam wieder ab, so dass ihr Reiseziel noch eine Weile zu verfolgen war.
Während die Zwerge die Packtiere abluden und nach einem kurzen Gespräch mit einem der Reiter im Mineneingang verschwanden, sammelten sich die anderen Reiter, eine Gruppe Menschen in Begleitung eines Elben.

Daronart beschattete mit der Hand das eine Auge und verfolgte die Straße in der Richtung, aus der sie gekommen waren.
"Nichts zu sehen, sie scheinen sich verzogen zu haben."

Tarnogk lenkte sein Pferde neben ihn, kaum noch drauf achtend, dass der Einäugige mit einem gereizten Knurren unterstrich, dass er ihn nicht auf seiner blinden Seite mochte, und beobachtete selbst den Horizont.
"Täuscht dich nicht, aber sie suchen sich wohl lieber ein Ziel mit weniger Gegenwehr... Das gefällt mir nicht."

Daronart schnaubte bei den Worten des Jüngeren leise und wandte sich dem Elben zu, welcher reglos auf seinem Pferd saß, den Blick ebenfalls in die Ferne gerichtet.
"Sehen Eure scharfen Augen mehr, Aeglanthir?"
Er blinzelte, rieb sich über das Gesicht, fuhr verstohlen auch unter die Augenklappe, als habe sich selbst dort Sand und Staub festgesetzt. Seufzend drehte er schließlich sein Pferd zur Seite, um zumindest für einen Moment dem feinen Staub in der Luft zu entgehen, den die warme Brise mit sich führte.

Der Angesprochene ließ sich Zeit mit einer Antwort, während er gewissenhaft den Horizont absuchte. Dann jedoch verharrte er kurz und deutete gen Westen, den Rest der Gruppe auf zwei Gestalten aufmerksam machend, die sich langsam näherten und die fremden Reiter grüßten, sobald sie nahe genug heran waren.

Der blonde junge Mann stieß den Einäugigen an.
"Wir bekommen Besuch."
Daronart riss überrascht das Pferd herum, die Hand an der Waffe, was die Neuankömmlinge innehalten ließ.
Einen Moment lang musterten beide Seiten sich abwartend aus der Distanz.

Aeglanthir erwiderte den gewunkenen Gruß der beiden Gestalten, derer er gewahr geworden war, und bedeutete ihnen, näher zu kommen, während er leise zu den angespannten Männern in seiner Begleitung sprach: "Gemach, meine Freunde, Räuber grüßen selten, doch noch viel seltener sind es Elben."
Der dunkelhaarige Wächter im Dienste von Herrn Elrond ließ seinen Tonfall beruhigend und leicht scherzhaft klingen, wenngleich er großes Interesse daran hatte, zu erfahren, was die anderen hierhergeführt hatte. Selten suchten Angehörige seines Volkes so gezielt nach anderen in diesem Landstrich, wie es ihm fast den Eindruck erweckte.

Die beiden Elben erreichten die Gruppe kurz vor dem Wachtmeister, der sein Gespräch mit dem Anführer der Zwergen beendete hatte, der die Gruppe hierher geführt hatte.
Aeglanthir begrüßte die beiden freundlich, den Kopf leicht zum Gruß neigend, als er sich mit ihnen austauschte.
Lothuilos neigte sachte den Kopf. Ansilvund schaute abwartend von einem zum anderen.

Taelwig trat zu seinen Männern: "Bericht!"
Daronart wischte sich über das immer noch tränende Auge: "Zwei Reisende... Elben ...", fügte er noch hinzu, mit dem einen Auge in Richtung der Stimmen blinzelnd, als wäre er sich zumindest dem Anblick nach nicht sicher. Taelwig warf ihm einen nachdenklichen Blick zu, bevor er an Tarnogk vorbei zu den drei Elben hinüberging.
Tarnogk beobachtete den Austausch der Elben aufmerksam, schwang sich dann aus dem Sattel nach einem letzten prüfenden Blick, da keine Gefahr zu drohen schien. Nach einem kurzen Seitenhieb gen Daronart, da dieser noch immer im Sattel hockte, folgte er dem Wachtmeister mit etwas Abstand.

Der Wachtmeister grüßte die Elben und wartete ab, während Aeglanthir den Grund ihrer Anwesenheit erläuterte, welcher auch die Elben auf sie aufmerksam gemacht hatte. Er musterte die Elben, konnte sich jedoch nicht entsinnen, dass sie sich schon einmal begegnet waren.
Aeglanthir schmunzelte leicht: "Eine kleine Handelskarawanen, die uns um Schutz ersucht hatte. Das heißt meine Freunde hier."
Aeglanthir nutzte aus Höflichkeit Westron, auch wenn er wusste, dass einige der Wacht durchaus seiner eigenen Sprache mächtig waren.
Lothuilos sah zu den drei Menschen und nickte, ebenso wie ihr Begleiter Ansilvund, knapp, aber nicht unfreundlich.

Daronart war widerwillig Tarnogks unmißverständlicher Aufforderung gefolgt, aus dem Sattel gerutscht und an des Wachtmeisters andere Seite getreten. Er hatte nur einen Teil des Gesprächs mitbekommen und brummte missmutig, generell unwirsch darüber, wenn jemand etwas von ihm erfahren wollte: "Wer will ...?"
Taelwig ließ ihm keine Gelegenheit auszusprechen: "Bring' die Pferde nach hinten und versorg' sie."
Er deutete zur Felsformation, wo etwas Schatten zu finden war und einer der Zwerge bereits winkte.
Daronart nahm genervt seufzend die Zügel aller Pferde auf, Tarnogks leichtes Grinsen ignorierend, und stapfte zu dem Zwergen hinüber. Er pflockte die Pferde an, lockerte die Sattelgurte und versorgte sie mit Wasser und etwas zu fressen, dabei die ganze Zeit grummelnd.

Lothuilos musterte Aeglanthir: "Ich verstehe. Und Ihr wiederum begleitet Eure Freunde?"
Aeglanthir schmunzelte: "So ist es, mein Auftrag ist erledigt und die Rückreise nach Imladris ist schöner in Gesellschaft."
Lothuilos lächelte: "Zweifellos."
Ansilvund ergänzte: "Und sicherer."

Tarnogk schaute kurz Daro hinterher und dann zu Taelwig, doch der Wachtmeister hatte keine weiteren Anweisungen für ihn, sondern verfolgte das Gespräch der Elben.

Aeglanthir nickte: "Auch das. In diesen Zeiten muss man zusammenstehen. Darf ich fragen, wer ihr seid und was euch in diese Gegend führt?"
Lothuilos deutete kurz auf den Elben an ihrer Seite: "Ah, verzeiht meine Gedankenlosigkeit. Mein Name ist Lothuilos, Ansilvund und ich hatten eine... nun, Spur verfolgt, die uns nun hierher führte."
Ansilvund nickte bei ihren Ausführungen.
Der Wachtmeister horchte auf: "Eine Spur...?" Er schaute von Aeglanthir zu den beiden anderen Elben. "So seid ihr auf einer Suche? Oder einer Jagd?" Fast unmerklich straffte er sich.
Ansilvund wandte sich ihm zu: "Auf der Suche. Und daraus womöglich schlussfolgernd eine Jagd."
Seine Begleiterin pflichtete ihm bei:"Doch haben wir diese eine Suche abgebrochen. Um uns wieder einer anderen Sache zu widmen. Dennoch beunruhigt uns diese Spur, auch deshalb sind wir Euch gefolgt."
Taelwig tauschte einen Blick mit Aeglanthir: "Darf man fragen worum es geht? Es scheint eine Suche zu sein, bei der ihr einen Kampf nicht auszuschließen vermögt?" Der Wachtmeister musterte erneut die beiden vor sich und ihre Waffen und Rüstung.
Ansilvund sagte nur ein Wort: 'Yrch.'
Lothuilos nickte knapp zu Ansilvund und ergänzte: "Eine Schar Halborks."

"Eine Schar! Wie weit von hier? In welche Richtung?"
Vermutlich ohne dass es ihm wirklich bewusst war, war der Tonfall des Wachtmeisters mit einem Mal knapp und befehlend geworden. Und auch Aeglanthir horchte auf: "Könnt ihr mehr sagen?"

Lothuilos legte die Stirn in Falten: "Ich bin lediglich der Spur gefolgt, Brannon Ansilvund vermag euch möglicherweise genaueres zu sagen, was ihre Anzahl betrifft."
Ansilvund hatte sich eine Pfeife gestopft und deutete nun mit dem Mundstück der Pfeife hinter sich, in Richtung Naerfeste. Taelwig folgte dem Hinweis, während er den Worten des Elben zuhörte.
"In den vergangen Tagen und Nächten beobachtete ich die Naerfest und fand dort eine Schar Halborks vor, welche sich dort aufhielten. Sie waren ungefähr fünfzig Mann stark, und es war mir nicht vergönnt, heraus zu finden, was sie dort taten. Es erschien mir, als würden sie warten.
Sie wurden vor Tagen von einem Menschen abberufen, der ihr Lager betrat und mit ihnen sprach. Was, konnte ich von meinem Spähposten aus allerdings nicht heraus finden. Zudem gingen sie nicht alle, eine Handvoll blieb zurück."
Lothuilos musterte die Männer aufmerksam, während Ansilvund berichtete.

Tarnogk schaute alarmiert ebenfalls zu den Ruinen, die sich nördlich dahinzogen. "Fünfzig... ", murmelte er leise.
Neugierig war Daronart wieder herangetreten. Er starrte Tarnogk an: "Fünfzig was...?"
Der jüngere musterte ihn mit grimmigem Blick: "Halborks." Noch immer sprach er leise.
Taelwig verengte die Augen bei dem Bericht: "Sie folgten einem Menschen?"
Ansilvund nickte: "Als ich sie zu verfolgen suchte, war mir dies unmöglich, ohne das man mich entdeckt hätte. Es war mir hernach nicht möglich, sie wieder zu finden"
Lothuilos ergänzte: '"Sie zogen nach Nordwesten. Wo ich die Spur verlor."
Der Wachtmeister wechselte einen besorgten Blick mit Aeglanthir. Der Elbenwächter nickte ihm auf die unausgesprochene Frage zu: "Herr Elrond wird es verstehen, wenn ich erst später zurückkehre. Ein anderer wird dort meine Aufgabe übernehmen können."
Taelwig nickte kurz. Das zumindest war eine gute Nachricht. Den anderen Elben zugewandte, meinte er : "Ein besorgniserregender Bericht."

Lothuilos nickte sachte, ebenso Ansilvund.
"Ihr wusstet also nichts davon? Wir hatten uns Informationen erhofft." Lothuilos musterte Taelwig.
Taelwig schüttelte den Kopf auf die Frage der Elbin: "Wir patrouillieren nur in einem kleinen Gebiet und dieses Land bietet jede Menge Schlupflöcher."
Eine leichte Bitterkeit klang in seiner Stimme mit.

Tarnogk fuhr sich durch die Haare: "Klingt als wäre irgendetwas, was sie aufgescheucht hat." Daronart starrte erst ihn an, dann gen Norden: "Da fehlt nicht viel bei diesem Pack."

Der Wachtmeister warf seinen Männern einen nachdenklichen Blick zu, wandte sich dann jedoch wieder den Elben zu: "Könnt ihr uns sagen, wo genau ihr sie verloren habt? Oder auf einer Karte zeigen?"

Lothuilos zog bei Taelwigs Worten überrascht eine Augenbraue hoch, nickte jedoch kurz: "Sicher kann ich es Euch zeigen. Habt ihr denn eine passende Karte?"
Der Wachtmeister nickte bestätigend: "Daronart, die Karte..."
Diesmal ohne zu protestieren, kehrte der Einäugige kurz darauf mit einer sorgsam eingerollten und gegen das Wetter geschützten Karte zurück, die er dem Wachtmeister reichte.

Aeglanthir blickte Lothuilos an: "Es sollte möglich sein, ihre Spur wieder aufzunehmen."
Die Elbin schüttelte den Kopf und ergänzte: "Die Spur war nicht das Problem, eher ihr zu folgen. Ein Steinschlag versperrt den Weg und es war mir nicht möglich, ihn zu umgehen."

Lothuilos trat etwas näher, als Taelwig erst eine Decke, dann die Karte sorgsam auf dem Boden ausbreitete. Die Karte war eine recht genaue Abbildung, mit kleinen Schriftzügen, die jedoch kaum zu entziffern waren. Wetterspitze und die Straße waren jedoch deutlich zu erkennen, ein paar der Ruinen auch.
Lothuilos legte mit einer raschen Bewegung dem Umhang ab und strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, ehe sie die Karte aufmerksam betrachtete.

"Wetterspitze, Naerfeste..." Taelwig hatte sich hingekniet und legte zwei Steinchen an die besagten Stellen.

"Hier bin ich der Straße gefolgt, um die Naerfeste ein wenig zu umgehen. Dann bin ich ein wenig nach Norden und der Spur hier lang gefolgt." Lothuilos fuhr den genanten Weg auf der Karte nach.
Ansilvund beugte sich ebenfalls über die Karte: "Sie verschwanden gen Westen von der Naerfeste, bevor ich sie verlor."
Lothuilos nickte sachte, bevor sie weiter ausführte: "Im Nordosten des Amon Sul war der Spur leicht zu folgen. Im Norden verlor ich sie dann. Hier etwa." Sie deutete auf eine Stelle.
Taelwig überlegte: "Unsere Kundschafter berichteten von Lagern dort, Orks und Bilwisse. Könnten sie sich dorthin gewandt haben?"

Aeglanthir schaute ihm über die Schulter: "Wir wollen es nicht hoffen." Der Elb sprach leise, während er die Karte aufmerksam studierte.
Lothuilos schüttelte den Kopf: "Nein, ich sah ein Orklager ganz in der Nähe. Doch dort war keine Spur von ihnen. Es sei, denn sie wollten in ein anderes... ich kann es nicht sagen."
Ansilvund starrte auf die Karte: "Mmh, mitten in den Wetterbergen. Die Wahrscheinlichkeit eines Steinschlags erhöht sich dadurch natürlich. Aber ist es nicht ein wenig zu zufällig, dass dies geschah?"
Daronart zuckte mit den Schultern: 'Dort hinten ist doch vor Monaten ein Erdrutsch gewesen."
Ansilvund musterte ihn: 'Ja, aber wie soll die Schar daran vorbeigekommen sein, wenn es selbst einem Elb untersagt ist, darüber hinweg oder darum herum zu kommen? Der Steinschlag befindet sich unweit des Rausprung. Hm."
Des Elben Blick blieb auf der Karte.
Tarnogk war neben Daronart getreten: "Hm, ich glaube, du meinst den anderen dort hinten. " Er deutete auf eine weitere Stelle, etwas versetzt von der, wo Daronarts Finger hingezeigt hatte."
Daronart brummte: "Möglich..."

"Ob Zufall oder nicht wird sich nicht feststellen lassen."

Taelwig fuhr sich über den Bart: "Von dort gibt es einige Möglichkeiten und Richtungen, die sie einschlagen könnten. Nur nicht zurück." Er schaute grimmig zu seinen Männern.
Lothuilos hob den Blick und sah etwas fragend zu Taelwig.

Der Wachtmeister erwiderte der Elbin Blick: "Gleichgültig welches Ziel sie haben, es wird kein gutes sein. Also müssen wir sie wieder finden - und in Erfahrung bringen, was sie planen."
Daronart grummelte leise, wie zu sich selbst: "Wunderbares Gebiet..."
Lothuilos maß den Wachtmeister ruhig: "Und was wollt Ihr tun, wenn Ihr es in Erfahrung gebracht habt?"
Auch Ansilvund wandte seine Aufmerksamkeit nun dem Wachtmeister zu: "Und wenn es ihrer Zahl entsprechend vierzig Gegner sind, ganz zu schweigen von jenen, die dort noch unserer erwarten?"
Taelwig warf erneut ein durchaus besorgter Blick gen Aeglanthir, doch seine Stimme war davon nichts anzumerken: "Das werden wir dann entscheiden müssen. Ihre geschätze Anzahl ist zu hoch, als dass wir uns ihnen offen stellen könnten." Seine Miene war hart, der Tonfall jedoch klang jedoch wieder bitter bei seinen Worten.
"Ihr seid nicht ohne Freunde und Verbündete, auch in diesen Landen." Aeglanthir richtete sich auf, Zuversicht in seine leisen Worte legend. "Sobald sie gefunden sind, werden wir Kunde aussenden."
Lothuilos nickt sachte: "Unser Weg wird vorerst ein anderer sein, doch solltet Ihr Hilfe benötigen, werden wir unser möglichstes tun, sie zu leisten."
Der Wachtmeister sah von einem zum anderen: "Eure Unterstützung wird nicht auf Ablehnung stoßen. Ebensowenig wie die eure, Aeglanthir."

Lothuilos lächelte kurz: "Und möglicherweise folgen andere Krieger der Celebraien Elanesse Eurem Ruf. Wir werden sehen."
Taelwig nickte: "Wir werden sie aufspüren und euch Nachricht senden."
Ansilvund nickte: "Und wir werden Eurer Nachricht harren."
Lothuilos bestätigte seine Worte. "Sehr gut. Ja, das werden wir."
Aeglanthir wandte seinen Blick gen Osten: "Auch der Herr von Imladris wird hiervon erfahren. Eine solche Gruppe wird niemand frei in diesen Lande ziehen lassen."

Daronart starrte auf die Karte, dann zu Tarnogk, leise murmelnd: 'Und irgendwie werd ich das Gefühl nicht los, dass das für uns heißt, wir drehen die nächsten Wochen jeden Stein um..."
Der jüngere wirkte angespannt, wie ein Jagdhund, der eine Spur zu verfolgen hatte: "Ja, das wird es wohl sein... "
Der Wachtmeister drehte sich zu ihm um: "Du hast es erfasst, Daronart. Und da du das Gebiet gen Norden am besten kennst..."
Daronart setzte zu einem Protest an, unterbrach sich jedoch selbst, als wolle er lieber keine Antwort seines Vorgesetzten haben: "Warum habe ich wieder... ach egal..."
Taelwig beachtete Daronart nicht weiter: "Tarnogk, du hältst dich weiter südlich, falls sie gen Moore ziehen." Der jüngere nickte, die Karte betrachtend.

Lothuilos neigte respektvoll den Kopf: "Wir sind Euch zu Dank verpflichtet. Diese Suche hat uns bereits genug Zeit gekostet."
Ansilvund nickte knapp zu den anderen vier Gefährten hinüber: "Ich schließe mich dem Worte brennil Lothuilos' an.."
Taelwig wandte sich wieder ihnen zu: "Und wir sind euch zu Dank verpflichtet, diese Warnung kommt hoffentlich rechtzeitig, um ihre Pläne zu verhindern."
Lothuilos nickte leicht: "Das hoffe ich."
Aeglanthir fragte: 'Werdet ihr gen Imladris ziehen?'
Lothuilos legte dem Umhang wieder um: "Ich weiß es nicht, doch ich denke ja."
Ansilvund bestätigte: "Der Weg führt uns zumindest in diese Richtung, fürwahr."
Aeglanthir nickte: "Dann werde ich euch zu finden wissen."
Ansilvund lächelte und verbeugte sich zum Abschied: "Und wir euch, brannon."

Taelwig rollte die Karte wieder zusammen, während die beiden Elben sich verabschiedeten...

Nachdem die beiden Elben wieder aufgebrochen waren, zog sich die kleine Gruppe in den Schatten der Felsformation zurück, wo sich der Höhleneingang zum Lager der Zwerge befand. Nicht nur, um diese über Aktivitäten von Halborks in der Gegend zu unterrichten, sondern auch ihre nächsten Schritte so gut wie möglich vorzubereiten. Die Größe der von den Elben bemerkten Gruppe von Halborks bereitete sowohl Taelwig als auch Aeglanthir Sorge. Sie würden umsichtig agieren müssen. Die Wacht verfügte nicht annähernd über eine entsprechende Anzahl von Kämpfern und Aeglanthirs Leute waren weit verstreut und auch sie nicht alle im Kampfe erfahren, wie der Wachtmeister von ihren früheren Gesprächen her wusste.
Taelwig winkte Tarnogk und Daronart heran und rollte erneut die Karte aus...


------


Das kleine Lager war zwischen den Felsen sorgsam ungewünschten Blicken entzogen. Während der Morgen noch graute, bereiteten sich die beiden Männer langsam auf einen neuen Tag vor.
Der jüngere kümmerte sich um ihre Pferde und die Falken, während der ältere mit ihrem Frühstück beschäftigt war. Sie waren bereits einige Zeit gemeinsam unterwegs und so gab es wenig Notwendigkeit, sich in alltäglichen Dingen abzusprechen.

Jovan genoss die relative frühmorgentliche Stille, wenn die Nacht wich und die Welt um sie herum erst langsam erwachte. In der Siedlung war meist bereits jemand schon auf den Beinen und geschäftig unterwegs, doch hier draußen hörte man meist nur die Geräusche der langsam erwachenden Tiere um sich herum - und die der Nachtjäger, die allmählich zur Ruhe fanden.
So verschieden das Land selbst sein mochte von ihrer Heimat im Norden, in dem er fast sein ganzes Leben verbracht hatte, so ähnlich war sich doch manches.

Ein Falkenruf ließ Fernegk und ihn aus ihren Gedanken aufsehen und den Himmel absuchen. Es war keiner der Falken, mit denen sie ausgezogen waren. Frostschimmer und Rotschwinge waren auf ihrem Ruheplatz aufgeschreckt, doch verharrten sie dort, abwartend.

Jovan ging etwas beiseite, den Falknerhandschuh überstreifend, als der andere Falke herabsank und auf dem dargebotenen Handschuh aufritt. Mit geübten Handgriffen entfernte er die eng zusammengerollte Nachricht, während er ihm eine Belohnung gab. Die Nachricht an Fernegk weiterreichend, versorgte er das dunkelgefiederte Tier.
"Das ist Marweks Vogel." Sie hatten sich erst vor drei Tagen getrennt, um die Tiere an unterschiedlicher Stelle fliegen zu lassen.
Fernegk hatte die kleine Rolle bereits in schlanken, schwieligen Fingern ausgerollt eingeklemmt und las bereits die verschlüsselte Botschaft. Der ältere Falkner runzelte die Stirn und bevor er auch nur zu Ende gelesen hatte, löschte er bereits das Feuer ab.

"Die Elben sagten, sie wollten sich südwestlich halten auf ihrem Weg in die Ered Luin?"
Jovan nickte, seine Anspannung im Zaum haltend, um den Vogel nicht zu beunruhigen.
"Sie überlegten, in der Siedlung vorbei zu schauen."
"Wenn du dich beeilst, holst du sie vielleicht noch ein. Wenn nicht, schick' Frostschimmer zu Tyrome und kehr' um. Wir treffen uns bei Morgengrauen am Wasserloch westlich der Düsterweihe. Wenn das nicht frei sein sollte, bei den Felsen weiter westlich. Beeil' dich, Junge. Um Schwarzkehl kümmere ich mich."

Jovan reichte den Vogel an ihn weiter und machte sich daran sein Pferd zu satteln. Sie reisten oft mit leichter Ausrüstung und so dauerte es nicht lange, bis er zum Aufbruch bereit war.
"Was soll ich ihnen sagen?"
"Aeglanthir erbittet ihre Hilfe und sie sollen, wenn möglich, zu ihrem alten Treffpunkt kommen. Er wird dort zu ihnen stoßen, so bald möglich. Eine größere Anzahl von Halborks wurde gesichtet, als sie die Naerfeste verließen. Das Gebiet wo ihrer Verfolgung abgebrochen werden musste, ist groß und unwegsam. Wir werden ihre Unterstützunge benötigen."

Jovan zog sich in den Sattel und gab Frostschimmer das Zeichen, ihm im freien Flug zu folgen. Lautlos glitt das sibergefiederter Falkenweibchen von ihrem Platz und gewann dann an Höhe.
Die Sonne war noch nicht aufgegangen, als er sich in die Richtung wandte, in die Elben gezogen waren, die vor Kurzem das Lager mit ihnen geteilt hatten...


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 Betreff des Beitrags: Re: Lande im Zwielicht
BeitragVerfasst: Sa 21. Feb 2015, 09:02 
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Maethor i Thela Estel
Maethor i Thela Estel

Registriert: Do 2. Sep 2010, 23:41
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Nachname: Aeglanthirion
Berufszweig: Rüstungsschmied(in)
Klasse: Waffenmeister(in)
Wissenstufe: 75
Sippe: Falkenruhs Wacht
Unerwartete Weggefährten
(Einsame Lande)

Rückschau: einige Zeit nachdem die Männer der Wacht gebeten wurden, die Suche nach der Schar Halborks aufzunehmen - und die Reisegruppe aus Imladris auf dem Weg gen Norden ist


Die Hitze stand noch flimmernd über dem Wasserloch. Die verkrüppelten Bäume brachten wenig Schatten und auch der Abend versprach keine wirkliche Abkühlung in dieser Jahreszeit.
Die Elbin beobachtete reglos aus ihrer Deckung die beiden Gestalten nahe des Gewässers. Schlank waren sie und hochgewachsen. Mochten sie auch eine Kleidung tragen, die in dem Gelände wenig auffiel und selbst ihren Kopf verhüllte, so verrieten doch ihre Haltung und Bewegungen, dass es keine Menschen waren.

Amtaruil war nahe an den Stamm des Baumes getreten und beobachtete, wie das Pferd ruhig zum Wasserloch zurückschritt, um zu trinken.
Falleth trat aus dem Schatten ihrer Deckung heraus und bewegte sich ruhigen Schrittes zu dem Tier hinüber, darum bemüht, das Tier nicht aufzuschrecken.
Die Stimme der Elbin war kaum mehr als ein leises Hauch in der Abendbrise: "Dieses Tier ist nicht wild. Es ist gut gepflegt." Amtaruil nickte.

Lothuilos richtete sich auf und kam langsam und leise näher.

Beruhigend sprach die Elbin mit dem Pferd, als sie eine leise Warnung ihres Begleiters sich umdrehen ließ.
Lothuilos stieß einen leisen Pfiff aus, woraufhin die Stute am Wasserloch den Kopf in ihre Richtung wandte, leise schnaubte und zu ihr trabte. Dann hob sie die Hand zum Gruß.
Falleth drehte sich gewandt um, eine Hand um den Schaft des schlanken Speeres geschlossen.
Lothuilos nickte grüßend, die Reaktionen der beiden Elben aufmerksam abwartend: "Dhe suilon. " Sie strich ihrem Pferd beiläufig über den Hals.
Amtaruil senkte den Bogen wieder und sah sich wachsam um, während die fremde Elbin sich Lothuilos zuwandte : "Mae govannen. Wir befürchteten schon, es wäre seinem Reiter ein Leid geschehen."
Lothuilos legt fragend den Kopf schief, lächelte dann jedoch: "Ah, henion. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass sie hier jemand finden würde. Ich war nicht lange fort. - Was führt Euch denn in diese Lande?"
Falleth deutete eine leichte Verbeugung an zum Gruß: "Wir sind Wächter im Dienste Herrn Elronds. Doch hierher führte uns ein Ruf eines der Unseren, der um Hilfe bat."
Lothuilos zog überrascht eine Augenbraue hoch und schob dann die Kapuze in den Nacken: "Einer der Unseren?"
Falleth folgte der Geste der Höflichkeit und streifte ihre Kapuze ebenfalls ab. Dann erst sprach sie weiter: "Einer der Wächter, den andere Aufgaben fern der Heimat geführt haben'
Lothuilos sah zu dem Elben und legte die Stirn in Falten, während ihr Gegenüber sich vorstellte: "Falleth ist mein Name."
Lothuilos neigte leichte den Kopf: "Mich nennt man Lothuilos."
Falleth lächelte: "Es ist mir eine Ehre." Dann nickte sie ihrem Begleiter zu: "Mein junger Freund hier ist Amtaruil."
Lothuilos musterte den Elben erneut nachdenklich.
Noch immer aufmerksamen Blickes die Umgebung beobachtend verneigte sich der eindeutig noch junge Elb, ebenfalls die Kapuze zurückziehend und kurzes rabenschwarzes Haar enthüllend: "Seid gegrüsst."
Lothuilos lächelte: "Es ist mir eine Freude. Amtaruil sagt ihr?"
Falleth nickte leicht, während der junge Elb die andere Elbin neugierig musterte.
Lothuilos sah sich um. Sie zögerte kurz, bevor sie fragte: "Und Amtarion?"
Amtaruil schaute erstaunt zu ihr zurück, als sein Blick schon wieder wachsam das Land um sie herum wahrnehmen wollte: "Ihr kennt meinen Bruder?"
Falleth schmunzelte, wenn auch ihre Augen immer wieder die Hügel streiften, als wollte sie sichergehen, dass sich nichts an sie anschleichen könnte.
Lothuilos schmunzelte sachte: "Auch Euch, Brannon, obwohl es schon eine Weile her ist. Es freut mich, Euch wieder zu sehen."
Amüsiert ging Falleths Blick kurz von Lothuilos zu dem jungen Elb und zurück: "Oh, wer weiß, vielleicht erfahre ich nun von neuen Schandtaten von euch zwei - vom seltsamen Verschwinden frischer Obstkuchen oder perlenden Weines."
Lothuilos gluckste leise, wurde dann wieder ernst: "Verzeiht, ich wollte Euch nicht aufhalten. Ihr habt es sicher eilig?"
Amtaruil schaute betrübt und schüttelte leicht den Kopf: 'Alas, brennil, es ist wirklich eine Weile her. Mein Bruder und ich weilten eine ganze Weile in Eregion. Der Heimat unserer Eltern und Großeltern. Wir kamen hierher, um die Wasservorräte aufzufüllen und uns zu vergewissern, dass der Weiler noch rein ist. Da entdeckten wir euer Pferd."
Er warf dem Tier einen freundlichen Blick zu. Lothuilos nickt sachte.
Falleths Miene wurde ebenfalls ernster, auch wenn ein Rest Schalk noch die Augen erleuchtete: "Verzeiht, wenn ich neugierig bin, aber seid ihr auf der Durchreise?"
Lothuilos nickte auf Amtaruils Worte und wandte sich zu Falleth zu. Sie schmunzelte: "Ja, so kann man es nennen."
Falleths Stimme klang ernst: "Dürfen wir euer Ziel erfahren oder die Richtung, in die es euch führen wird?"
Lothuilos klang verwundert: "Ich werde bald gen Nordwesten weiterreisen, um zum Rest meiner Gruppe aufzuschließen.'
Amtaruils Miene wurde sehr besorgt auf ihre Worte hin: "Gen Nordwesten?" Nun wirkten auch Falleths Augen ernst.
Lothuilos nickte leicht: "Etwa in Richtung der Moore." Falleth sah sie ernst an: "Eine gefährliche Richtung."
Lothuilos sah sie fragend an: "Es ist eine gefährliche Gegend hier."
Auch Amtaruils Stimme klang besorgt: "Ihr solltet eure Wahl vielleicht überdenken."
Lothuilos schüttelte sachte den Kopf.
Amtaruil fügte hinzu: "Unser Vater sandte nicht umsonst nach Hilfe."
Lothuilos runzelte besorgt die Stirn: "Euer Vater?"
Falleth setzte hinzu: "Aeglanthir schickte Nachricht gen Imladris, doch wir waren näher."
Lothuilos sah überrascht zu ihr: "Aeglanthir? Was hat er erfahren?"
Amtaruil sprach leise: "Er und Verbündete, die hier in der Nähe leben, haben eine Gruppe Halborks aufgespürt. Sie haben sich hier in der Nähe eingenistet
Lothuilos nickte langsam: "Ich hatte ihn um Hilfe gebeten, als wir sie zum ersten Mal sahen. Wo genau sind sie?"
Amtaruil deutete gen Nordwesten: "Eine alte Feste haben sie besetzt - einer der Menschen nannte sie Alagos."
Falleths ergänzte: "Eine gute Lage, für Übergriffe ins ahnungslose Breeland. Wir suchen ihre Bewegungen zu beobachten und ihre Absichten herauszufinden. Doch jeder Reisende gen Norden ist in Gefahr."
Lothuilos nickte nachdenklich: "Zweifellos."
Lothuilos sah von einem zur anderen: "Wo genau ist diese Feste?"
Falleths Hand deutete gen Nordwesten: "Kennt ihr den Mückenwasserpass."
Lothuilos nickte: "Aber sicher. Diesen Weg wollte ich nehmen."
"Seht euch vor, brennil. Sie haben Wächter dort platziert."
Lothuilos sagt: 'Wächter?'
Falleth fügte hinzu: "Späher, die die alte Brücke überwachen. Sie sind nicht sehr aufmerksam, doch für unwissende Reisende eine tödliche Gefahr."
Lothuilos sah nachdenklich in die Ferne und nickte.
"Wir pirschten uns recht nahe heran, doch jeder von ihnen, der sich nicht in der Feste zurückmeldet, wird sicher vermisst werden. Vater und auch die Menschen sind der Meinung, dass sie keine Aufmerksamkeit erregen wollen, solange es sich vermeiden lässt."
"Das wäre zweifellos klüger. Gibt es Hinweise, was sie vorhaben könnten? Und - wie viele der Halborks befinden sich in der Feste?"
Falleth sah sie an: "Sie kamen in mehreren Gruppen. Es müssen weit über 30 sein, nach dem, was wir herausfinden konnten."
Und Amtaruil meinte: "Vater sagte, er sei sich nicht sicher, ob das ihr Ziel ist... Sie scheinen sich hier zu sammeln, aber... das ist es auch."
Lothuilos überlegte: "Die Feste wird sicher gut zu verteidigen sein..."
Falleth nickte: "Sie liegt auf mehreren Felskämmen. Und nur eine Brücke führt dorthin. Die Felsklippen hinauf sind trügerisch."
Lothuilos seufzte leise.
"Einer der Menschen hat es wohl versucht, eine der Felswände zu erklimmen, doch es ist ihm nicht wohl ergangen." Amtaruil klang bekümmert.
"Wir alle haben nicht die Kämpfer, um sie zu stürmen."
Lothuilos schüttelte sachte den Kopf: "Selbst mit genug Kämpfern... der Preis wäre hoch."
Falleth stimmte ihr grimmig zu: "Das wäre er. Die Jungen mögen keine Erinnerung daran haben, doch die Zeiten sind lange dahin, dass unseres Volkes Hochzeiten waren."
Amtaruil nickte langsam.
Lothuilos überlegte: "Gibt es keinen anderen Weg, dort Schaden anzurichten? Für Bogenschützen möglicherweise? Möglicherweise könnte man so den Vorteil eines einzigen Eingangs umkehren."
"Vielleicht, doch sichern sie den Umkreis um die Feste und sie werden sich nicht lange dort drin aufhalten. Ohne eine ausreichende Anzahl von Kämpfern, die die Ausbrechenden aufhalten, wäre es ein Stich ins Wespennest."
"Wie viele seid Ihr denn hier? Werden noch weitere folgen?"
"Wir sind nur eine Handvoll und wenige erfahrenere Kämpfer." Falleth seufzte leise.
"Nein, da macht ein Angriff keinen Sinn. Meint Ihr, es ist möglich, etwas über ihre Absichten herauszufinden?"
Amtaruil sah zu den beiden Elbinnen: "Das hoffen wir alle." Und auch Falleth nickte: "Es sind wohl auch ein oder vielleicht zwei Menschen unter ihnen."
"Den Halborks?"
Amtaruils ebenmäßiges Gesicht verdüsterte sich: "Ja."
Falleth nickte auf Lothuilos' Frage: "Die Leute von der Wacht hoffen, von diesen etwas in Erfahrung zu bringen. - Verräter unter dem eigenen Volk zu haben ist eine schwere Last. Nicht zu wissen, wem man trauen kann..."
Lothuilos wirkte eine Weile nachdenklich, bevor sie Falleth leicht zunickte: "Die Wacht? Die Wacht zu Falkenruh?'
"Ja, genau diese. Vater suchte sie im Auftrage von Herrn Elrond auf seinem Rückweg auf."
Lothuilos lachte leise auf: "Oh. Nun, das erklärt wohl einiges..."
Falleth nickte: "Sie sind uns einige Male zu Hilfe gekommen und wir ihnen. Hin und wieder begleiten sie Händler auf ihren Wegen."
Lothuilos nickte leicht.
Amtaruil musterte sie: "Sind sie nicht auch Eurem Haus Verbündete?"
Lothuilos nickte bestätigend: "So ist es. Haben sie auch dort um Hilfe gebeten?"
Amtaruil hob die Schultern: "Das weiß ich nicht. Vater sprach nur davon, dass Nachrichten an die gesandt wurden, von denen er sich in der Kürze der Zeit Hilfe erhoffen konnte."
Falleth schaute erneut gen Nordwesten: "Es hat einige Zeit gedauert, bis die Halborks aufgespürt wurden."
"Ich hoffe, er konnte Torendir eine Nachricht zukommen lassen. Es reisen einige weitere Kämpfer mit dieser Gruppe und es würde wohl kaum schaden, wenn wir mehr wären..."
"Jeder Bogen und jede Klinge ist willkommen, brennil..."
Lothuilos neigte leicht den Kopf, während Falleth fortfuhr: "... und jeder, der die Moral hochzuhalten versteht, denn die letzten Tage waren hart und haben ihre Spuren nicht nur bei unseren menschlichen Freunden hinterlassen."

Ein leiser Vogelruf ließ Falleth innehalten. Amtaruil drehte sich um und winkte zwei langsam näherkommenden Gestalt zu.
Nelvaer blieb beim Anblick der Fremden kurz stehen, kam jedoch weiter heran, als sie beim Näherkommen erkannte, dass es eine Elbin war, die sich im Gespräch mit ihren Gefährten befand.
Lothuilos nickte den beiden grüßend zu.
Nelvaer setzte die Kapuze ab und zeigte die leeren Handflächen: "Seid gegrüsst."
Dask lächelte, als er Amtaruil erkannte. Freundlich grüßte er alle Anwesenden.
Nelvaer deutet auf den älteren Mann: 'Seht, wen ich nahe der Straße getroffen habe."
Falleth verneigte sich höflich, es wurde deutlich, dass ihr der Mann offenbar gut bekannt war: "Es ist eine Weile her, Meister Balduar."
Dask fuhr sich über die Stirn, den Schweiß wegwischend: "Das ist wahr. Ich wusste gar nicht, wer noch so alles hier unterwegs ist."
Lothuilos sieht abwartend zu der Elbin und dem Menschen.
Amtaruil grinste und fragte neckend: "Habt ihr die Bibliothek noch nicht ausgelesen?" Für einen Moment überspielte der jugendliche Schalk seine ungewohnt ernste Miene.
Dask blickte schuldbewusst: "Ich verbringe wohl in letzter Zeit zu viel Zeit hinter Büchern und zu wenig draußen..."
Amtaruil lachte leise.
Dask sah sich um: "'Wo ist euer Bruder? Ist er nicht mit euch unterwegs?"
Amtaruil sah gen Nordwesten: "Mein Bruder ist mit Narannir unterwegs."
Dask sagt: "Ah." Offenbar war ihm der Name nicht unbekannt.
Amtaruil drehte sich wieder zu Lothuilos: "Brennil Lothuilos, dies ist Dask Balduar, ein vielbelesener Gast in Imladris. Auch wenn man meist keine Nasenspitze von ihm draußen zu sehen bekommt."
Dask neigte den Kopf in Richtung Lothuilos. Lothuilos lächelte und verneigte sich sachte: "Es ist mir eine Ehre, Brannon Balduar." "Mir ebenso."
Nelvaer blickte zu Falleth: "Er willigte ein, mit mir zu kommen und eventuell Nachrichten auf seinem Weg mitzunehmen."
Dask fuhr sich über die fast weißen Haare: "Nun, ich hoffe, ich habe euch nicht unterbrochen mit meiner Ankunft. Wolltet ihr gerade lagern oder noch weiterziehen?"
Falleth: "Wir machten hier nur kurz Rast und trafen unerwartet auf brennil Lothuilos. Habt keine Sorge."
Amtaruil klang nun wieder besorgt, als er Lothuilos fragte: "Ihr erwähntet eure Gefährten, brennil? Sie sollten gewarnt werden."
Lothuilos nickte: "Ich denke nicht, dass sie sich überraschen lassen würden, doch eine Warnung wird sicher nicht schaden."
Nelvaer trat währenddessen zum Ufer und füllte nach kurzer Überprüfung ihre Wasserflasche am Weiler auf.
Lothuilos sah fragend in die Rund: "Außerdem sollte ich ihnen von den Halborks berichten, sofern sie in meiner Abwesenheit noch keine Nachricht erhalten haben. Wann werdet Ihr denn aufbrechen? Und wohin?"
Falleth wandte ihren Blick gen Nordwesten: "Wir wollten uns erneut einen Überblick über den Pass verschaffen - wenn ihr uns begleiten mögt? Dann könntet ihr euren Leuten noch genauere Kunde überbringen."
Lothuilos nickte zustimmend: "Ihr habt recht. Ich begleite Euch gerne."
Falleth deutete die steileren Anhöhe empor: "Dann lasst uns aufbrechen. Unser Ziel ist dort oben."

Nelvaer sah zu Dask, ihre melodiöse Stimme klang leicht neckend: "Schafft ihr den Weg noch, Meister Balduar?"
Dask schnaufte, gespielte Empörung in seine Stimme legend: "Allemal!"
Nelvaer lächelte. Es war deutlich, dass sie den älteren Mann schätzte und wirklich um sein Wohlergehen besorgt war.
Dask beäugte den Hügel kritisch, während die Elben ihre Antlitze erneut unter den Kapuzen verbargen. Entschlosen schulterte der Mann sein Bündel wieder.
'Schafft ihr das noch - und das von einem Jungspund wie Nelvaer... Pah!'
Er wusste sehr gut, dass die zierliche Elbin um einiges älter war als er selbst und auf eine weit größere Erfahrung zurückzublicken imstande war, doch meist sah er sie nur, wenn sie Gedichte oder Liedgut nachschlag oder in der Biobliothek niederschrieb. Die schlanke Klinge an ihrer Seite und der ungewohnte Ernst, mit dem sie ihm von dem berichtet hatte, was hier lauerte, bekümmerten ihn.

Falleth nahm den Speer auf, den sie zwischenzeitlich kurz in den Erdboden gesteckt hatte, und übernahm die Führung. Sie nickte, als Nelvaer sich anbot, den Abschluss zu machen.
Lothuilos warf Nínim einen kurzen Blick zu, die ihr in einigem Abstand folgte...

In der inzwischen hereingebrochenen Nacht lag der Hügel scheinbar verlassen da, als die drei Elben und ihr Begleiter eine kleine Baumgruppe auf der Kuppe erreichten, sorgsam die Deckung ausnutzend, die das Land ihnen bot.
Dask war etwas zurückgeblieben, rückte sein Bündel zurecht und spähte mit zusammengekniffenen Augen in die Dunkelheit. Die Nacht hatte bisher keine Abkühlung gebracht und immer wieder rieber sich den Schweiß von der Stirn.

Aufmerksam verharrt Falleth bei einem der Bäume zu der Seite, wo ein jäher Abgrund sich auftat und weit unten sich ein schäumender Bach durch die tiefe Schlucht fraß. Die Elbin war fast eins mit der schlanken Wuchs des Stammes.

Nelvaer ging am Rand des Wäldchens in Deckung, die Rückseite des Hügels überwachend. Ohne Regung hockte die Elbin da, während das Gras sich sanft an ihre Gestalt schmiegte. Als der Ruf eines Nachtvogels ertönte, lauschte sie kurz, bevor sie den Ruf mit einem ähnlichen beantwortete.
Falleth hatte aufgehorcht, als die Signale erklangen. Sie wandte sich Amtaruil zu, der sich weiter gen Osten gehalten hatte, von wo man eine Furt über den reissenden Bach aus einblicken konnte: "Gibt es Neues?"
Amtaruil sprach leise: "Eine weitere Gruppe passiert die Furt - etwa zehn."
Er schaute zu Lothuilos, die mit ihm gekommen war und nun bestätigend nickte.
Falleth blickte grimmig hinab, wo auf der anderen Seite der Schlucht, wesentlich tiefer, ein schmaler Weg entlang der Felsen führte: "Dann verschiebt sich ihre Anzahl erneut zu unseren Ungunsten."
"Wir müssen verhindern, dass mehr diese Furt dahinten passieren."
Lothuilos sah missmutig in die Richtung, in der die Furt lag, während sie beratschlagten. Amtaruil hatte ihr von ihren bisherigen Überlegeungen und Versuchen berichtet. Sie mussten sorgfältig die Möglichkeiten abwägen, die sie hatten. Etwas, das nicht nur von kurzer Dauer oder zweifelhaftem Nutzen war, da sie nicht abschätzen konnten, ob jede neue Gruppe bereits erwartet wurde... und demnach vermisst....

Lothuilos überlegte: '... Ich denke nicht, dass sie das auf Dauer aufhalten wird und wenn einer entkommt..."
Nelvaer war zu ihnen gekommen, während Amtaruil ihre Wache übernommen hatte: "Wir sollten auf jeden Fall die Wacht warnen und auch eure Gefährten, ganz gleich was wir für die Furt unternehmen."
Lothuilos nickte: "Zweifellos."
Dask räusperte sich: "Nun, ich bin kein guter Bogenschütze, schon gar nicht nachts. Ich kann aber jederzeit eine Nachricht weitertragen."
Nelvaer wandte sich Lothuilos zu: "Brennil, ihr seht und sprecht wie ein erfahrener Jäger. Zumindest weitaus erfahrener als ich. Lasst mich zu euren Gefährten gehen, sie warnen und zur Wacht bringen."

Lothuilos überlegte, nickte dann: "Ich danke Euch, Brennil. Je schneller sie gewarnt sind, desto besser."
"Sagt mir, wo ich sie finden kann und wie ich mich ihnen als von euch gesandt zu erkennen kann, dann werde ich rasch aufbrechen."
Dask sah besorgt in die Dunkelheit: "Aber wenn Nelvaer zu eurer Gruppe aufbricht und ich zur Siedlung der Wacht, denn da wollte ich ja hin, seid ihr hier noch weniger....."
Falleth unterbrach ihn: "Meister Balduar, ihr seid kein Kämpfer."
Dask schniefte leise: "....nicht mehr so... tja..."
Falleth schüttelte energisch den Kopf: "Eilt gen Herberge. Der Wirt dort kennt Leute, die sicher kein InNteresse haben, dass sie Besuch von Plünderern bekommen. - Brennil Lothuilos? Würde euer Pferd Meister Balduar sicher tragen?"

Lothuilos beschrieb Nelvaer den Weg, den die Gruppe nehmen wollte und nannte ihr einige kurze Erkennungsmerkmale. Dann wandte sie sich Falleth zu.
Dask wehrte ab, sichtlich unwohl bei dem Gedanken: " Ich brauche kein Pferd."
Lothuilos lächelte: "Aber sicher."
Dask seufzte: "Wird es denn zu euch zurückfinden?"
Lothuilos schmunzelte: "Aber sicher", wiederholte sie eine Bestätigung.
Falleth musterte den alten Mann: "Es ist eine gute Strecke und Eile ist vonnöten."
Lothuilos nickte: "Nínim ist schnell. Ihr werdet rasch ankommen."
Dask seufzte erneut: "Das mit der Eile ist ein Grund, ja."

"Seid vorsichtig. Ich werde eilen und sobald zurückkommen wie ich kann." Nelvaer hatte Lothuilos' Ausführungen aufmerksam zugehört. Nun verabschiedete sie sich rasch von den anderen und eilte mit langen Schritten davon.

Dask schaute unsicher: "Ninim, hm?" Er blickte sich nach dem Tier um.
Lothuilos ging mit ihm hinüber und sprach rasch einige leise Worte mit dem Pferd. Es schnupperte kurz an Dask und schnaubte leise.
Dask versuchte ein letztes Mal, das Unvermeidliche zu umgehen: "Wird es euch auch wirklich nicht fehlen?"
Lothuilos schüttelt sachte den Kopf: "Ich fürchte, sie würde eher auffallen."
"Hm, dann sollte ich wohl auch jetzt aufbrechen."

Falleth nahm ihren Posten am Rande der Schlucht wieder auf, während Amtaruil kurz von seiner Wache zu ihnen hinüberkam: "Seht euch vor, Meister Balduar."
Lothuilos strich ihrem Pferd sacht über den Hals: "Sichere Wege."
Dask zog sich in den Sattel: "Aber rechnet nicht so sehr mit ihrer frühen Rückkehr. Taernen führt einen guten Stall und sein Gehilfe wird über dieses Tier entzückt sein. Er wird es sicher erst versorgen wollen, ehe wir es zurück schicken."
Lothuilos gluckste leise: "Das wird ihr sicher gut tun."

Nur noch wenige Worte tauschten sie noch aus, dann zogen die Elben sich zurück.
Währenddessen trug das Pferd der Elbin raschen Schrittes seinen ungewohnten Reiter sicher durch die Dunkelheit, die über dem Land lag...


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 Betreff des Beitrags: Re: Lande im Zwielicht
BeitragVerfasst: Sa 21. Feb 2015, 17:03 
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Maethor i Thela Estel
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In der Hitze der...
(Einsame Lande - Wetterberge - Breeland)

Rückschau: kurze Zeit nachdem Nelvaer von ihren Gefährten aufgebrochen ist, um Lothuilos Gefährten zu warnen


Erleichtert hielt die zierliche Elbin inne, als sie die Rand der Senke erreichte, die Lothuilos ihr beschrieben hatte. Es konnte nicht mehr weit sein zu dem Lager, wo sie hoffte, die Gefährten der anderen zu treffen. Noch vorsichtiger als zuvor, denn sicher würden sie ihr Lager nicht unbewacht lassen in dieser Gegend, eilte sie voran.
Kurz darauf fand sie ihre Vermutung bestätigt. Nelvaer hielt inne, betrachtete ihr Gegenüber: "Mae govannen!" Sie schlug ihre Kapuze zurück.
Die andere Elbin musterte sie aufmerksam, doch nicht unfreundlich: "Ai, mae govannen! Was für eine erfreuliche Begegnung hier in dieser öden Wildnis."
Nelvaer lächelte: "Ai, da sprecht ihr wahr. Selten noch trifft man unsereins hier an. Doch sagt, gehört ihr zu brennil Lothuilos? Oder kennt ihr sie?"
Gildinfael sah sie erstaunt an: "Gewiss habt Ihr Recht, wenn man in diesen Landen normalerweise keinen unseres Volkes erwartet. Heute jedoch habt Ihr großes Glück!" Sie lachte leise, bevor sie fortfuhr: "Mae, ich kenne Lothuilos. Denn Lothuilos reist mit mir und Ihr werdet noch einige weitere edhil vorfinden. Warum fragt ihr? Sucht ihr sie? Dann muss ich euch enttäuschen, denn sie kehrte noch nicht zum Lager zurück."
Nelvaer war sichtlich erleichert: "Meine Gefährten und ich trafen sie vor kurzem - und baten sie, uns zu unterstützen. Sie sagte, sie wäre in Begleitung und dass ihr nach Norden wollt."
Gildinfael nickt bestätigend: "So ist es."
"Die Reise gen Norden ist gefährlicher denn je in diesen Tagen."
Gildinfael schaut sie prüfend an: "Das ist wahr gesprochen. Die Schatten werden länger jeden Tag und allernortens kriechen üble Geschöpfe zu Tage."
"Lothuilos bat mich, euch zu warnen und zu unterrichten, während sie meinen Platz einnahm."
"So bringt Ihr neue Kunde? Das ist sehr gut! Wollt Ihr mich zurück zu den anderen begleiten?"
Nelvaer nickte bestätigend: "Ich will meine Gefährten nicht unnötig lange ohne meine Hilfe lassen. Doch niemand sollte derzeit dieses Gebiet durchschreiten, ohne gut vorbereitet zu sein."
Gildinfael nickte zustimmend zu diesen Worten: "Bitte verzeiht - ich habe Euch noch gar nicht nach Eurem Namen gefragt."
Ein leichtes Rot huschte über Nelvaers Wangen: "Ihr müsst euch nicht entschuldigen - ich vergaß, mich vorzustellen. Nelvaer nennt man mich."
"Sehr erfreut", die andere Elbin verbeugte sich leicht, "Mein Name ist Gildinfael."
Nelvaer erwiderte die Verbeugung graziös: "Wollen wir aufbrechen? Der Morgen naht bereits."
Gildinfael sah zum Horizont: "Mae, lasst uns gehen und zusehen, dass wir die anderen aufstöbern."
Nelvaer folgte ihr eilig zum Lager.

Mehrere Elben hatten ihr Lager in der bewaldeten und geschützt liegenden Senke errichtet. Nelvaer blickte sich aufmerksam um, als sie sich dem Lager näherten und die Anwesenden sich den Neuanömmlingen zuwandten.
Gildinfael hielt auf einen der Elben zu: "Suilad, brannon Lugaidh."
Lugaidh nickte Gildinfael zu: "Suilad."
Gildinfael wies auf Nelvaer: "Seht, wen ich in der Wildnis fand.
Lugaidh blickte die fremde Elbin an, die sich vor ihm und den anderen mit einer graziösen Bewegung verneigte: "Ich grüße euch."
Andere kamen heran, um zu sehen, was es Neues geben mochte.
Lotiel näherte sich still. Vahayarane blickte in die Runde, verhielt sich jedoch ruhig.
Lugaidh erwiderte den Gruß: 'Mae govannen, randís! - Seid gegrüsst, Wandernde!'
Nelvaer lachte leicht: "Wandernde. Wie wahr - oft führte uns unser Weg von der Heimat aus Lindon gen Imladris und zurück. Doch dieses Mal sind wir nicht auf frohem Wege hier."
Torendir nickte der fremden Elbe freundlich zu.
Lugaidh musterte sie eindringlich: "Mein Name ist Lugaidh. Wir reisen hier nach Nordwesten... was führte Euch in die Wildnis?"
Gildinfael blickte Nelvaer gespannt an: "Es hätte mich auch sehr gewundert, brennil, wenn fröhlicher Anlass Euch hierher in die Einöde geführt hätte."
"Ich traf eure Gefährtin Lothuilos. Sie bat vor einigen Wochen Aeglanthir um Hilfe in einer Angelegenheit."

Lugaidh lächelte: "Ah, der Name Aeglanthir ist mir wohl bekannt. Wenn unsere Wege eine Weile in die gleiche Richtung deuten, könntet Ihr ja mit uns reisen, für eine Weile. Es würde uns freuen."
Torendir nickte: "Das ist der Name, den brennil Lothuilos erwähnt hatte. Es freut mich, von ihm zu hören."
Nelvaer lächelte leicht: "Auch bei den Unseren, die die Wildnis durchstreifen, ist sein Name wohlbekannt und selten bleiben seine Bitten ungehört. Er bat uns, die Augen nach einigen Halborks offenzuhalten. Und schließlich.... fanden wir ihre Spuren..."

Langsam erhob sich währenddessen das Antlitz der Sonne über die Hügel im Osten und hüllte ihre Spitzen in einen goldenen Schein. Noch reichten ihre Strahlen nicht bis in die schattigen Mulden. Und nahe dem rauschenden Wasser sorgte ein feiner Sprühnebel für eine angenehme Frische. Doch ließ sich bereits erahnen, welch' ein warmer Tag bevorstand.

Gildinfael sah zu Nelvaer: "Ich hoffe, er ist wohlauf?"
Nelvaer nickte: "Das ist er... zumindest war er es, als ich und meine Begleiterin ihn verließen."
Vahayarane sah sich etwas nervös um und auch Torendir wirkte etwas beunruhigt ob der Ewähnung der Halborks: "Ich hatte gehofft, dass sich ihre Spur verloren hätte."
Berenfareth kam von ihre Runde zurück, doch offenbar war alles ruhig.
Lotiel lauschte dem Gespräch, doch noch hatte sie die Wachsamkeit der Nacht nicht abgelegt.
Cuildis sprach leise zu Torendir: "Eure Hoffnung erfüllt sich wohl nicht." Dann wandte sie sich an Nelvaer, deren Worte an Torendir jedoch bereits die letzte Unsicherheit ausräumten: "Sie haben sich in einer alten Feste in einem Tal im Norden niedergelassen. Alagos - diese Feste überwacht das Tal und damit den einzigen Weg, der von hier schnell gen Norden führt."
Cuildis hielt inne, als habe sich ihre Frage mit dem Satz an Torendir beantwortet.
Nelvaer blickte sie ernst der Reihe nach an, sah andere nicken.
"In den alten Ruinen rotten sich seit einiger Zeit immer wieder Feinde zusammen. Es ist ein ausgezeichneter Stüzpunkt und man kann das Land weit überblicken."
Lugaidh stimmte Gildinfael zu: "Dann wäre es weise, einen Bogen drum herum zu schlagen, wenn wir kein Aufsehen erregen wollen."
Vahayarane meinte ebenfalls: "Wir sollten diesen Ort umgehen oder nicht?"
Torendir überlegte: "Die Feste Alagos ist zwar von hier fern, aber selbst der Weg dorthin ist versperrt. Wir fanden gestern Abend mehrere Lager auf dem Weg zum Wolfspass."
Nelvaer wandte sich ihm zu: "Ich kann euch zum Lager der Wacht führen, die mit uns hierherkam."
Gildinfael fragte: "An den Mückenwassermooren entlang?"
Torendir sah zu ihr: "Ihr Vorschlag klingt vernünftig."
Lotiel sah gen Westen, wo die Moore lagen: "Können wir diesen Landstrich ungesehen durchqueren?"
Cuildis seufzte: "An den Mooren entlang?"
Berenfareth gab zu bedenken: "Die Moore sind recht offen."
Torendir nickte: "Das ist richtig, aber es ist der einzige Weg."
Gildinfael überlegte: "Wenn wir uns direkt an den Ausläufern der Hänge im Norden der Moore entlang bewegen, dann werden wir dennoch nicht leicht gesehen. Dort ist der Boden zwischen Moor und Felsen zwar schlammig, aber halbwegs fest, soweit ich mich erinnere." Sie sah zu Cuildis hinüber und schmunzelte: "Keine Sorge, brennil - die Mücken werden Euch nicht beissen."
Nelvaer sah in die Runde: 'Die Moore waren zuletzt noch frei. Die Wacht hat dort wohl Holzfäller und andere Anwohner um Unterstützung gebeten. Die letzten Berichte sagten etwas von Bilwissen, die in den alten Gemäuer dort hausen, doch weniger zu den nördlichen Ausläufern hin.
Vahayarane stimmte Gildinfael zu: "Dann wäre der Weg auch nicht so beschwerlich..."
Torendir sah zu den Pferden, die in der Nähe grasten: "Mhm... kommt man mit den Pferden gut hindurch?"
Berenfareth sagte: 'Wenn wir uns am Ufer halten, müsste es gehen.'
Nelvaer nickte erneut: "Wenn eure Pferde leicht trittig sind und ihr Reiter umsichtig, ist es zu schaffen - ohne ein Bad zu nehmen. " Kurz erhellte ein Schmunzeln ihre Miene.
Cuildis musterte Nelvaer: "Wie weit ist der Weg den Ihr gedenkt zu nehmen?"
Nelvaer sah zum Stand der Sonne und überlegte, während Lugaidh meinte: "Führen wir sie am Zügel, sollte es gehen. Sehr schnell werden wir jedoch nicht vorankommen."
Vahayarane verzog bei der Aussicht und rümpfte die Nase. Lotiel lächelte bei seinem Anblick: "Einen angenehmeren oder gar bequemen Weg werden wir wohl nicht finden."
Vahayarane nickte zustimmend: "Da mögt ihr recht haben."
Cuildis schaute ebenfalls prüfend zum Stand der Sonne.
"Der bequeme Weg wäre der Wolfspass oder die Oststraße." Doch Nelvaer schüttelte den Kopf bei Gildinfaels Worten: "Ihr werdet diese kaum ohne Kampf passieren können. Seit Längerem haben sie Späher ausgesandt."
Torendir sagt: "Nun denn, dann sollten wir nicht zögern."
Lotiel nickte zustimmend.
Vahayarane fragte: 'Zu viele, als dass man nicht mit ihnen fertig wird?'
Nelvaer nickte: 'Anfangs konnten wir uns freier bewegen, doch inzwischen ist ihre Zahl zu groß geworden. Um die 30, hieß es, suchen wir, doch die Zahl in der Feste ist weit größer.'
Berenfareth sah zum Wetterpass hinüber: "Zumindest scheinen es zuviele zu sein, als dass die Kämpfe unbemerkt blieben...'
Nelvaer stimmte ihr zu: "Wir sind Kundschafter, Wanderer, bereit zur Verteidigung, doch wenige erfahrene Krieger."
Vahayarane nickte verstehend.
Cuildis sah in die Runde: "Ihr habt brannon Torendir vernommen. Packt Eure Sachen. Wir brechen auf."
Gildinfael folgte Berenfareths Blick: "Wir müssen uns bemühen, Alagos so weit als möglich zu umgehen. Das Tal müssen wir leider durchqueren - jedoch den Abstand können wir vergrößern."
Berenfareth nickte: "Mae."

Rasch kamen die anderen der Aufforderung nach. Nelvaer wartete geduldig ab - scheinbar zumindest, doch ihre Augen suchten immer wieder den Himmel ab.

Nelvaer löste sich aus dem Schatten eines der Bäume, als die Gruppe vollzählig bei ihr versammelt war: "Seid ihr bereit?"
Berenfareth nickte: "So bereit wie ich nur sein könnte."
Torendir blickte zu Nelvaer: "Wir folgen Eurer Führung, brennil."
Lugaidh sah in die aufdämmernde Morgenröte hinaus. Dann zog er die Kapuze tief ins Gesicht, während er seinem Pferd auf den Hals klopfte.

Das Gelände bot anfangs wenig Hindernisse und die Gruppe kam gut voran. Bald schon hatte sie den Rand der Hänge erreicht, die mal schroff, mal sanft auslaufend zum Moor hinabführten.

Torendir blickte über das Moor, während Nelvaer vorging, den besten Weg hinab zeigend.
Cuildis staunte: "Wo es nur endet..."
Vahayarane hielt sein Pferd zurück, um nicht zu nahe an die Klippe heranzukommen.
"Am Ende des Tages werden wir nasse Füsse haben!" Lotiel klang fast unpassend heiter, als sie auf das Moor blickte.
Vahayarane verzog das Gesicht zu einem schrägen Lächeln.
Gildinfael sah über die sich weit hinziehende Fläche: "Wie sich der graue, wabernde Dunst aus den Sümpfen erhebt... wenn man genau hinsieht, kommt es einem vor, als wenn er verschiedene Gestalten formt."
Cuildis holte ein Tuch aus dem Wams und steckte es griffbereit an den Sattel

Nicht lange und dann breitete sich das Mückenwassermoor in seiner ganzen 'Pracht' vor den Reisenden auf. Die Luft flimmerte ob der Hitze über dem seichten Gewässer. Das Lied der Bewohner der Moore drang an die Ohren – das unheilverkündende Lied schier zahlloser Mückenschwärme.

Nelvaer hielt am Rande der Moore inne und schaute sich sichernd um: "Ich hoffe, ihr habt keine Abneigung gegen die Bewohner hier." Sie lächelte leicht, doch ihre Augen blieben ernst.
Torendir sah sich um: "Ich ahne Übles.... Am Ende des Tages werden wir uns nach einem kühlen Bad sehnen."
Vahayarane blickte zu Torndir herüber, während Lugaidh seine Pfeife auspackte, sie stopfte und entzündete.
Gildinfael machte eine abwinkende Bewegung bei Torendirs Worten: "Solange es nur dies ist.."
Lotiel mutmaßte: "Ich fürchte, wir werden es nicht bekommen!"
Gildinfael schmunzelte: "Wenn wir erst den Nen Harn erreicht haben, könnt Ihr während der Rast stundenlang baden und Euch einweichen. Sein Wasser ist kristallklar."
Lotiel seufzte: "Dann sollten wir reiten, sonst bleibt es bei einer Vorstellung."
Torendir lächelte schief: "Es geht eher um die Kühlung der zahllosen Mückenstiche, die uns erwarten werden."
Nelvaers Blick kehrte zum Firmament zurück, kleine dunkle Punkte dort oben mochten vielleicht Raubvögel sein, doch waren sie selbst für Elbenaugen zu weit oben.
Gildinfael sah Torendir fragend an: "Habt Ihr Euch denn nicht mit Kräutern eingerieben, brannon?" Torendir winkte ab.
Vahayarane zog seine Kaputze tiefer ins Gesicht.
Lugaidh schwenkte seine Pfeife ein paar Mal vor sein Gesicht herum.
Mit einer schnellen Bewegung schlug Cuildis nach der linken Hand, die Bewegung schien jedoch nur mehr Mücken auf sie aufmerksam zu machen. Jemand reichte ihr eine Dose rüber, die sie rasch öffnete und daran roch. Kurz darauf schloß sie die Dose wieder, vorübergehend die Mückenplage mit Hilfe der Kräutersalbe abschreckend, ritt an Gildinfaels Seite und reichte ihr die Dose zurück.
Berenfareth wedelte mit einer Hand vor ihrem Gesicht herum, doch mit wenig Erfolg. Lotiel verscheuchte kurz einige Mücken, die sich von der Kräutersalbe nicht abwimmeln ließen.
Doch die Mückenschwärme schienen unzählige... und unerschütterlich...

Einem sich eigenwillig schlängenden nicht erkennbaren Pfad entlang der Ausläufer des Moores folgend führte Nelvaer sie weiter, immer wieder prüfend die Gegend beobachtend.
Nicht nur Lugaidh warf dabei immer wieder einen Blick nach hinten.

Nur mühsam kamen die Reisenden voran, immer wieder ihre Pferde auch führend. Die Sonne schien auch an diesem Tag wieder unbarmherzig hinab. Eine Rast war aber nicht anzuraten, auch wenn die drückende Hitze ihnen zusetzte, denn die unnachgiebigen geflügelten Bewohner der sumpfigen Gewässer setzten ihnen nach und ließen sich kaum dauerhaft abschrecken. Ein modriger Geruch nahm ihnen zudem schier den Atem.

Als eine ganze Wolke von geflügelten Plagegeistern, aufgeschreckt durch die Reisenden von einem stinkenden Sumpfloch neben ihnen aufstieg und sie einhüllte, schüttelte Vahayarane angewidert den Kopf: 'Bah, diese elenden Mückenschwärme, aber was haben wir erwartet."
Nelvaer strich sich die feuchten Haare aus der Stirn, dabei einige von den dreisten Tieren wegwischend.
Berenfareth seufzte: 'Ich wünschte, wir hätte die Moore schon hinter uns."

Die scheinbar nicht enden wollenden Reise führte sie immer weiter nach Norden, bis endlich am Horizont die ersten Ausläufer des Chetwalds sichtbar wurden. Ein Blick zur Sonne genügte, um zu wissen, dass der Nachmittag bereits weit voran geschritten war...

Nach langen Stunden entlang der Ausläufer der Moore wurde der Boden unter den Pferdehufen wieder fester und die vor Hitze flimmernden Sumpfgewässer wichen erst matschigem, dann mit Unterholz und Gräsern überwuchertem Erdboden.
Nelvaers Ausdruck war erleichtert, als sie sich zu den anderen umdrehte.
Lotiel sah zu den Bäumen: "Schatten! Eine Wohltat!"
Berenfareth nickte: "Und ein Ende des Moores in Sicht."
Torendir zählte leise: "Hm? Oh ja... nur... ein... zwei Stiche. 'Aber diese drückende Hitze hätte ich hier nicht erwartet"
Gildinfael lachte: "Nun, Ihr hattet die Wahl."
Vahayarane kratzte sich an der Stirn.
Lugaidh warf einen Blick auf den gewaltigen Baum zur linken Seite, der bereits aus der Ferne aufgefallen war.
Nelvaer musterte besorgt den wolkenlosen Himmel: "Mir scheint, ein Gewitter liegt in der Luft."

Kaum, dass der Wald erreicht wurde, verstummte das Lied der Mücken hinter ihnen. Die Luft - noch immer schwül - wurde dennoch deutlich angenehmer. Vereinzelt konnte man immer wieder zwischen den Bäumen kleinere Hütten ausmachen - vielleicht Holzfäller."
Torendirs Pferd schlug mit dem Schweif nach einer der letzten Mücken, sichtlich erfreut über das Ausbleiben weiterer Quälgeister.
Lugaidh löschte die Pfeife wieder. Endlich waren die letzten Mückenschwärme mit dem Sumpf hinter ihnen zurückgeblieben.

Rasch ging das niedrige Buschwerk in dichten Baumbewuchs über. Wenige Pfade waren mit bloßem Auge erkennbar, doch für kundige Augen waren die leichten Wildwechsel erkennbar.

Lotiel betupfte sich mit einem Tuch das Gesicht. An einer geschützten Stelle hielt Nelvaer an und ließ alle wieder zu ihr aufschließen: "Ab hier werden wir einen Teil des Weges zu Fuß gehen müssen. Doch die Pferde werden sich wohl über die Rast freuen."
Torendir meinte zu Cuildis in seiner Nähe: "Diesen Wald nennt man Chetwald."
Cuildis sah sich um: 'Also sind wir nun im Breeland...'
Lotiel sah zu den gewaltigen Bäumen hinauf
Gildinfael musterte die Bäume um sie herum: "Es ist viele Jahre her, dass ich zuletzt hier war und diese Lande durchquerte."
Cuildis wischte sich mit dem Handrücken über die Stirn, stieg dann aus dem Sattel
Lugaidh schwang sich aus dem Sattel und ergriff die Zügel.
Lotiel stimmte Gildinfael zu: "So geht es auch mir, brennil. Lange Zeit war ich nicht hier."
Gildinfael sah zu den Wipfeln der Baumriesen hinauf: "In meiner Erinnerung sind diese gewaltigen Bäume ein gutes Stück kleiner."
Lotiel glitt aus dem Sattel.

Nelvaer trank einen Schluck aus dem Wasserschlauch, bevor sie sich erneut an die anderen wandte: "Der Weg, dem wir nun folgen, wird teilweise eng, seid vorsichtig, einige der Sträucher hier haben lange Dornen und ihre Blätter sind wie Brennesseln. - Doch kommt nun, es ist noch ein weiter Weg."
Torendir strich seinem Pferd über die Flanke, nahm dann die Zügel wieder zur Hand.
Berenfareth stieg nach einem letzten Blick den Weg zurück aus dem Sattel.
Lugaidh sah an den Bäumen hoch: "Diese Bäume...sie haben einst die Herren Arnors gesehen, wie sie hier wandelten..."
Gildinfael nickte: "Der Chetwald ist stellenweise sehr schön. Besonders in der Umgebung des Sees. Er erinnert mich manchmal sogar ein klein wenig an meine Heimat."

Der unscheinbare Pfad, dem sie nun folgten, verborgen unter vielfältigem Blattwerk, war gerade breit genug, um die Reisenden hintereinander passieren zu lassen.'
Cuildis sprach leise zu der vor ihr gehenden Nelvaer: "Hm... ist das hier Jagdgebiet?"
Nelvaer nickte bestätigend.

Wiederholt drangen aus der Ferne Rufe an ihre Ohren – vielleicht Waldarbeiter, die ihr Tagwerk erledigt hatten und sich sammelten, um nach Hause zurück zu kehren. Torendir lauschte, doch war nichts Näheres auszumachen.

Als die Schatten unter dem Laubdach noch länger wurden, drangen andere Laute an die scharfen Ohren der Elben - nicht Rufe von Arbeiter oder wie zu Beginn ihres Weges durch den Wald auch Äxte, die tief in das Holz der Waldriesen eindringen.
Nein, hier traf Stahl auf etwas anderes, und manch' gedämpfter Laut war schmerzerfüllt...

Nelvaer hielt inne: "Hört ihr das?" Sie sprach leise - deutliche Besorgnis in ihrer Stimme.
Lotiel ging hinter Nelvaer und stoppte überrascht: "Was..?" Sie hob lauschend den Kopf höher.
Torendir verengte die Augen und spähte in die zunehmende Dunkelheit unter den Blättern.
Lugaidh spannte sich: "No tiriel - seid wachsam."

Der nun deutlich erkennbare Kampfeslärm verstummte rasch und ein umso tieferes Schweigen senkte sich über den Wald.
Cuildis griff nach ihrem Bogen und schaute sich wachsam um.
Lotiel tastete nach dem Beutel an ihrer Seite, zog die Schnürung auf: "Ein...Überfall vielleicht?"

Nelvaer sah sich um, an wenigen Stelle wurde der Weg etwas breiter, so dass zwei Leute knapp nebeneinander stehen konnten: "Sehen wir nach... Es kam aus der Richtung, in die unser Weg führt..."
Vahayarane schaute sich gespannt um.
Nelvaer ging deutlich langsamer und vorsichtiger vorwärts, manchmal zögernd, bevor sie einen weiteren Schritt machte.
Cuildis folgt leise den anderen, jederzeit bereit, den Bogen auf mögliche Feinde zu richten.

Nach einer nur kurzen und doch lang erscheinenden Strecke war im Dämmerlicht, das zwischen den Blättern hindurchfiel, eine kleinere Lichtung vor ihnen erkennbar und mehrere Gestalten. Ein Teil von ihnen lag reglos am Boden, während sich andere beim überhängenden Wurzelwerk eines alten Baumes sammelten. Einer von ihnen ging dort neben etwas - oder jemand in die Hocke.
Zwei der Gestalten sicherten währenddessen aufmerksam, während ein dritter die reglosen Körper abschritt, immer wieder bei ihnen niederkniend. Kurz blitzte Metall auf, als ein Lichtstrahl sich zwischen den Blättern hindurch zum Boden der Lichtung verwirrte.

Torendir blickte angespannt an Nelvaer vorbei auf die Szenerie. Sein Blick geht von den Menschen zu den Gestalten am Boden, um der Situation gewahr zu werden.
Lotiel zog reflexartig einen Gegenstand aus dem Beutel, umklammerte ihn.
Gildinfael füsterte leise: 'hain cenin, brannon! (Ich sehe sie)'
Lugaidh legte die Hand um den Schaft seines Speeres.
Torendir sprach leise: 'Bleibt ruhig. Nicht immer ist es Gefahr.'

Einer der Männer, die offenbar Ausschau nach weiterem Ärger halten sollten, stand für einen Moment nur schwer atmend da, die Arme gesenkt, die beiden Klingen jedoch noch nicht wieder zurück in die Scheiden gesteckt. Noch immer angespannt, alle Sinne darauf gerichtet, ob noch ein weiterer Feind in der Nähe war.
Der andere drehte sich zu ihm um. "Daro? Hörst du das?" Der blonde Hüne knurrte grimmig, trat neben den kleineren drahtigen Mann, erneuerte seinen Griff um das Schwertheft.

Daronart fuhr zu dem verdeckten Pfad herum. Kampfbereit, die Klingen in seinen Händen bereit.., rasch ging noch immer der Atem, wie nach kurzem aber hartem Kampf. Doch seine Haltung drückte Entschlossenheit aus - Entschlossenheit einem potentiellen Feind keine Chance zu lassen. Etwas Dunkles rann ihm von der Stirn herab zu dem einen Auge. Das andere war hinter einer Augenklappe verborgen.

Gildinfael spannte sich, murmelte: "Was hat das zu bedeuten? Sie können nicht ernsthaft gegen uns kämpfen wollen."

Torendir hob seine Hand weit nach oben: "Daro!"
Er sprach ruhig, seine Stimme deutlich erkennbar als Elb: "Fürchtet euch nicht. Wir sind keine Feinde."

Bei der Bewegung und dem Klang der Stimme drehte sich auch der dritte kampfbereit zu den anderen um, eine kurze Klinge funkelte schwach in seiner Hand.
Er erhob sich gewandt, senkte die Klinge jedoch, als er Torendis Worte vernahm. Er kam zu den anderen hinüber, leise diesen den Befehl gebend, die Waffen zu senken.

Torendir wandte sich an die Gruppe um ihn: "Lasst sie sich zu erkennen geben."
Vahayarane blickte misstrauisch. Lotiels Anspannung wich nicht, als sie zu den Männern in Waffen blickte. Berenfareths Hand ruhte auf dem Griff ihres Dolches.

Daronart war bei Torendirs Ausruf zusammengezuckt und hatte innegehalten, nun angespannt zu der Gruppe auf dem Pfad blinzelnd. Noch immer kampfbereit bei der kleinsten falschen Reaktion. Lorron hielt sich auf seiner blinden Seite, ebenfalls angespannt.

Cuildis hielt noch immer den Bogen bereit, doch die Sehne war nicht gespannt.
Vahayarane trat unauffällig ein paar Schritte zurück in den Schatten des Baumes

Nelvaer hatte die Hand am Dolch, aber diesen nicht gezogen. Leise sprach auch sie zu den Elben: "Haltet ein." Dann trat sie langsam aus dem Schutz des Unterholzes hervor, die leeren Handflächen emporgehalten und rief leise den Männern zu: "Wir kommen in Frieden."

Daronart zuckte beim Klang ihrer Stimme zusammen. Langsam schien sich der Kampfrausch bei dem Mann zu legen und er senkte die Waffen endlich etwas.
Lorron blickte fragend zu ihm: "Kennst du die? Noch mehr Ärger? Oder was?"
Marwek legte die Hand über die Augen und spähte ins dunklere Unterholz.

Lugaidh sah Nelvaer vortreten und sprach leise zu Gildinfael: "Zumindest Halborks scheinen diese Edain nicht zu sein. Kommt. Gehen wir zu ihnen."
Gildinfael nickte und wandte sich an die Menschen: "Mae govannen, edain. Wir kommen nicht in feindlicher Absicht! So Ihr uns nicht einen Grund gebt, die Klingen zu ziehen, indem Ihr uns angreift, werden wir Euch nichts tun."

Torendir stand weiterhin nur ruhig da, doch der Anblick täuschte. Angespannt deutete er auf die Leichen und meinte leise: "Sie sehen nicht wie Räuber aus... aber friedlich ist es hier nicht."
Vahayarane strich mit dem Finger nervös über die Federn eines Pfeils in seinem Köcher, welcher an seinem Gürtel befestigt war.
Nelvaer drehte sich nach einem langen Blick auf die Männer zu den Elben um: "Ich habe den einen erkannt." Sie deutete auf den dritten, der hinzugekommen war.
Gildinfael vergewisserte sich: "Ihr kennt ihn?"
Torendirs Anspannung ließ sichtbar nach, als sie das sagte. Die anderen sahen von Nelvaer zu der Gruppe Menschen.

Marwek rief mit gedämpfter Stimme zu ihnen hinüber: "Kommt hervor. Ihr habt nichts zu befürchten, wenn ihr in Frieden kommt. - Nelvaer? Seid ihr das?"
Nelvaer trat näher zu Marwek, damit er sie besser erkennen konnte.

Torendir schaute zur Seite zu Lugaidh und Gildinfael, die hinter der zierlichen Elbin auf die Lichtung hervortraten. Er trat nur langsam näher. Bloß keine hastige Bewegung, kein unnötiger Laut...
Lugaidh grüßte jedermann.
Gildinfael musterte die Männer: "Dhe suilon, edain! Was führt Euch hierher? Seid Ihr überfallen worden?"

Marwek klang erleichtert, als er der Gruppe gewahr wurde: "Nun, das ist eine willkommenere Überraschung... als wir erwartet hätten."
Lorron betrachtete die Gruppe neugierig, aber mit gerunzelter Stirn. Er warf einen Blick zu dem Mann an seiner Seite, als wollte er sich vergewissern, dass dieser sich wieder vollkommen unter Kontrolle hatte.
Daronart wischte sich mit dem Ärmel über das Auge, er blutete aus einem Schnitt: "So kann man es wohl sagen..."

Müde ließ er die Waffen in die Scheiden gleiten und drehte sich weg, den anderen Leute beim gefallenen Baum zu. Er sprach leise die alte Frau an, die bei einem Mann kniete: "Wie geht es ihm?" Für den Moment ignorierte er das verwirrte Gemurmel des Verletzten, auch wenn er mit den Zähnen knirrschte, als er die Wunde sah.
Zarihna kramte in ihrer Tasche nach einem Verband: "Renkar, halt still..."Sie schnupperte an einem Kraut, schüttelte den Kopf und nahm ein anderes. Sie blickte traurig auf bei Daronarts Frage: "Naja... wir werden sehen.. irgendwo hier müsste doch noch... hat jemand von euch auf Patrouille ein kleines, lila blühendes Kraut gesehen? Blütenblätter wie ein Sternchen?" Als Daronart den Kopf schüttelte, stellte sie einen Tiegel beiseite und trug Salbe auf einen Verband auf. Leise murmelte sie vor sich hin: "...das sieht bös aus...."
Der andere Mann bei ihr murmelte gedankenverloren: "Axt... meine schöne Axt... Großvaters Stiel war da dran. Der mit den Kerben. Eine für jeden Schurken... damals war'n das noch normale Schurken... Großvaters Axt." Wulfgaer blickte zu Boden: "Das sag ich Sorven nicht.... die Axt ist weg... Elende Orks."
Als der Verletzte neben ihm lauter aufstöhnte, schien er mühsam in die Gegenwart zurück zu finden: "Renkar? Geht's?" Er sah hilflos von seinem Freund zu Daronart: "Ich hoffe, die kommen nicht grad jetzt zurück. Ob die anderen schon ihre Kameraden suchen? Sollten wir wirklich hier lagern?... Ihr werdet uns doch weiter helfen, oder?"
Daronart fuhr sich wieder müde über das Gesicht, wischte erneut das Blut aus dem Augenwinkel, blieb ihm jedoch die Antwort schuldig.
Renkar zuckte zusammen und wehrte müde die helfende Hand ab: "Zarihna, lass... geht schon." Zarihna seufzte und sah ihn lange an: "Trink." Sie hielt ihm einen Schlauch mit einer stark riechenden Flüssigkeit hin.
Renkar verzog das Gesicht: "...das schmeckt ja widerlich, was ist da drin? "Geh mir weg damit!" "Es hilft, bestimmt."
Renkar betrachtete das Blut auf seiner Kleidung: "Ich werde doch wieder arbeiten können? Zarihna?"
Die alte Frau zuckte zuckte mit den Schultern und sah ihn nicht an. Der Blick gen Wulfgaer und Daronart war betrübt. Leise fluchend erhob sich Daronart wieder und ging zu den anderen zurück.

Vahayarane trat ebenfalls vorsichtig aus dem Schatten der Bäume heraus, während sich Berenfareth immer noch im Hintergrund hielt.

Lugaidh sah zu Marwek: "Wir sind Reisende aus dem Osten."
Gildinfael folgte Daronart mit ihrem Blick: "Wurde er verletzt?"
Marwek nickte: "Wir wurden von einer Gruppe Halborks angegriffen. Einer von uns wurde von ihnen schwerer verletzt."
Lotiel trat vor: "Kann ich..helfen?"
Cuildis blickte genauer zu den Gestalten, die am Boden lagen. Nur langsam begriff sie, was sie dort sah.
Lorron steckte den Zweihänder weg, brummte etwas, deutete auf die alte Kräuterfrau.
Lotiel lächelte leicht, ließ den Stein wieder in den Beutel rutschen
Marwek musterte Lotiel: "Seid ihr in der Wundversorgung bewandert? Dann gerne - diese Halborks haben dreckige Klingen."
Lotiel nickte.
Torendir entfuhr ein Fluch als er es hörte.
Gildinfael sah zu den Toten: "Halborks? Vermutlich von der Rotte, die sich in den Ruinen der Feste Alagos festgesetzt hat, nehme ich an."
Marwek sagt: "Aye, sie haben sich bisher noch nie so nahe hierher gewagt, doch diese wollten offenbar plündern."
Lotiel nahm eine Tasche von den Schultern, und trat leise zu der Gruppe bei dem Verletzten, wo sie die alte Frau ansprach.

Lugaidh sah den Mann an: "Ihr meint, sie streichen Gift auf ihre Schneiden?"
Lorron sah Lotiel hinterher: "Das wollen wir doch nicht hoffen."
Gildinfael meinte: "Ich habe gesehen, dass sie ihre Waffen zuweilen absichtlich durch Schmutz ziehen. Um ihren Feinden möglichst großen Schaden zuzufügen."
Daronart knurrte, offenbar hatte ihn der Zustand des Verletzten nicht beruhigt: "Manche, diese hier hatten einfach nur Dreck dran."
Lugaidh nickte.
Vahayarane sagte: "Das ist allgemein üblich bei dieser Rotte."
Gildinfaels Stimme nahm einen harten, verärgerten Klang an: "Sie tun das, damit sich alle Wunden, die nicht schnell versorgt werden entzünden."
Daronart sah sich zu den Toten um, die Miene wurde hart: "Aye."

Lotiel neigte leicht das Haupt: "Ich grüsse euch! Ist Hilfe von Nöten?"
Zarihna hielt dem Verletzten erneut einen Schlauch mit einer stark riechenden Flüssigkeit hin: " "Trink das, Renkar." Sie blickte überrascht auf. "Oh... ihr... versteht ihr etwas davon? - Ich war ja gar nicht darauf vorbereitet..." Lotiel hob die Hand, an der die Tasche baumelte: "Mae, ich bin Heilerin, wenn Ihr danach fragt."

Als der Rest der Reisegruppe schließlich herantrat, nickte Marwek ihnen grüßend zu.
"Yrch!" Berenfareth klang verächtlich und sie spuckte auf den Boden, als ob selbst das Wort Gift in ihrem Mund verbreiten würde.
Nelvaer sah nervös zu Marwek: "Marwek, sind alle getötet worden? Oder ist jemand entkommen?"
Marwek war einen langen Blick in die Runde und deutete auf den Toten, der am Weitesten entfernt lag, einen Wurfspeer im Rücken: "Wir hatten Glück."
Gildinfael folgte seinem Blick: "Ich verstehe nun jedenfalls, dass Ihr uns so mißtrauisch begegnet seid. Jedoch...", sie lächelte leicht, "solltet Ihr Yrch von Elben dem Aussehen nach unterscheiden können."

Daronart ging die Toten ab, als suche er etwas: "Glück? So kann man es auch nennen..." Er schaut nur kurz zu den anderen, bückte sich und hob eine dünne lange Klinge auf, schob sie in eine Scheide am Stiefel. Dann begann er die Toten beiseite zu schleifen und sie zu verbergen unter Erde und Laub. Kurz darauf schlossen sich ihm Lorron und Wulfgaer an.

Lotiel wandte sich an den verwundeten Mann. Renkar stützte sich auf seinen heilen Arm, der andere lag ausgestreckt. Die Elbin kniete neben dem Mann hin: "Lasst einmal sehen."
Renkar hielt ihn der Heilerin hin, eine tiefe Wunde verlief von der Schulter den Oberarm hinab. Der einfach nach Art eines Holzfällers gekleidete Mann blickte unsicher von der Elbin zu Zarihna, die beruhigend nickte: "Sie wird schon wissen, was sie tut." Leise murmelte sie - fast unhörbar: "...hoffe ich."

Ein Auge auf Lotiel habend, fragte Cuildis: "'Kamen sie auch sicher aus dem Osten?"
Torendir sagt: 'Hm es besteht die Gefahr, daß sie erneut angreifen'
Marwek sagt: 'Aye, das taten sie. Und ja, wenn sie sich erst einmal dazu entschlossen haben..."
Marwek deutete etwas hinter die Lichtung, wo wieder Wald begann, doch das Land sich langsam anhob und hügelig wurde.

"Brannon Lugaidh, ich werde ein Stück den Hügel dort hinauf im Gebüsch Stellung beziehen und Wache halten."
Lugaidh stimmte Gildinfael zu: "Das ist eine gute Idee. Wir bleiben kurz hier. Vahayarare, übernehmt Ihr die Rückseite?'"
Cuildis meldete sich freiwillig: "Das kann ich übernehmen."
Lugaidh nickte zustimmend: "In Ordnung."

Lotiel tastete vorsichtig den Arm ab, der Knochen schien unversehrt, der Schnitt aber war lang, tief und hässlich. Renkar nickte und drehte sich zur Fremden.
Renkar sagt: "Wer seid ihr denn, dass ihr mir helfen wollt? Ihr... kennt mich doch gar nicht?"
Lotiel lächelte Renkar an, dann öffnete sie ihren Beutel. Zum Vorschein kam ein sauberes, weiches Tuch und eine kleine Flasche. Lotiel tränkte das Tuch mit dem Inhalt. Ein feiner, kräutriger Duft stieg auf: "Man nennt mich Lotiel. Und helfen ist..wie sagt man? Mein Beruf." Sie tupfte die Wunde mit dem Tuch ab, säuberte sie gründlich. Sicher war diese Prozedur schmerzhaft, doch nochtsdestotrotz notwendig.
Renkar atmete etwas auf: "Danke, Lotiel. Ich bin Renkar. Und Zarihna dort... was sie in ihrer Flasche hat, riecht nicht halb so gut wie das da." Die alte Frau schnaufte empört und stöpselte ihre Flasche zu. Lotiel lächelte, reinigte weiter die Wunde und sagte: "Sicher hilft ihre Medizin auch."

Lugaidh sah den beiden Spähern nach.
Nelvaer schien die Toten zu zählen: "Sie werden vermisst werden." Ihre Stimme klang besorgt.
Marwek sah zu ihr: "Ihr führt diese Gruppe, Nelvaer?" Sie schüttelte sacht den Kopf und deutete auf die anderen: "Sie sind die, die Aeglanthir vor den Halborks warnten. Ich wollte sie zu eurem Lager bringen."
Lugaidh wandte seine Aufmerksamkeit wieder Marwek zu: "Wir reisen in den Norden. Wir überquerten die Moore."
Torendir sah zu den Toten und dem Verletzten: "Es ist etwas unerfreulich solch eine Bedrohung direkt am Rande des Breelands zu bemerken. Aber dank euch sind die Menschen hier sicherer."

Daronart wischte sich erneut das Blut aus dem einen Auge, die Blutung aus dem Schnitt hatte noch nicht aufgehört. Als der andere kräftige Mann zu ihnen trat, um ebenfalls anzupacken, warf er ihm einen grimmigen Blick zu: "Nun, jetzt hattet ihr euren ersten Kampf... immer noch so aufgeregt...?" Er klang verärgert.
Wulfgaer kratzte sich am Kopf: "Elende Orks. Da geht die Axt durch, wie durch 'nen Baum, aber was sie mit Renkar gemacht haben..."

Marwek zögerte, zu seinen Männern blickend, dann zu Wulfgaer und Renkar: "Sicherer? Nun, ..."
Daronart hob die Augenbraue, bei den letzten Worten des Elben: "Sicherer?... Kaum..." Mit einem Blick gen Wulfgaer fügte er mit deutlicher Wut in der Stimme dazu: "Das hier ist das... was passiert, wenn man denkt, es gäbe keine Bedrohung..."
Vahayarane blickte wachsam durch das Dickicht zwischen die Baumreihen.
Torendir fragte besorgt: "Meint Ihr, sie werden weiterhin angreifen?"
Lugaidh meinte ruhig: "Wir haben Wachen aufgestellt. Wenn sie noch einmal in grosser Zahl angreifen, werden wir gewarnt."
Torendir sah von einem zum anderen: "Wir können euch nur anbieten, euch zu unterstützen. Wenn Ihr es also gestattet, würden wir eure verletzten Freunde begleiten, damit sie versorgt werden können." Er deutete dabei zu Lotiel.
Marwek nickte ihm dankbar zu: "Eure Unterstützung wäre sehr willkommen. Uns fehlt es nicht am Willen, nur an den Leuten."

"Lotiel, wozu ist das gut? Sorgt es dafür, dass sich das nicht entzündet? Zarihna sagt, das ist wichtig." Renkar bewegte sich unruhig, schweratmend, noch immer mit Schmerzen.
Lotiel legte das Tuch beiseite, nach einigem Suchen fand sie einen bestimmten Salbentiegel. Dünn trug sie die Paste auf, ehe sie sich der Frau zuwandte: "Ihr solltet die Wunde offen lassen, bis sie nicht mehr nachblutet."
Lotiel nickte: "Erst Säubern, dann dafür - genau, sorgen, dass es heilt und nicht entzündet." "Ich bin mir nicht sicher, nicht heute. Das Wetter, die Fliegen..." "Die Fliegen... Mae. Dann..." Sie zog einen sehr dünnen und feinen Leinenverband hervor, den sie um den Arm des Mannes wickelte, grade so fest dass er nicht rutschte.
Renkar zuckte zusammen, als der Verband die Wunde berührte.
Lotiel zögerte, dann streckte sie der Frau das Tiegelchen hin, die es nimmt vorsichtig aus ihrer Hand nahm und daran schnupperte. Die Elbin sagte: "Vielleicht solltet Ihr es nehmen, zur weiteren Versorgung."

Marwek warf einen Blick zu seinen Männern, die die Toten versteckten: "Was sie nun tun werden... Sie haben sich bisher darauf beschränkt sich zu sammeln und eine bemerkenswerte Zurückhaltung zu zeigen... als hätten sie Befehle..."
Daronart, die grausige Arbeit beendet, trat heran und fiel ihm ins Wort: "Aber nun tun sie das nicht mehr... "
Lorron trat näher zu Daronart: "Zurückhaltung, wie man's nimmt... denen juckts im Pelz."
Marwek klang müde: "Daro... es reicht!"
Torendir grübelte: "Vielleicht... Hier ist es jedenfalls nicht sicher weder für euch, uns noch die Bewohner." Er sah zu Berenfareth, die die Umgebung im Auge behielt.
Daronart schien jedoch erst richtig in Fahrt zu kommen: "Einer mehr und es hätte gereicht... Einer mehr, der Verstärkung rufen könnte. Dort oben leben noch Leute...." Seine Stimme klang heiser vor kaum unterdrückter Wut.
Marwek warf ihm einen langen Blick zu, als wäre es nicht das erste Mal, dass dies Thema zur Sprache käme.
Lugaidh hörte den Worten der Männer zu, und sein tief unter der Kapuze liegendes Gesicht wurde zusehends finsterer.
Daronart starrte Marwek an: "Wir müssen die Leute hier wegbringen..."
Marwek klang bitter: "Wir haben sie gewarnt, wir versuchen sie zu schützen, aber wenn sie nicht gehen, weil sie uns nicht glauben, dann sind uns die Hände gebunden." Daronart schnaubte nur. Es wurde deutlich, dass er mit dieser Antwort nicht einverstanden war.
Bevor er jedoch etwas sagen konnte, kehrte Gildinfael zurück zu der Lichtung.
Torendir schaute zu sie.
Lugaidh hob den Speer an: "Man siniath, Gildinfael?" "Nichts gutes, brannon." Lugaidh sah sie auffordernd an: "Mehr Feinde?"
"Orch egennen.... (ich habe einen Ork gesehen). Ein einzelner Halbork. Er steht ein gutes Stück weiter den Hügel hinauf und scheint diesen im Auge zu behalten. Möglicherweise ein Wachtposten!"

"Danke euch. Was.. ist da drin?" Zarihna schnuppert an dem Tiegel. Lotiel lächelte freundlich: "Einige Kräuter, brennil, die in meiner Heimat wachsen, deren Namen Euch aber kaum bekannt sein dürften. Aber auch Ringelblumen. Die gibt es hier auch." Sie richtete sich auf.
Zarihna nickte: "Ja die gibt es wohl." Renkar wandte sich an die alte Frau: "Zarihna, das heilt doch wieder... richtig? ...wir brauchen das Holz, verdammt, so werde ich Wochen nicht arbeiten können." "Renkar, mach dir keine Sorgen, davon wird es nicht besser."
Lotiel klangberuhigend: 'Es wird heilen, junger Herr, wenn Ihr es nur sauberhaltet und die Salbe nicht vergesst. Einige Tage Ruhe werden dennoch nötig sein.'
Renkar sah sie unsicher an: "Nur ein paar Tage? Sie sagte...", er blickte zu Zarihna, die die Augen verdrehte.
Lotiel setzte an: "Eine Woche vielleicht, aber in dieser Zeit...", sie schüttelte den Kopf. "Sollte es länger brauchen, so hört auf sie." Sie deutete auf Zahrina, "... wenn sie sagt, dass es noch nicht gehen wird."

Marwek spannte sich bei den Worten der Elben, als hätte er die elbischen Worte verstanden.
Lugaidh klang finster: "Brannon Marwerk, wir sind zwar bewaffnet, aber nur auf Durchreise und nicht für einen Krieg gerüstet. Nicht waffenmässig noch zahlenmässig."
Marwek lachte bitter auf: "Einen Krieg? Niemand hier ist auf einen eingerichtet..." Ein Hauch Verzweiflung klang in seiner Stimme mit.
Wulfgaer schaute nervös von einem zum anderen. Dass der Schock ihm noch in den Knochen saß, war deutlich: "So bleibt ihr und helft uns? - Daro? Werden sie bleiben?"
Daronart tauschte einen Blick mit Lorron, zuckte die Schultern, ebenfalls seit den Worten der Elbin deutlich angespannter, die Umgebung beobachtend: "'Weiß nicht... Aber egal wo sie hin wollen, viele Wege gibt es von hier nicht... Was auch immer, wir waren schon viel zu lange hier. Wir sollten schleunigst hier weg..."
Lorron nickte Daro zu: "Zuviel Pack da oben im Gebüsch."

Gildinfael führte weiter aus: "Es ist nur einer. Wenn wir zuschlagen, muss es schnell geschehen. Er darf keine Gelegenheit haben, Alarm zu geben."
Berenfareth meldete sich ebenfalls zu Wort: "Aber je größer die Gruppe, desto unwahrscheinlicher ein Angriff der Orks, Sie sind feige und suchen sich meist leichte Beute."
Gildinfael nickte: "Dartham! (wir werden bleiben)"
Torendir sagt: 'Es mag sein, daß wir auf einen Krieg nicht vorbereitet sind, aber wir können Hilfe leisten wo es möglich ist und was in unserer Macht steht, sollten wir tun'
Lugaidh atmete tief durch. Er sprach langsam: "Ja...wir werden eine Weile bleiben, Adan. Wir können wenig ausrichten, doch ein wenig helfen können wir zumindest."
Gildinfael klang entschlossen: "Wenn es darum geht, die Kämpfer, welche der Schatten um sich geschart hat, zu dezimieren.... sollten wir dies tun!"

Nelvaer hatte das Gespräch besorgt verfolgt: "Marwek, Aeglanthir und die meinen müssen von diesem Geschehen erfahren. Würdet ihr sie zu eurem Lager bringen? Dann kehre ich so schnell es geht zu meinen Leute zurück."
Marwek sah zu den Elben: "Wenn ihr damit einverstanden wärt?"

Zarihna musterte den Tiegel und die Elbin: "Lotiel, wird euch der Tiegel nicht fehlen? Es sieht aus, als hättet ihr noch einen weiten Weg." Lotiel schüttelte den Kopf: "Ich mache nicht zum ersten Mal eine solche Reise und habe freilich mehr davon dabei."
Renkar schloß erschöpft immer wieder die Augen, rieß sie dann ruckartig auf, offenbar unfähig in der angespannten Stimmung seit der Sichtung weiterer Feinde, Ruhe zu finden.
Lotiel lächelte auf eine sonderbar mütterliche Weise, berührte kurz den Arm der Frau. Die Geste war nicht aufdringlich, eher tröstlich. Dann deutete sie auf Renkar: "Man sollte ihn hier fort bringen. Er braucht Ruhe. Ich werde sehen, wie es nun weitergeht." Sie wandte sich den ihren zu.
Renkar murmelte: "Wulfgaer... wo ist Wulfgaer?"

Torendir schaute kurz in die Runde. Lugaidh nickte zustimmend.
Gildinfael sagte: "Ich wäre dafür."
Berenfareth schloss sich an: "Was immer Ihr für richtig erachtet, Brannon."
Torendir nickte ebenso.

Daronart wanderte unruhig über die Lichtung, misstrauisch den Bereich beobachtend. Er machte sich dran, die Spuren des Kampfes so gut wie möglich zu verwischen.

Lugaidh sah zu Marwek, der ruhig die Entscheidung abgewartet hatte: "Gut. Dann sollten wir keine Zeit mehr verlieren. Geht voran, wir folgen Euch."
Marwek bedeutete Wulfgaer, nachdem er mit seiner Aufgabe fertig war, zu dem Verletzten und der alten Frau rüberzugehen: "Wulfgaer, wir bringen ihn zum alten Darwin. Vielleicht kommt er dann zur Vernunft."
Daronart fuhr herum: "Was ist mit den anderen Leuten hier?"
Torendir meinte besorgt: "Sie sollten sich ins Dorf zurückziehen."
Marwek sah Daro bestimmt an: "Wir reden mit ihnen. Lorron, du und Daro bringt sie über die Ebene."
Daronart starrte ihn an: "Aber..."
Marwek unterbrach ihn: "Nein, Daro, du gehst mit Lorron. Ihr bringt diese Gruppe zum Wachtmeister zu unserem Lager und berichtet ihm."
Daronart warf den Elben einen ungnädigen Blick zu.

Lugaidh wandte sich seiner eigenen Begleitung zu: "Berenfareth, könnt Ihr Cuildis sagen, dass sie ihren Posten aufgeben soll? Wir ziehen hier ab."
Berenfareth nickte: "Mae."
Lotiel trat heran und fragte leise: "Wie geht es nun weiter, brannon Torendir?" Sie streifte die Tasche wieder über.
Lugaidh sah auf, als Cuildis bereits selbst heran kam: "Ah, da ist sie schon."
Cuildis musterte ihn: 'Meine Augen sind scharf und meine Ohren hören gut."
Lugaidh lächelte: "Was habt Ihr gesehen?"
Cuildis deutete über ihre Schulter: 'Wenig im Hohlweg, nichts was uns Gefahr bedeutet."
Lugaidh nickte: "Mae carnen."

Lorron schielte zu Daro, der vor Marwek stand und diesen mit seinem einen Auge fixierte. Marwek ließ sich nicht beeindrucken: "Du kennst die Regeln."
Lorron schob sich etwas zwischen sie: "... und wer bleibt hier?" "Wulfgaer und ich..." Marwek schien entschlossen.
Daronart knurrte etwas Unverständliches: '...'
Marwek deutete Lorron, ihre Pferde zu holen, noch immer Daro nicht aus den Augen lassend.
Lorron zögerte, setzte an: "Marwek... ist das ..." Er unterbrach sich seufzend, wollte der Anweisung folgen, als Daronart sich bereits abrupt abwandte und zu dem Versteck eilte, wo ihre Pferd untegebracht waren.
Marwek atmete tief durch hinter ihm.

Lugaidh informierte auch die, die das Gespräch nicht gehört hatten: "Wir folgen diesen Menschen dort in ihr Lager. Sie brauchen Unterstützung, und wir ein wenig trockenen Rastplatz."
Cuildis Worte klangen warnend: "Wir sollten Acht geben, auch wenn wir jetzt mehrere sind."
Lugaidh pflichtete ihr bei: "Ja, das sollten wir."
Ebenso wie Gildinfael: "In der Tat, der Feind ist nicht fern. Ich verspüre gute Lust, dieser abscheuligen Kreatur dort oben am Hang einen Pfeil durchs Brustbein zu jagen.

Torendir sah zu Nelvaer, die die Männer der Wacht besorgt beobachtete: "Werdet Ihr uns begleiten brennil?"
Die zierliche Elbin schüttelte den Kopf: "Nein, Lothuilos wartet bei meiner Gefährtin und die meinen müssen wissen, was hier geschehen ist. Wir werden eure Gefährtin zum Lager führen, sobald wir können."
Torendir nickte: "Dann richtet Ihr bitte meine Dank aus."
Nelvar nickte ebenfalls, zögerte dann kurz und meinte schließlich leise: "Ihr könnt ihnen trauen - einige sind seit Wochen hier draußen und es ist hart für sie gewesen."
Torendir folgte ihrem Blick zu den Menschen: "Ich verstehe. So lebt wohl und passt auf Euch und die Euren auf."
Nelvaer lächelte ihm dankbar zu: "Sichere Wege. Mögen die Valar uns an einem anderen Ort unter besseren Vorzeichen wieder zusammen führen."
Lugaidh sah zu ihr, als sie sich bei den anderen verabschiedete: "Harthon gerithach raid gelin a melthin - ich wünsche Euch grüne und goldene Pfade."
Gildinfael fügte hinzu: "Cuio vae, brennil. Möge Elbereth Euch schützen."
Rasch wandte sich Nelvaer ab, eiligen Schrittes den Weg zurück, den sie erst vor Kurzem gekommen waren.

Wulfgaer war inzwischen zu Renkar und Zarihna getreten. Die alte Frau sah zu ihm hoch: "'Wulgaer? Kannst du Renkar helfen? Ich fürchte, er kann nicht ganz allein gehen."
Wulfgaer kniete sich neben sienen Freund: "Sicher. Konntet ihr etwas für den Arm tun." Seine Stimme klang belegt.
Zarihna sah zu Lotiel: "Ja, dank der Fremden. Komm jetzt, bitte." Nervös sah sie zu den anderen: "Je eher wir hier weg sind..."

Daronart kam mit zwei Pferden zurück. Lorron übernahm die Zügel seines Tieres, als er ihm entgegen trat. Er warf ihm einen prüfenden Blick zu, doch Daronarts Miene war steinern, verriet nichts, als er wortlos das Sattelzeug überprüfte. Lorron seufzte, schüttelte den Kopf, befestigte dann jedoch seine Ausrüstung und prüfte die Hufe des Pferdes.

Cuildis schaute abwartend doch noch immer ein wenig misstrauisch zu den Menschen. Torendir warf einen letzten Blick auf die leblosen Körper, ehe er zu seinem Pferd zurückging, ebenso wie die anderen. Berenfareth erhielt einen sanften Stups an die Schulter von ihrer Stute, als wolle sie sie ermahnen, warum sie so lange gebraucht hatten.

Als Marwek zu ihnen kam, sah Wulfgaer auf: "Marwek? Was habt ihr entschieden? Meint ihr, wir können jetzt sicher zu den Hütten gelangen?"
Als Marwek zustimmte, schien der Holzfäller mehr als erleichtert.

Während sich Dunkelheit über den Wald und die dahinterliegenden Hügel legte, bereiteten sich die Reisenden vor, erneut aufzubrechen. Diesmal in Begleitung von Leuten der Wacht, welche das vor ihnen liegenden Gebiet kannten... und die Gefahr, die es im Augenblick verbarg.

Der Rest der kleinen Gruppe zog sich zurück, um Verwundete in Sicherheit zu bringen und die wenigen anderen dort noch lebenden starrköpfigen Anwohner vor der nahenden Gefahr zu warnen...


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 Betreff des Beitrags: Re: Lande im Zwielicht
BeitragVerfasst: Sa 21. Feb 2015, 21:34 
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Maethor i Thela Estel
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Klasse: Waffenmeister(in)
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Sippe: Falkenruhs Wacht
Bis an die Grenzen...
(Wetterberge - Breeland)

Rückschau: direkt im Anschluss, nachdem Nelvaer die Gruppe bei ihren Verbündeten der Wacht zurück gelassen hat, um ihre Gefährten zu warnen


...
Daronart trug einen Sack heran und zog vier Tücher heraus, begann, diese seinem Pferd um die Hufe zu wickeln und sicher zu vertäuen.
Marwek trat wieder zu ihnen: "Keinen Ärger, Daro." Sein Blick schloss auch Lorron mit ein. "Bring sie einfach sicher durch."
Daronart knirschte mit den Zähnen, schwieg aber, weiter die Hufe umwickelnd. Dann erhob er sich, griff nach dem Sack, Marwek keines Blickes würdigend.
Lorron schnaufte, murmelte leise etwas, als Marwek ihn prüfend ansah.

Die Elben hatten sich ein Stück entfernt gesammelt.
Als Daronart schließlich langsam zu ihnen rüberkam, sah Lugaidh ihm entgegen: "Wir sind bereit. Geht voran."
Anstelle einer Antwort warf der Einäugige ihnen den Sack vor die Füße. Er verursachte kaum einen Laut, der Inhalt schien zumindest weich und nachgiebig zu sein.
Nicht nur Torendir schaute fragend.
Lugaidh musterte den Sack, ohne sich zu rühren: 'Was ist in diesem Sack, Adan?'
"Wir müssen sehen, dass wir möglichst unbemerkt die Ebene überqueren. An manchen Stellen ist der Erdboden hart und Pferdehufe sind laut in der Nacht."
Daronart deutete hinter sich auf die bereits umbundenen Hufe seines Pferdes.
Lugaidh nickte und nahm den Sack auf.
Torendir nickte verstehend.
Daronart rieb sich wieder über die Stirn und kratzte das angetrocknete Blut fort. Abwesend starrte er seine Finger an.
Lugaidh reichte den Sack weiter, nachdem er sich bedient hatte: "Hier."
Berenfareth nahm sich ebenfalls vier Lappen und begann, sie ihrer Stute um die Hufe zu wickeln. "Ruhig, mein Mädchen. Nun zappel doch nicht so..."
Die anderen folgten ihrem Beispiel, als der Lumpensack die Runde machte. Gildinfael umwickelte die Hufe ihres Rosses, welches die Prozedur geduldig über sich ergehen ließ ... allerdings könnte man meinen, dass das Tier etwas erstaunt wirkte.

Sich sichtlich zusammenreißend meinte Daronart zu den Elben: "Wenn ihr irgendetwas habt, was schimmert oder im Licht des Mondes leuchtet... dann solltet ihr das verdecken."
Cuildis legte den Umhang ab und wickelte eines der Schwerter ein, welches einen silbrigen Glanz besaß.
Der Blick aus dem einen Auge ging hoch, wo man inzwischen den Mond zwischen den Blättern hoch am Firmament inzwischen sehen kann. Abwesend wischte Daro erneut nach dem leichten Blutrinnsal im Augenwinkel.
Lotiel musterte Daronart, bemerkte das Blut.
Lorron beobachtete Daro einen Moment und ging dann zur Kräuterfrau, hinüber, wo Wulfgaer und Renkar auf Marwek warteten.
Lorron fragte leise: "Zarihna? Habt ihr den einen oder anderen Verband übrig?"
Die alte Kräuterfrau blickte zu ihm und reichte ihm dann den Schlauch und ein kleines Bündel.

Berenfareth überpüfte, ob ihre Dolche tief genug in den ledernen Scheiden stecken und zog ihren Umhang fester um ihre Schultern.
Vahayarane rückte seinen Sattel zurecht und blickte sich um, zum Aufbruch bereit.

Lotiel deutete auf die Wunde an Daronarts Kopf: "Geht es denn?"
Lorron kam zurück: "Wenn er mal aufhört, dran rumzupulen."
Das eine Auge wanderte zu Lotiel, dann zu Lorron: "Es wird gehen."
Lotiel verengte die Augen, blickte ihn scharf an: "Sicher?"
Gildinfael bedeutete ihrem Pferd mit einer Geste, ihr zu folgen. Das Pferd folgte ihr langsam, trat mit den umwickelten Hufen sehr zögern und vorsichtig auf. Es schien ihm nicht ganz geheuer zu sein.

Marwek hatte gewartet, bis Zarihna fertig ist, bereit mit anzufassen: "Seid ihr zum Aufbruch bereit?" Wulfgaer nickte: "Bereit." Der kräftige Mann griff seinem Freund unter den gesunden Arm: "Renkar? Komm, wir schauen zu, dass wir dich heimbringen." Renkar biss die Zähne zusammen. Mit Hilfe rappelte er sich mühsam auf.
Marwek griff mit zu, um Renkar mit auf die Beine zu bringen, dann überließ er es Wulfgaer und übernahm die Vorhut.

Lugaidh zog die Kapuze tiefer ins Gesicht und stand abwartend vor seinem Pferd da, das den Kopf über seine Schulter streckte und leise schnaubte.
Cuildis nickte: "Ich werde am besten nach hinten sichern." Vahayarane nickte eifrig.

Ein letzter Blick gen Marwek und die Gruppe Holzfäller, dann drehte Daronart sich abrupt weg: "Dann kommt..." Ohne eine Reaktion abzuwarten, brach er auf.
Cuildis nickte den Holzfällern noch kurz zu, ehe sie sie sich trennten.

Im Schutze der Dunkelheit und der Schatten, die ein Felsüberhang warf kamen sie gut voran, bis sie die Stelle erreichten, wo der Kundschafter nicht weit davon Posten bezogen hatte.
Daronart wischte immer wieder verstohlen übers Auge.
Gildinfaels scharfe Augen machten den Posten ohne Problem in der Dunkelheit aus: "Er ist noch dort! Wir müssen ihn töten und zwar so rasch als möglich."
Daronarts Stimme war kaum mehr als ein Flüstern: "Seid so leise wie ihr könnt. Und hinterlasst möglichst wenig Spuren..."
Lugaidh sprach leise: "Dago hon, Gildinfael."
Die Elbin starrte in Richtung des Halborks: "Be iest lîn, brannon." .

Lotiel berührte Daronart am Ärmel, worauf dieser zusammezuckte und herumfuhr: "Augenblick! Lasst es mich sehen, Mann, sonst stolpert Ihr, wenn Ihr ständig daran herumpfuscht!" Daronart schüttelte den Kopf und raunte ihr zu: "Das muss warten, wir müssen über die Ebene, solange es Nacht ist."
Er wandte sich Lugaidh zu, der sehr leise zu den anderen sprach: "No tiriel (seid wachsam)."
"Wenn ihr ihn tötet, dann rasch. Aber jeder von denen wird vermisst werden... oder der Tote gefunden... und dann..." Er atmete tief durch.
"Wenn wir auf eine Patrouille treffen, haltet euch zurück. Sie tragen Hörner bei sich. Ein Ton darauf ist im ganzen Tal hörbar. Wenn wir fliehen müssen, haltet euch gen Norden und dann gen Westen vor dem See. Lasst euch bloss nicht gen Osten drängen. Im östlichen Teil des Tals sind ihre Lager am dichtesten..." Daronart klang eindringlich.
Lugaidh sah ihn an: "Wir werden darauf achten."
Berenfareth nickte stumm.

Lugaidh sah in die Richtung, in die Gildinfael verschwunden war: "Er wird so schnell und geräuschlos sterben, dass er es nicht gewahrt."
Berenfareth behielt aufmerksam die Umgebung im Auge.
Endlose Augenblick später kam die Elbin zurück.
Gildinfael flüsterte: "Sein Tod kam rasch, er verstand nicht, woher er kam." Lugaidh raunte ihr leise zu, dabei nickend: "Mae carnen!" Er lächelte grimmig.
Lugaidh sah Daronart an: "Der Weg ist frei."
Daronart starrte ins Dunkel: "Hoffen wir, dass es auch kein anderer tut... Wir müssen sehen, dass wir so wenig Hinweise wie möglich hinterlassen."

Einen Augenblick noch wartete sie ab, doch es gab keine Regung in dem Land vor ihnen und so zogen sie weiter.

Ferner Donner kündete von dem Gewitter, das bereits seit langen Stunden spürbar in der Luft lag. Dunkle Wolkenbänke zogen aus dem Osten heran - getrieben von einem aufkommenden Wind, welcher nach der längeren Trockenheit feinen Staub aufwirbelte.
Lugaidh schaute in die Ferne, wo die Wolken sich auftürmten. Torendir blickte gen Osten und murmelte etwas.
Daronart ging langsam weiter, das Pferd führend, das Auge mit der Hand gegen den Staub abschirmend, soweit wie möglich die Deckung ausnutzend, die das Land bot.

Im Lichte gelegentlichen Wetterleuchtens im Osten zeichnten sich drohend die dunklen Umrisse der Feste ab, deren zerfallenden Mauern sich über mehrere schroffe Felserhebungen weit in das Tal zogen.

Daronart blickte gen Osten und blieb im Schatten einige Bäume stehen. Gildinfael deutete mit der Linken auf die eingefallenen Mauern der alten Dúnedain-Feste: "Sehen wir zu, dass wir möglichst schnell daran vorbeikommen."
Daronart nickte und gab erneut das Zeichen zum Folgen, es schien, dass er einem ihm gut bekannten Weg folgte, einem Weg ohne sichtbare Markierungen.
Torendir folgte so schnell es nur möglich war mit seinem Pferd am Zügel den anderen nach.

Anfangs standen kleinere Baumgruppen noch dicht beisammen, doch schnell lichtete sich die Bewaldung und zwischen dem Sichtschutz bietenden Baum- und Strauchbewuchs lagen längere freie Flächen, wo nur noch einzelne Büsche und einzlne verkrüppelte Bäume im Licht des Mondes Schatten warfen, wenn dieser erneut zwischen den Wolken hervorbrach.

Daronart atmete auf, als sie endlich wieder ein dichteres Wäldchen erreichten.
Lorron beruhigte sein Pferd, als der rasch auffrischende Wind die Äste der Bäume zum Rascheln brachte. Daronart beobachtete kurz die Feste, der sie nun viel nähergekommen waren.
Durch Risse im Mauerwerk weit über ihnen war schwacher Feuerschein an vielen Stellen auszumachen sowie viele Gestalten innerhalb der Mauern, deren Schatten über die unregelmäßigen Steine huschen.
Gildinfael murmelte zornig: "Ich kann ihren Gestank bis hierher riechen. Es müssen etliche von ihnen da drin sitzen."
Lorron knurrte: "Wenn es nicht soviele wären, würde ich zu gern...."
Gildinfael nickte: "Nicht nur Ihr, adan, seid Euch da gewiss!"
Lorron starrte hoch zu dem Gemäuer, sein Gesicht hatte sich verhärtet und er spuckte aus: "Orkenpack."
Man konnte Daronart im Dunkeln die Faust ballen sehen, bevor er erneut das Zeichen gab, aufzubrechen.
Torendir schaute besorgt zur Feste zurück.

Daronart hielt im Schutz der letzten Bäume inne inne, drehte den Kopf, als suchte er aufmerksam nach etwas. Dann gab er einen Laut von sich - dem Ruf eines heimischen Nachtvogel nicht unähnlich, der die relative Stille der Nacht durchdrang. Gespannt verharrte er, die eine Hand am Griff der Waffe, die andere am Zügel des Pferdes.
Der Laut war kaum verklungen, als ein anderer Nachtvogel in einiger Entfernung antwortete. Ein Ruf, als hätte er Beute gemacht.
Daronart erstarrte, den Blick gen Osten, suchend. Eine kurze Handbewegung zu seinen Begleitern, die nur eines bedeuten konnte - Feinde waren nahe!
Lugaidh nahm lautlos seinen Schild vom Sattel des Pferdes. Immer wieder spähte er in alle Richtungen. Gildinfael folgte seinem Blick.
Cuildis lauschte aufmerksam und beobachtete den Himmel.

Der zunehmende Wind trug Fetzen von rauen Stimmen mit sich, dann erhellte flackernder Schein wie von einigen Fackeln die Erhebung in südöstlicher Richtung. Eine Gruppe dunkler kräftiger Gestalten, die in zügigen Schritten von der Feste herabstieg.'

Lotiel sah sich um. Neben ihr zählte Lorron leise, wie das Nicken seines Kopfes andeutete.
Daronart drückte sich an den Baumstamm, nahe am Pferdehals, beruhigend die Hand auf diesen legend.
Lorron flüsterte zu der Elbin neben sich: "Zu dunkel... wieviele sind das?"
Cuildis antwortete von seiner anderen Seite: "Zu viele, um sie zu stellen?"
Lugaidh raunte nach vorne: "Man cenich, Gildinfael?"
Gildinfael flüsterte zurück: "U-genin nad, brannon. (ich sehe nichts). Wir sollten fort von hier. Möglicherweise sitzt zwischen den Mauern dort vorne noch eine große Anzahl von ihnen, die dann zur Verstärkung ausschwärmt."
Lorron seufzte lautlos: "Das ist das Problem. Der Rest. Ich wusste doch, da war ein Haken."

Lange Minuten erschien es, als würde der Halborks Weg sie weiter gen Westen führen, doch dann drehten gen Norden ab und kurz darauf war der Blick auf sie von der hügeligen Landschaft wieder verdeckt.

Berenfareth flüsterte leise: "Wir sollten zusehen das, was uns an Dunkelheit verbirgt, zu nutzen und uns so schnell wie es geht, entfernen." Lugaidh nickte.
Torendir atmete auf.

Daronart stand jedoch noch immer lauschend da. Fast mochte man meinen, die Anspannung hätte eher noch zugenommen, unendlich langsam löste er seine eine Klinge aus ihrer Scheide. Auch Lorron hatte sich noch nicht entspannt.
In der Ferne bellte ein Fuchs - einmal, zweimal.
Erst jetzt ließ Daronart die Klinge zurückgleiten, atmete erleichtert auf, ebenso wie Lorron. Dann drehte Daronart sich zu seinen Begleitern um.

Torendir schaute zu Tarias. Der Luchs spitzte die Ohren, als wenn er das Geräusch versuchte, einzuschätzen.
Daronart meinte leise: "Wir können weiter, sie haben die nördliche Route genommen." In seiner Stimme klang deutliche Müdigkeit mit, doch zeigte er ins Dunkel gen Felswand.
Gildinfael nickte: "Dann lasst uns gehen."
Cuildis schaute über die Ebene: "Es war ein Zeichen, nicht wahr?"
Daronart nickte: "Aye."

Der Wind frischte weiter auf und trieb schwere Wolken vor sich her. Lange Momente war das Antlitz des Mondes hinter ihnen verdeckt und Dunkelheit legte sich über das Tal. Doch immer wieder brach die Wolkendecke auf und einzelne Teile der Ebene vor ihnen wurden in sein silbernes Licht getaucht.

Gildinfael beobachtete das Schauspiel einen Moment: "Wir sollten dort hinüber rennen."
Torendir sah zum Himmel: "Hm, wenn der Mond durch die Wolken scheint, könnten wir leicht gesehen werden."

"Es gibt keine andere Möglichkeit." Der Einäugige passte eine Phase ab, dass die Wolken den Mond verdunkelten, dann eilte er, sein Pferd mitziehend, mit raschen Schritten über die freie Fläche. Gedämpft durch die Lumpen war der Hufschlag nicht weit zu vernehmen.
Die anderen folgten in kleinen Gruppen. Im Schutze der Felswand sicherte Daronart, während er auf die anderen wartete.

Langsamer ging es danach weiter, ein vorsichtiges Vorantasten, da der Untergrund uneben und voller Vertiefungen war.

Doch das Licht des Mondes war in dieser Nacht kein Verbündeter. Daronart schaute nach oben, wo der Mond wieder sichtbar war, und fluchte leise, als das Licht einen Teil der Strecke vor ihnen beschien.
Alle hatten sich im kläglichen Schatten der Baumgruppe versammelt.
Gildinfael murmelte: "Hoffen wir, dass der Feind unachtsam ist und sich hier in Sicherheit wiegt."

Erst als sich die Wolkenbänke langsam wieder vor das Himmelgestirn schoben und der Weg im Dunkeln lag, war es soweit, weiter zu eilen.
Lugaidh deutete voran: "Fair - Rasch!"
So schnell sie konnten eilte die Gruppe durch die Dunkelheit und machte erst wieder im Schutze mehrere Felsformationen Halt. Die ganze lange Strecke jederzeit damit rechnend, dass die Wolkendecke wieder aufbrechen könnte.

Schließlich hatten sie eine Stelle erreicht, wo einige Felsen etwas Schutz sowohl gegen Wächter von der Feste droben wie auch vor dem Wind darboten, der nun stetig neben Staub auch totes Blätter und kleinere Zweige mit sich peitschte.
Torendir bewegte sich vorsichtig ob der Felsen, um nicht versehentlich zu stürzen oder einen unachtsamen Laut zu verursachen.
Daronart lehnte sich einen Moment gegen den Felsen, sich leise murmelnd über die Stirn fahrend. Dann raffte er sich mühsam auf: "Der Abhang da vorne ist tückisch - seht euch vor, dass ihr im Dunkeln nicht Steine lostretet. Es geht tiefer runter, als es aussieht."
Lotiel bewegte sich so leise als möglich.
Lugaidh nickte, in die Richtung blickend: "Wir geben Acht."

Als der Mond erneut für länger hinter den Wolken entschwand, lief Daronart los, noch einmal die Kräfte mobilisierend.
Cuildis bewegte sich beinahe lautlos. Nur wenn man genau hinhörte, konnte man den Atem ihres Pferd hören. Trotzdem klirrte es nun leise an den Felsen.
Gildinfael winkte die anderen voran: "Noro lim! (lauft schnell!)."

Schwer atmend kam Daronart im Schutz des Felsens zum Stehen, lehnte sich gegen sein Pferd.

Gen Nordosten war Feuerschein am Fuße einer steilen felsigen Erhebung zu erkennen, auf der droben die Festungsmauern gen Himmel ragten. Es schien einige Bewegung in dem Lager dort zu herrschen...

Gildinfael atmete auf, als alle wieder zusammen waren: "Wir haben es geschafft."
Lugaidh warf einen Blick auf die schattigen Hügel.
Lotiel sah zu der Feste, Erleichterung im Blick.
Daronart legte seine stützende Hand über den Pferdehals. Der Graue ließ es gutmütig geschehen. "Es ist nicht mehr weit. " Er klang angespannt und müde.
Torendir sah zu ihm: "Noch ist es gutgegangen aber noch sind wir auch nicht in Sicherheit."
Lotiel hüllte sich in ihren Umhang: "So bleibt zu hoffen, dass wir auch den letzten Teil schaffen."
Cuildis deutete nach Norden: "Ich glaube dort drüben gibt es weitere Deckung."
Berenfareth sah gen Norden: "Wie weit ist es noch?"
Daronart wartete noch einen Moment, ob sich bei der Feste etwas regte, bevor er sich den Elben zuwandte: "Dort vorne kommen die ersten Ausläufer des Chetwaldes. Von dort ist es nicht mehr weit zum Lager."
Gildinfael klang aufmunternd: "Wir müssen nur den nördlichen Chetwald erreichen. Dann können sie uns nicht mehr sehen."
Torendir nickte: "Dann ist es nicht mehr weit."

Vielleicht mochte es einst ein kleines Wasserloch in dieser trockenen Senke gegeben haben, doch wenn, dann war nur noch eine kleinere Baumgruppe im Schutzes aufgetürmter Felsen Zeuge dafür, bei der sie erneut auf die Wolken warten mussten.
Daronart deutete in die Richtung, wo das Land sich nun stetig anhob: "Dort die Anhöhe hoch, haltet euch am Felsen."
Gildinfael warf einen aufmerksamen Blick in die Runde: 'Im Moment ist kein Feind in Sicht." Dennoch musste sie lange Momente warten, bis der Mond erneut verdunkelt war.

Der gewiesene Weg gen Westen führte deutlich bergan. Nicht nur die kleineren Wäldchen waren Anzeichen für das Erreichen der ersten Ausläufer des Weiten Chetwaldes. Dunkle Baumkronen waren immer wieder auszumachen, die Schutz unter ihren Ästen verhießen.

Daronart hielt schnaufend an, als sie die ersten Bäume erreichen. Einen Moment brauchte er, wieder zu Atem zu kommen, dann gab er einen Vogelruf von sich, der kurz darauf von einem anderen beantwortet zu werden schien. Eine schlanke Gestalt tritt zwischen den Bäumen hervor.
Vahayarane blickte erleichtert
Gildinfael atmete hörbar auf: "Die ersten Ausläufer des Waldes..."
Torendir legte eine Hand an die Baumrinde, doch dann hielt er inne: "Wartet... Dort vorne ist jemand."
Gildinfael sah erstaunt zu dem fremden Elben hinüber.
Narannir senkte den Bogen und gab ein Zeichen, offenbar an andere Wächter in der Nähe.
Lorron gähnte hörbar.
Daronart lehnte sich gegen sein Pferd: 'Ich hoffe, ihr habt wirklich so gute Augen wie ihr immer sagt. Nicht, dass ihr uns einmal aus Versehen erschießt." Seine Stimme klang schleppend.
Narannir lachte leise.
Daronart winkte die anderen müde heran.
Lorron lächelte erleichtert: "Hey, Narannir! Wie steht es hier?"
Narannir nickte dem blonden Hünen zu: "Lorron... Offenbar besser, als es euch ergangen ist." Er musterte die Gruppe besorgt.
Lorron sagt: "Daro sieht zum Fürchten aus, oder?" Er sah den Weg zurück. "Im Ernst, es war nicht schön, da drüben."
Narannir nickte: "Ein Stück weiter und ihr könnt rasten."
Daronart verzog das Gesicht.
Lotiel sagte erleichtert: "Rast... ein willkommens Wort!"
Gildinfael mustert den Elben mit verhaltener Neugier: "'Wunderbar klingen Eure Worte in meinen Ohren, brannon. Eine Rast wäre uns nun mehr als willkommen." Sie lächelte erfreut.
Torendirs Miene erhellte sich bei des Elben Worten sagt: 'Das würde uns sehr entgegen kommen. Vahayarane nickte ermattet.
Narannir musterte Daronart auf Lorrons Worte hin: "So haben sie ihre Taktik geändert?" Besorgnis klang in seiner leisen Stimme mit.
Daronart raffte sich noch einmal auf: "Sie werden unruhig."
Lorron nickte: "Sie langweilen sich. Sie kommen schon bis zu den Hütten der Dörfler."
"In den letzten Tagen sind sie aufgescheuchter als zuvor." Narannir überlegte: "Berichtet den anderen, sie sind im Lager. Falls sie hier her kommen, werden wir euch rechtzeitig warnen."
Lorron klang nicht mal spöttisch, als er meinte: "Schön, wenn du achtgibst."

Lugaidh behielt die Ebene auf der rechten Seite stets im Blickfeld. Er nickte, als Gildinfael sagte: "Es mag gewiss einen Grund geben, dass sich dieser Tage so viele von ihnen dort zusammenrotten. Die Ruinen sind schon lange eine vorübergehende Heimat von Banditen und Halsabschneidern. Aber so wie jetzt war es früher nicht."
Narannir deutete gen tiefer in den Wald: "Ich werde die anderen informieren"
Daronart schloß kurz das Auge, seine belegte Stimme klang nun wirklich müde. "Gehen wir weiter."
Lotiel nickte
Cuildis wickelte ihr glänzendes Schwert wieder aus, denn eines Schutzes vor Blicken bedarf es an dieser Stelle nicht mehr. Legt sich dann den Mantel wieder über, den sie dafür verwendet hatte
Lorron warf einen langen, bewundernden Blick auf das Schwert.
Narannir sah Daronart an: "Wir sehen uns später."
Narannir entfernte sich, entschwand zurück in den Sichtschutz der Bäume.
Daronart hatte die Zügel fallen gelassen, starrte kurz auf das herabhängede Leder, bevor er langsam nach ihnen griff.

Ein Hohlweg begannt hinter dichten Hecken, der sich tiefer in den Wald wand, dicht gesäumt von hohen Hecken und stacheligen Sträuchern.
Torendir ging langsam mit seinem Pferd den schmalen Pfad entlang.

Daronarts Gang war mittlerweile deutlich erschöpft, hin und wieder stolperte er und hielt sich manchmal nur im letzten Moment am Pferd aufrecht.
Ein kleiner Weiler tauchte zur Rechten auf.
Lorron betrachtete kurz die Reflektionen im sporadischen Mondlicht im See, bevor er den anderen wieder folgte.

Versteckt zwischen niedrigen Bäumen, Unterholz und felsigen Überhängen lag das Lager der Wacht. Ein kleines Lagerfeuer, dessen Schein kaum die nähere Umgebung erhellte. Mehrere unscheinbare Zelte, die sich kaum zwischen den Sträuchen abhoben. Ein Teil von ihnen schien belegt zu sein.

Lugaidh spähte durch die Bäume.
Daronart winkte den Wachen, die aus ihrer Deckung hervortraten und nach kurzem Zögern die Bögen senkten.
Lorron schnaufte und klopfte seinem Pferd den Hals.

Taelwig wandte seine Aufmerksamkeit den Ankommenden zu. Er schien nicht überrascht, Neuankömmlinge im Lager zu begrüßen.
Berenfareth sprach leise, als sie sich umsah: "Wir scheinen unser Ziel erreicht zu haben."
Torendir nickte und hielt inne, das Lager in Augenschein nehmend.

Daronart salutierte müde vor dem Wachtmeister: "Schlechte Nachrichten, Wachtmeister."
Taelwig erwiderte den Salut, schaute von Daro zu den Elben.
Lorron kam neben Daro zum Stehen. Er folgte seinem Blick: "Nein, die sind nicht die schlechte Nachricht."

Lotiel war erleichtert, endlich das Lager erreicht zu haben.
Lugaidh stemmte den Speer in den Boden und sah sich um, bevor er sich Taelwig zuwandte, der ihm entgegen kam: "Ich grüsse Euch, Edain. Wir sind Reisende aus dem Osten."
Torendir kam heran und schaute zu den Anwesenden im Lager, die zu sehen waren: "Dhe suilon mellon. Wir sind auf dem Weg nach Norden gewesen, als wir auf eure Freunde stießen. Wenn Ihr es also gestattet, würden wir gerne an eurem Lager teilhaben, so noch Platz für ein paar müde Reisenden ist."
Lotiel neigte leicht den Kopf, grüsste die Anwesenden.
Sallasdel nickte leicht zum Gruß.

Der Wachtmeister nickte ihnen grüßend zu: "Seid gegrüsst. Ich heiße euch in unserem Lager willkommen. Viel ist es nicht, aber ich biete euch den Schutz und die Unterstützung an, die wir euch geben können. Wenn ihr hungrig seid, es dürfte noch etwas da sein, auch wenn es nur einfache Kost ist."

Lugaidh sah ihn an: "Habt Dank, brannon."

Vom Lagerfeuer her musterte Firinn die Neuankömmlinge mit wachem Interesse.
Morwes sah neugierig zu den Elben, dann zu Daro und Lorron, er runzelte die Stirn bei Daros Anblick. Lorron trat zu ihnen: "Ich kann nichts dazu. Diesmal warn's die Orks."
Einer der Männer blickte jedoch nur kurz auf und putzte dann weiter seine Waffe.

Taelwig rief leise zum Lagerfeuer rüber: "Morwes, Firinn zeigt ihnen, wo wir die Pferde untergebracht haben und wo noch Lagerstätten frei sind."
Morwes kam zögernd herüber, die Elben mit großen Augen anschauend: "Ähm... sicher. Kommt bitte mit mir."
Firinn winkte: "Alles, was Pferde hat, uns nach!"

Lugaidh nickte. Torendir führte sein Pferd Firinn hinterher. Berenfareths Stute trottet gemächlich hinter ihr her.
Morwes zeigte den Neuankömmlingen auch einige geschützt liegende Stellen, wo etwas "Privatspäre" möglich war.

Taelwig musterte Daro.
Daro starrte ihnen nach, bevor er merkte, dass Taelwig sich wieder ihm zugewandt hatte: "Die Halborks haben sich entschieden zu plündern."
Taelwig schüttelte den Kopf: "Warte mit deinem Bericht, bis die anderen dabei sind. Holt euch was zu essen und lasst die Pferde versorgen."
Er deutete zum Feuer.
...


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 Betreff des Beitrags: Re: Lande im Zwielicht
BeitragVerfasst: So 22. Feb 2015, 17:56 
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Maethor i Thela Estel
Maethor i Thela Estel

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Nachname: Aeglanthirion
Berufszweig: Rüstungsschmied(in)
Klasse: Waffenmeister(in)
Wissenstufe: 75
Sippe: Falkenruhs Wacht
Damals wie heute...
(Weiter Chetwald)

Rückschau: Am Morgen, nachdem die Gruppe des Nachts ins Lager der Wacht geführt worden war


...
Das Unwetter, dessen Ausläufer die Nacht zuvor bereits deutlich erkennbar waren, war am frühen Morgen über dem Weiten Chetwald losgebrochen.
Sturmböe für Böe bog die mächtigen Baumkronen, ließ selbst die erhabenen Stämme knarren und knarzen, als sie der Naturgewalt trotzten. Zerrte an den Zelten im Lager, riss an den Planen und ihren Verankerungen.
Ununterbrochen prasselte der Regen in Sturzbächen herab, nur etwas durch das windgepeischte Laubdach abgemildert. Außerhalb des Schutzes der Bäume war wohl kaum noch die Hand vor Augen zu sehen.
Gegen die drückende Hitze des vorangegangen Tages war die Kühle des Windes regelrecht beißend.

In dem kleinen versteckten Lager im Weiten Chetwald regten sich die ersten, während die, die Wache gehalten hatten, versuchten, dringend benötigte Erholung und etwas Schlaf zu finden - allem Unbill der Natur zum Trotz.

Bei der Ankunft in der Nacht zuvor war kaum Gelegenheit gewesen, doch an diesem wenig freudvollem Morgen wurde nicht nur ein karges Frühstück geteilt. Auch das Bedürfnis nach Informationen wollte in dieser unklaren Situation, in die die Reisenden geraten waren, gestillt werden...




"Eure eigentliche Heimat scheint euch wie eine Last auf den Schultern zu liegen, als daß ihr frei über sie sprechen könnt."

Der Elb, der sich als Torendir vorgestellt hatte, mochte vielleicht nur erahnen, wie treffend seine Worte waren.

Selten war vor Fremden von ihrer alten Heimat im Norden gesprochen worden. Geheimhaltung und das Verständnis für die Notwendigkeit dazu waren Dinge, die den Kindern von Falkenruh bereits früh nahe gebracht wurden.
Damals - und auch heute noch. Heute umso eindringlicher, da sie nicht mehr in den abgelegenen nördlichen Höhen wohnten, wohin selten ein Fremder kam.

Doch waren Elben immer Verbündete gewesen - in alter Zeit und auch jetzt noch. Und Morwes war sich sicher, dass sie das in sie gesetzte Vertrauen nicht enttäuschen würden...

Er ordnete seine Gedanken.
Den Kindertraum eines reisenden Barden hatte er fast aufgegeben. Die Wirklichkeit hatte dafür keinen Raum gelassen. Er wurde hier gebraucht. Vielleicht würde einmal die Zeit kommen, mit Firin auf Reisen zu gehen, vielleicht einmal sogar Gondor zu sehen, doch das lag in weiter Ferne und er wußte, dass er seine Heimat auch dann nicht endgültig aufgeben würde.

Doch hatte Lorron recht. Er wollte "Geschichtenerzähler" sein, hatte dies auf der lange Reise aus dem Norden ins Breeland wieder und wieder getan, um ihre Leute abzulenken, von ihren Verletzungen, von dem Schrecken, der über sie gekommen war. Um ihnen wieder Mut zu schenken. Und sei es nur für die Dauer einer Geschichte...

'Manche Wurzeln gehen tief. Und die unseren - wie die unserer Vorfahren - liegen in Falkenruh. Im Schatten von Fornost Erain.'

Wie oft hatte er seinem Großvater zugehört, wenn dieser in der alten Halle in Falkenruh zu erzählen angesetzt hatte. Geschichten aus den Anfängen ihres Ortes. Aus der Zeit, als das nördliche Königreich noch Bestand hatte...

Er warf einen Blick auf die versammlten Leute, die so gut wie möglich Schutz vor dem Wetter gesucht hatten, eng um das kleine Feuer gedrängt.

"Fornost hat eine besondere Bedeutung für uns... unsere Vorfahren kamen daher und ihr Eid bindet uns noch heute. Als unsere Heimat vor nicht ganz zwei Jahren in Flammen aufging, ging vieles verloren... auch viele alte Dokumente und Chroniken. Doch diese Geschichte überlebte, denn sie wurde schon immer weiter erzählt."

Morwes meinte fast, die raue Stimme des alten Chronisten zu hören: 'Unterschätze nie die Vergangenheit! Sie kann uns vieles lehren. Wo wir herkommen, wer wir sind. Wohin wir auch gehen, ihr werden wir immer verbunden sein.'

"Die Geschichte unserer Heimat... Falkenruh... beginnt etwa um die Zeit der Geburts des letzten Königs von Fornost. Es erging der Befehl an Lanmar, einen der obersten Falkner, die schon damals oft auch Kundschafter waren, die Falkenzucht aus den Mauern von Fornost an einen anderen Ort bringen zu lassen, einen versteckten Ort... einen sicheren Ort...'
Einen Ort, der nur wenigen bekannt war. Ebenso wie der Grund... Ein Grund, der jedoch in absehbarer Zeit sich offenbaren sollte..."


Hatten der letzte König und die Seinen das Unheil herausfziehen sehen, wie einige es vermuteten? Morwes wußte es nicht. Hätte dann nicht noch etwas dagegen unternommen werden können? Etwas, um den Schatten abzuwenden...?

"Die Entscheidung damals fiel vielen sicher schwer, zerrriß sie doch Familien, und ließ unsere Vorfahren gehen, ohne dass jemand ihrer Lieben wußte, wohin.
Dennoch entstand in wenigen Jahren der Ort Falkenruh im Verborgenen, versteckt in den Schluchten tief im Gebirge...
Die Vermutungen eines drohendes Verhängnis bewahrheiteten sich allzu schnell. Fornost wurde belagert, gestürmt... fiel in den Schatten...

Die letzte Nachricht, die auf Falkes Schwingen vom Falkenturm vor Fornost nach Falkenruh gelangte, war die des Untergangs der Stadt. Es heißt, einer der Gründer Falkenruhs - Lanmar - fand dabei dort den Tod. Sein Sohn jedoch führte sein Werk fort.

Nach bitteren Kämpfen konnten die Feinde mit Hilfe eures Volkes vertrieben werden."

Morwes sah zu den versammelten Elben und fragte sich, ob vielleicht sogar jemand der Anwesenden hier dabei gewesen sein mochte.

"In den Kämpfen unterstützten unsere Vorfahren, Falkner wie auch Soldaten zu ihrem Schutze, so gut sie es ihrer kleinen Zahl zum Trotz vermochten. Einige eures Volkes kämpften Seite an Seite mit ihnen. Calvaros und Aeglanthir zum Beispiel, die auch jetzt noch den Kontakt zu uns halten.

Unsere Vorfahren entschieden, auch danach in Falkenruh zu bleiben. Sie... und auch wir führten die Falkenzucht fort... und hielten weiter Wacht, für den Fall, dass... der Feind erneut erstarken sollte.
Geheimhaltung hatte in alten Tagen ihr Überleben gesichert und so hielten es auch wir - bis in die heutigen Tage.
Doch bewahrte uns auch das nicht davor,... unsere Heimat an den Feind zu verlieren."

'Wie konnte er uns verraten...? Wie oft habe ich mit seinen Söhnen gespielt. In seinem Laden die Waren bewundert...'

Morwes zwang sich dazu, sich auf die Worte der Versammelten zu konzentrieren. Misstrauen gegenüber Fremden hatte ihr aller Leben begleitet. Und doch war es jemand von ihnen gewesen, der den Tod über sie gebracht hatte...


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